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| Marc Heiland | Konsolen

DuneBild1Mit Dune: Awakening hat Funcom ein Spiel geschaffen, das zwei auf den ersten Blick nur schwer miteinander vereinbare Welten zusammenführt: das komplexe Survival-Genre und das faszinierende Science-Fiction-Universum von Frank Herbert. Nach dem ursprünglichen PC-Release bietet nun die PS5-Version die Gelegenheit, Arrakis auf der Konsole zu erleben – und dabei ist sie weit mehr als eine simple technische Umsetzung.

Funcom hat die Konsolenfassung zum Anlass genommen, zahlreiche Bereiche des Spiels zu überarbeiten, neue Systeme einzubauen und die Zugänglichkeit deutlich zu verbessern. Besonders interessant ist dabei die Möglichkeit, die Geschichte nun auch vollständig im Einzelspielermodus zu erleben. Dazu kommen Änderungen am Endgame, neue Spezialisierungen, Komfortfunktionen und zahlreiche Anpassungen, die sowohl Neueinsteigern als auch Spielern zugutekommen, die bereits viele Stunden auf Arrakis verbracht haben.

Trotz dieser Verbesserungen bleibt Dune: Awakening ein Spiel mit deutlichen Ecken und Kanten. Vor allem das Kampfsystem, einige technische Probleme und das derzeit nicht ganz überzeugende Endgame verhindern, dass aus dem ambitionierten Survival-RPG ein durchgehend perfektes Erlebnis wird. Trotzdem gelingt Funcom etwas Bemerkenswertes: Kaum ein anderes Spiel vermittelt derzeit ein derart intensives Gefühl dafür, wie es sich anfühlen könnte, tatsächlich auf Arrakis ums Überleben zu kämpfen.

Endlich auch für Einzelspieler

Eine der wichtigsten Neuerungen der PS5-Version ist zweifellos die Möglichkeit, Dune: Awakening wesentlich konsequenter allein zu erleben. Die Kampagne lässt sich nun als eigenständiges Spielerlebnis absolvieren, ohne dass man zwingend auf einen privaten Server oder eine Gruppe anderer Spieler angewiesen ist.

Gerade für Spieler, die Survival-Spiele lieber in ihrem eigenen Tempo erkunden, ist das eine erhebliche Verbesserung. Man kann sich in Ruhe mit der Geschichte beschäftigen, seine Ausrüstung optimieren, die Umgebung erkunden und seine Basis ausbauen, ohne permanent befürchten zu müssen, dass andere Spieler während der eigenen Abwesenheit in den mühsam errichteten Besitz eindringen.

Dabei lässt sich das Spielerlebnis in bemerkenswert großem Umfang an die eigenen Vorstellungen anpassen. Zahlreiche Einstellungen ermöglichen es, unter anderem das Verhalten von Gegnern, Sandwürmer, Stürme oder die Gewinnung von Ressourcen zu beeinflussen. Das ist insbesondere deshalb interessant, weil die Standardausrichtung von Dune: Awakening ausgesprochen kompromisslos ist.

Arrakis verzeiht Fehler nicht.

Wasser ist knapp, die Sonne kann innerhalb kürzester Zeit tödlich werden und Sandstürme verwandeln offene Gebiete in lebensgefährliche Zonen. Wer dazu noch in einen Kampf gerät, erlebt nicht selten eine Kombination aus mehreren Bedrohungen gleichzeitig. Die Möglichkeit, diese Aspekte individuell anzupassen, macht die Solo-Kampagne deshalb deutlich zugänglicher.

Arrakis ist kein freundlicher Ort

Das Überleben auf Arrakis ist einer der stärksten Aspekte von Dune: Awakening – gleichzeitig aber auch einer der Bereiche, die gelegentlich für Frust sorgen.

Die Spielwelt zwingt den Spieler ständig dazu, seine Umgebung im Blick zu behalten. Wasser ist keine nebensächliche Ressource, sondern ein elementarer Bestandteil des Überlebens. Die Sonne stellt eine permanente Bedrohung dar, Sandstürme können ganze Regionen gefährlich machen und unter dem Sand wartet mit den Shai-Hulud eine Gefahr, die man niemals ignorieren sollte.

Das funktioniert deshalb so gut, weil Funcom die Eigenheiten des Dune-Universums nicht einfach als Kulisse verwendet. Sie werden zu spielerischen Mechaniken.

