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| Marc Heiland | Kaffeewelten

CULTDBaliCanephora kann ausgesprochen vielseitig sein. Das zeigt auch der Bali Canephora Espresso von C.U.L.T.D. aus Hamburg, der mit einem völlig anderen Aromaprofil auftritt als fruchtbetonte Fine-Canephora-Kaffees. Statt tropischer Fruchtnoten stehen hier dunkle Süße, Nuss, Schokolade und würzige Aromen im Mittelpunkt.
Die Bohnen stammen aus dem Norden der indonesischen Insel Bali und wachsen dort unter für Canephora ungewöhnlichen Bedingungen auf einer Höhe von 1.200 bis 1.500 Metern. Vulkanische Böden, tropisches Klima und die Höhenlage prägen die Voraussetzungen für diesen charaktervollen Espresso.

Canephora aus dem vulkanischen Bali
Indonesien verfügt über eine lange Tradition im Kaffeeanbau. Bali nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Die vulkanische Landschaft der Insel sorgt für nährstoffreiche Böden, während das tropische Klima ideale Bedingungen für den Kaffeeanbau schafft. Für Canephora ist insbesondere die Höhenlage bemerkenswert. Während Robusta häufig in niedrigeren Regionen kultiviert wird, wachsen die Pflanzen für diesen Kaffee auf bis zu 1.500 Metern. Zum Einsatz kommt Canephora der Varietät Conilon, die anschließend gewaschen aufbereitet wird.
Das Ergebnis ist ein Espresso, der sich aromatisch klar von vielen lateinamerikanischen Kaffees und auch von fruchtigeren Canephora-Vertretern unterscheidet.

Dunkle Süße und kräftige Würze
Bereits im Duft zeigt sich der Bali Canephora von seiner kräftigen Seite. Haselnuss und Zeder verbinden sich mit Anklängen von Holzofen, Lakritz und Tabak. Das wirkt warm, würzig und ausgesprochen charaktervoll.
Im Espresso dominieren gebrannter Zucker und Melasse, ergänzt durch Walnuss und Zartbitterschokolade. Besonders die Kombination aus karamellisierter Süße und dunkler Schokolade sorgt für einen kräftigen, aber nicht eindimensionalen Eindruck.
Dabei erinnert der Espresso weniger an einen hellen, fruchtbetonten Specialty Coffee, sondern bewegt sich deutlich stärker in Richtung Nuss, Schokolade, Röstaromen und dunkle Süße.

Ein anderer Charakter als moderne Fine Canephora
Gerade im direkten Vergleich mit moderneren Canephora-Kaffees ist der Bali Espresso interessant. Während beispielsweise tropische Frucht oder florale Noten bei manchen Fine-Canephora-Abfüllungen eine größere Rolle spielen, präsentiert sich dieser Kaffee deutlich erdiger, würziger und schokoladiger.
Die gewaschene Aufbereitung unterstützt dabei ein vergleichsweise klares Tassenbild. Walnuss und Zartbitterschokolade lassen sich gut erkennen, während Melasse und gebrannter Zucker für die notwendige Süße sorgen.
Damit ist der Bali Canephora ein Espresso, der seine Herkunft und seine Varietät nicht verstecken muss. Er zeigt Canephora nicht als Ersatz für Arabica, sondern als eigenständige Kaffeeart mit einem ganz eigenen aromatischen Spektrum.

Unser Fazit
Der Bali Canephora Espresso von C.U.L.T.D. ist ein kräftiger und ausgesprochen charaktervoller Vertreter seiner Art. Die ungewöhnliche Höhenlage von 1.200 bis 1.500 Metern, die vulkanisch geprägten Böden und die Conilon-Varietät bilden die Grundlage für ein spannendes Tassenprofil.
In der Tasse treffen gebrannter Zucker, Melasse, Walnuss und Zartbitterschokolade auf einen Duft von Haselnuss, Zeder, Holzofen, Lakritz und Tabak.
Wer beim Espresso kräftige, dunkle und nussig-schokoladige Aromen bevorzugt, sollte diesen Bali Canephora unbedingt einmal ausprobieren. Für uns ein weiterer Beleg dafür, wie unterschiedlich und vielseitig Canephora sein kann.

Auf einen Blick
Rösterei: C.U.L.T.D., Hamburg
Herkunft: Bali, Indonesien
Region: Norden Balis
Anbauhöhe: 1.200–1.500 Meter
Varietät: Canephora, Conilon
Zusammensetzung: 100 % Robusta
Aufbereitung: Gewaschen
Zubereitung: Espresso
Sensorik: Gebrannter Zucker · Melasse · Walnuss · Zartbitterschokolade
Duft: Haselnuss · Zeder · Holzofen · Lakritz · Tabak

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