Wo andere Survival-Spiele den Spieler beispielsweise Bäume fällen lassen, um Holz zu sammeln, muss man auf Arrakis alternative Wege finden, an Wasser und Materialien zu gelangen. Morgentau, Feuchtigkeit in der Luft und andere Möglichkeiten der Ressourcenbeschaffung bekommen dadurch eine ganz andere Bedeutung.

Auch die Fortbewegung ist eng mit dieser Philosophie verbunden. Bestimmte Gebiete lassen sich zu Fuß schlicht nicht sicher durchqueren. Früher oder später muss deshalb das erste Fahrzeug her. Später kommen Regionen hinzu, deren Hitze, Strahlung oder andere Gefahren spezielle Ausrüstung voraussetzen.

Dadurch entsteht ein sehr überzeugender Kreislauf: Die Welt verhindert den Fortschritt nicht einfach, sondern zwingt den Spieler dazu, sich weiterzuentwickeln.

Jeder Fortschritt fühlt sich verdient an

Dune: Awakening versteht es ausgesprochen gut, Fortschritt als Belohnung zu inszenieren.

Zu Beginn besitzt man kaum etwas. Aus einfachen Materialien entstehen die ersten Werkzeuge, anschließend bessere Ausrüstung und irgendwann Fahrzeuge, Waffen und Technologien, die den Zugang zu immer gefährlicheren Regionen ermöglichen.

Dieser Entwicklungsprozess ist einer der Gründe, warum das Spiel trotz gelegentlicher Grind-Phasen immer wieder motiviert. Kaum ist ein Ziel erreicht, wartet bereits das nächste.

Besonders gelungen ist das Crafting-System. Neue Technologien wollen erforscht werden, Materialien müssen beschafft und Baupläne gefunden werden. Dabei entsteht immer wieder die Frage, wofür die eigenen Ressourcen eingesetzt werden sollen.

Verbrauche ich seltene Materialien jetzt für ein besonders interessantes Ausrüstungsteil oder spare ich sie lieber für eine spätere Technologie?

Solche Entscheidungen funktionieren vor allem deshalb gut, weil Ressourcen auf Arrakis nicht im Überfluss vorhanden sind. Die Umgebung fühlt sich dadurch nicht wie eine beliebige Sammelkulisse an. Selbst scheinbar kleine Fortschritte können eine erhebliche Bedeutung bekommen.

Allerdings steigen die benötigten Ressourcen und Herstellungszeiten im späteren Spielverlauf teilweise deutlich an. Gerade im Endgame kann das dazu führen, dass sich der Spielfluss stärker nach Arbeit als nach Abenteuer anfühlt.

Eine Geschichte zwischen Fanservice und alternativer Realität

Auch erzählerisch geht Dune: Awakening einen interessanten Weg.

Die Geschichte spielt in einer alternativen Realität des Dune-Universums. Paul Atreides existiert hier nicht, wodurch Funcom wesentlich mehr Freiheit bei der Gestaltung der Handlung besitzt. Gleichzeitig kann das Spiel zahlreiche bekannte Elemente und Figuren des Universums aufgreifen, ohne sich sklavisch an die Ereignisse der Romane halten zu müssen.

Für Dune-Fans ist das ein spannender Ansatz.

Die Welt steckt voller Hintergrundinformationen, bekannter Begriffe und Anspielungen. Die Geschichte wird nicht einfach erzählt, sondern ist tief in die Gestaltung des Universums eingebettet. Wer sich darauf einlässt und bereit ist, genauer hinzusehen, entdeckt zahlreiche Details.

Das Problem liegt weniger in der Qualität der Geschichte selbst als vielmehr in ihrer Einbettung in den Spielfortschritt.

Zwischen wichtigen Handlungskapiteln liegen teilweise viele Stunden Survival-Gameplay, Ressourcenbeschaffung und Fortschrittsarbeit. Dadurch kann der erzählerische Zusammenhang gelegentlich verloren gehen. Man erlebt einen spannenden Abschnitt der Geschichte und verbringt anschließend eine beträchtliche Zeit damit, Materialien zu sammeln und die eigene Ausrüstung zu verbessern, bevor die Handlung wieder an Fahrt gewinnt.

Das ist typisch für das Genre – und gleichzeitig ein gewisser Widerspruch zu den erzählerischen Ambitionen von Dune: Awakening.

DuneBild2Wenn das Setting zum eigentlichen Star wird

Die vielleicht größte Stärke des Spiels ist seine Atmosphäre.

Arrakis wirkt nicht wie eine gewöhnliche Open World, die zufällig mit einer Dune-Optik versehen wurde. Die Umgebung bestimmt vielmehr, wie sich das Spiel anfühlt.

Die endlosen Sandflächen, gigantischen Sandwürmer, gewaltigen Schiffe am Himmel, Stürme und die beinahe erdrückende Leere erzeugen eine Atmosphäre, die ausgesprochen nah an der Vorstellung eines lebensfeindlichen Wüstenplaneten liegt.

Auch grafisch kann Dune: Awakening auf der PS5 überzeugen. Die Landschaften vermitteln Größe, die Beleuchtung unterstützt die Hitze und Trostlosigkeit der Umgebung und gerade die spektakulären Momente – etwa wenn ein gewaltiges Schiff über dem Spieler schwebt oder ein Shai-Hulud aus dem Sand auftaucht – gehören zu den beeindruckendsten Erlebnissen des Spiels.

Dabei entsteht allerdings ein interessanter Konflikt.

Das Dune-Universum lebt von Politik, Intrigen, Religion, Macht und komplexen Beziehungen zwischen den einzelnen Fraktionen. Dune: Awakening besitzt diese Elemente durchaus, verlangt vom Spieler aber gleichzeitig, sehr viel Zeit mit dem klassischen Survival-Kreislauf zu verbringen.

Manchmal möchte man eigentlich mehr über diese faszinierende Welt erfahren – und landet stattdessen wieder irgendwo in der Wüste, um Rohstoffe zu sammeln oder gegen Banditen zu kämpfen.

Das ist kein grundsätzlicher Fehler. Es ist vielmehr die ungewöhnliche Kombination zweier Genres, die nicht immer perfekt miteinander harmonieren.

Das größte Problem: die Kämpfe

So überzeugend die Welt und die Survival-Systeme funktionieren, so wenig begeistert das Kampfsystem.

Gerade zu Beginn können Auseinandersetzungen ausgesprochen zäh sein. Gegner halten teilweise erstaunlich viel aus, während der eigene Charakter vergleichsweise verwundbar bleibt. Dadurch können selbst kleinere Gefechte unnötig lange dauern.

Besonders problematisch wird das durch die verschiedenen Waffentypen und Schilde.

Die Holtzman-Schilde sind zwar eine konsequente Umsetzung der Dune-Lore, führen spielerisch aber zu einem teilweise ungewöhnlichen Kampfrhythmus. Gegen bestimmte Gegner funktionieren Schusswaffen kaum oder gar nicht, sodass man auf Nahkampf ausweichen muss.

Das führt dazu, dass sich viele Begegnungen nach einem ähnlichen Muster abspielen: Gegner analysieren, Waffe wechseln, Distanz überwinden und anschließend mit Nahkampfangriffen arbeiten.

Theoretisch bietet das System dadurch taktische Möglichkeiten. Praktisch wiederholen sich viele Kämpfe jedoch zu stark.

Einige Spezialfähigkeiten bringen zusätzliche Abwechslung. Dazu gehören beispielsweise Fähigkeiten, mit denen Gegner vorübergehend bewegungsunfähig gemacht werden können, sowie spezielle Granaten, die Feinde in die Luft schleudern.

Für ein über längere Zeit abwechslungsreiches Kampfsystem reicht das allerdings nicht vollständig aus.

Technische Probleme verschärfen die Schwächen

Erschwerend kommen einige technische Unsauberkeiten hinzu.

Gelegentlich reagiert eine Parade nicht korrekt oder eine Waffe lässt sich plötzlich nicht mehr einsetzen. Solche Fehler sind in einem Survival-Spiel besonders ärgerlich, weil ein technischer Aussetzer schnell den Tod bedeuten kann.

Auch Verbindungsprobleme und Fehler bei der Darstellung der Welt können auftreten. In einzelnen Situationen verschwanden beispielsweise Landschaftselemente und tauchten anschließend wieder auf. Auch die Sandwürmer sorgten zeitweise für kuriose Situationen, wenn sie plötzlich nicht mehr vorhanden waren.

Gegenüber früheren Versionen ist der technische Zustand zwar verbessert worden, vollständig rund fühlt sich das Spiel trotzdem nicht an.

Auf der PS5 fällt zudem besonders positiv auf, dass die Entwickler die Konsolenversion nicht einfach als unveränderte Kopie behandeln. Die zahlreichen Komfortverbesserungen zeigen, dass Funcom versucht hat, das Gesamterlebnis weiterzuentwickeln.

Bauen, forschen, sammeln – und wieder von vorne

Der eigentliche Survival-Kreislauf gehört dagegen zu den gelungensten Bestandteilen des Spiels.

Man sammelt Materialien, entwickelt neue Technologien, produziert bessere Ausrüstung und erschließt dadurch neue Gebiete. Dieser Ablauf wirkt lange Zeit ausgesprochen motivierend.

Auch das Bauen der eigenen Basis funktioniert gut. Gleichzeitig macht das Spiel etwas, das für klassische Survival-Fans durchaus gewöhnungsbedürftig sein dürfte: Die eigene Heimat ist nicht zwangsläufig dauerhaft.

Durch die Freischaltung neuer Regionen kann ein Umzug erforderlich werden.

Das passt hervorragend zur Lebensweise auf Arrakis und damit zur Vorlage, ist aus Sicht eines Survival-Spiels aber nicht immer angenehm. Schließlich investiert man viel Zeit in den Aufbau einer Basis. Wenn anschließend ein Standortwechsel notwendig wird, steht man vor der Wahl, alles zurückzulassen oder einen erheblichen Aufwand zu betreiben, um seine Besitztümer an einen neuen Ort zu bringen.

Hier zeigt sich erneut das zentrale Spannungsfeld des Spiels: Was erzählerisch und atmosphärisch hervorragend funktioniert, kann spielmechanisch durchaus unbequem sein.

Die Tiefen Wüste und das Endgame

Nach dem Abschluss der Kampagne wartet die Tiefen Wüste.

Hier verändert sich das Spielerlebnis deutlich. Die Region ist stärker auf PvP ausgelegt und enthält Ressourcen, die für die höchsten Fortschrittsstufen benötigt werden.

Eine interessante Idee ist der regelmäßig auftretende Coriolis-Sturm. Er verändert die Region und sorgt dafür, dass eine neue, prozedural erzeugte Landschaft entsteht. Damit soll verhindert werden, dass das Endgame lediglich aus dem wiederholten Abarbeiten derselben Karte besteht.

Die Umsetzung überzeugt allerdings nicht vollständig.

Die Gebiete sind riesig und wirken teilweise sehr leer. Viele der wenigen interessanten Punkte wiederholen sich, wodurch Erkundung schnell zur Routine werden kann.

Noch problematischer ist das derzeitige PvP.

Ornithopter spielen in der Tiefen Wüste eine zentrale Rolle, und viele Gefechte laufen darauf hinaus, dass Spieler aus der Luft angreifen und Flächenschaden verursachen. Dadurch entstehen zwar spektakuläre Situationen, gleichzeitig bleibt das eigentliche Kampfgeschehen teilweise erstaunlich eindimensional.

Wer sein Fluggerät verliert, steht zudem vor einem erheblichen Rückschlag. Die Wiederbeschaffung kann viel Zeit kosten, weil dafür zunächst erneut Ressourcen gesammelt werden müssen.

Das Verhältnis zwischen Risiko und Belohnung wirkt deshalb momentan nicht immer ausgewogen.

DuneBild3Multiplayer: Hier liegen die besten und frustrierendsten Momente

Obwohl die Solo-Kampagne eine große Bereicherung darstellt, ist Dune: Awakening grundsätzlich weiterhin stark auf das gemeinsame Spielerlebnis ausgelegt.

Gemeinsam eine Basis aufzubauen, gefährliche Regionen zu erkunden oder Ressourcen zu beschaffen, kann ausgesprochen unterhaltsam sein. Gerade die Mischung aus Kooperation und begrenztem PvP sorgt für einige der erinnerungswürdigsten Situationen.

Gleichzeitig zeigt sich hier auch eine der härtesten Seiten des Spiels.

Wer ohne größere Gruppe unterwegs ist, kann gegenüber gut organisierten Spielern einen deutlichen Nachteil haben. Besonders in den PvP-Gebieten kann ein verlorener Kampf einen erheblichen Teil des mühsam erarbeiteten Fortschritts kosten.

Das passt durchaus zur brutalen Philosophie des Spiels. Es kann aber auch dazu führen, dass man sich nach einem langen Rückschlag eher bestraft als motiviert fühlt.

Die PS5-Version ist mehr als eine Portierung

Genau hier liegt letztlich die größte Überraschung der Konsolenfassung.

Die PS5-Version ist nicht lediglich Dune: Awakening vom PC auf eine andere Plattform übertragen. Funcom nutzt die Gelegenheit, um das Spiel in verschiedenen Bereichen weiterzuentwickeln.

Das betrifft die Einzelspieler-Kampagne ebenso wie neue Inhalte, zusätzliche Spezialisierungs- und Verbesserungssysteme, Änderungen am Endgame und zahlreiche Komfortfunktionen. Auch Spieler, die bereits mit der bisherigen Version vertraut sind, bekommen dadurch genügend Gründe, erneut nach Arrakis aufzubrechen.

Für Neueinsteiger ist die Situation sogar noch interessanter. Wer bisher aufgrund des MMO- und Survival-Charakters gezögert hat, erhält mit der Solo-Option einen deutlich leichteren Zugang.

Gleichzeitig bleibt der grundlegende Charakter des Spiels erhalten. Wer mit Survival-Games grundsätzlich wenig anfangen kann, wird auch durch die PS5-Version nicht plötzlich zum Fan des Genres werden.

Fazit: Ein faszinierendes Survival-Abenteuer mit deutlichen Schwächen

Dune: Awakening ist ein Spiel voller Widersprüche.

Es ist gleichzeitig ausgesprochen ambitioniert und an manchen Stellen erstaunlich unausgereift. Es besitzt eine fantastische Atmosphäre, leidet aber unter einem Kampfsystem, das seinem außergewöhnlichen Setting nicht immer gerecht wird. Es bietet eine interessante Geschichte, unterbricht diese aber regelmäßig mit langen Survival- und Grind-Phasen. Und es erschafft eine der beeindruckendsten digitalen Interpretationen von Arrakis, zwingt den Spieler gleichzeitig aber dazu, einen großen Teil seiner Zeit mit Sammeln, Crafting und Ressourcenmanagement zu verbringen.

Trotzdem funktioniert das Gesamtkonzept erstaunlich gut.

Der Moment, in dem aus einem völlig unerfahrenen Überlebenden langsam ein gut ausgerüsteter Kämpfer wird, die erste größere Waffe hergestellt ist, das erste Fahrzeug bereitsteht oder eine neue Region betreten werden kann, besitzt eine ganz eigene Befriedigung. Dune: Awakening versteht es, Fortschritt spürbar zu machen.

Vor allem aber gelingt Funcom die Darstellung von Arrakis.

Die Hitze, der Wassermangel, die gigantischen Sandwürmer, die gewaltigen Stürme und die scheinbar endlose Wüste sind nicht nur dekorative Bestandteile der Welt. Sie bestimmen, wie gespielt wird. Genau dadurch entsteht ein Survival-Erlebnis, das sich tatsächlich nach Dune anfühlt.

Die PS5-Version macht dieses Erlebnis durch die umfangreichen Überarbeitungen und insbesondere die Einzelspieler-Möglichkeiten zugänglicher. Gleichzeitig bleiben die bekannten Schwächen bestehen. Das Kampfsystem benötigt weiterhin Feinschliff, technische Probleme können den Spielfluss stören und das Endgame wirkt im Vergleich zur Qualität der übrigen Spielwelt noch nicht vollständig ausgereift.

8Wer allerdings bereit ist, sich auf die besonderen Regeln von Arrakis einzulassen, bekommt ein ungewöhnliches Survival-RPG, das seine Vorlage mit beeindruckender Konsequenz nutzt.

Dune: Awakening ist deshalb nicht perfekt. Aber es schafft etwas, das bei einer Lizenzumsetzung keineswegs selbstverständlich ist: Es lässt Arrakis nicht nur wie Arrakis aussehen – es lässt sich auch wie Arrakis spielen. Und genau darin liegt seine größte Stärke. Wer sich allerdings bislang nicht mit den Büchern oder Filmen vertraut gemacht hat, wird hier schnell aufgrund der ganzen Fachbegriffe, Klassen etc. nur noch Bahnhof verstehen. Denn das Spiel legt auf seine Lore enorm großen Wert.

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