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| Marc Heiland | Konsolen

TWOPOINTZOOSEUMEs gibt Momente im Gamer-Leben, in denen man ein DLC startet, den ersten Bildschirm sieht – und sofort weiß: Oh wow… das hier wird mich heute nicht mehr loslassen. Genau dieses Gefühl hatte ich, als ich in den neuesten Ableger für Two Point Museum eintauchte. Das Basisspiel war für mich schon so etwas wie eine kleine Management-Oase: verspielt, clever, verschroben – eben typisch Two Point. Doch jetzt kommt Zooseum, eine Erweiterung, die sich anfühlt, als hätte jemand die Serie vorsichtig geöffnet, einen kräftigen Schuss Zoo-Simulation hineingekippt und das Ganze mit einer ordentlichen Portion Chaos und Herz verrührt.

Und plötzlich steht man da – an der Schwelle zu einem Museum, das nicht nur Dinge zeigt, sondern atmet, zappelt, frisst, pupst und sich paaren möchte. Willkommen im schönsten Durcheinander seit Einführung der Fischtanks im Hauptspiel.

Expeditionen ins Ungewisse – und ein bisschen Pokémon-Feeling

Schon im Museum-Hauptspiel fand ich die Expeditionen fantastisch: Dieses Gefühl, Expertenteams loszuschicken, um Relikte, Fossilien oder seltene Schätze zurückzubringen, hat eine ganz eigene Magie. Doch jetzt? Jetzt kommen sie mit lebenden Kreaturen zurück. Lebendig, hungrig, eigenwillig – und genau deshalb unfassbar liebenswert.

Auf der neuen Expeditionskarte Farflung Isles wartet ein ganzer zoologischer Kuriositätenkatalog. 45 neue Kreaturen – von Adleraugen-Vogelkreaturen über Wüsten-Reptilien bis hin zu haarig-runden Knuffelwesen, die aussehen, als wären sie aus einem vergessenen Kinderbuch geklettert. Manche leben im Terrarium, manche brauchen weite Gehege, wieder andere haben so spezielle Bedürfnisse, dass man sie eigentlich rund um die Uhr betüddeln muss.

Und dann wären da noch die Varianten. Ja – Varianten!
Plötzlich sammelt man nicht nur Tiere, man jagt Farbschläge, besondere Gen-Pakete, einzigartige Eigenschaften. Das fühlt sich überraschend schnell nach einer „Museums-Version von Pokémon“ an – nur ohne Pokébälle und mit deutlich mehr Mistkellen.

Wenn das Museum zum Zoo mutiert

Der vielleicht größte Zauber von Zooseum ist dieser ständige Moment des Staunens: Zu beobachten, wie sich dein ehrwürdiges Museum Stück für Stück in einen lebendigen, atmenden Mini-Zoo verwandelt – voller Gehege, Außengebiete, kleinen Terrarienhütten und Besuchergruppen, die wie hypnotisiert vor bizarren Kreaturen verweilen.

Die Bausysteme sind dabei wunderbar vertraut, aber mit frischem Twist. Gebe ich meinem Sumpfkrabbelwesen lieber ein karges Habitat oder eines, das vor Pflanzen überquillt?
Braucht der Schneckenstamm noch einen Beschäftigungsstein? Sind das genug Heizkristalle für das Lavagecko? Das Spiel fordert dich ständig heraus – und belohnt dich gleichzeitig mit charmanten Animationen, witzigen Interaktionen und dieser wohlig-chaotischen Betriebsamkeit, die die Serie so besonders macht.

Tierwohl trifft Museumslogik

Zooseum macht etwas, das nur wenige Management-DLCs schaffen: Es gibt dem Spieler das Gefühl, nicht nur zu sammeln, sondern auch zu schützen.
Viele Tiere kommen verletzt oder krank an. Manche leiden an der fiesen „Ferngrippe“. Andere brauchen Wellness, bevor sie überhaupt ausgestellt werden dürfen. Wieder andere wollen erst Vertrauen fassen, bevor sie als Publikumslieblinge durchgehen.

Und dann ist da noch der Kreislauf der Auswilderung: Hege, Pflege, präsentiere – und entlasse sie wieder in die Freiheit. Für Museumsmanager:innen, die sonst eher auf Profit, Attraktivität und smarte Layouts achten, ist das ein völlig neuer emotionaler Moment. Und ein wirklich schöner.

Die Kampagne: Eine Panda-Odyssee

Natürlich bringt Zooseum auch eine frische Kampagne mit. Diesmal verschlägt es dich in einen neuen Bereich des Silverbottom Parks, wo dich eine Fünf-Sterne-Herausforderung erwartet: die Zucht zweier „Gemalter Pandas“. Ich sag’s ehrlich: Ich habe geschwitzt. Diese scheuen Wesen zu verkuppeln, ist härter als jede Dating-App. Aber wenn es gelingt, dann wird auch das hartgesottenste Management-Herz kurz butterweich.

Humor, der sitzt – und Tiere, die schmunzeln lassen

Two Point Studios bleibt seiner DNA treu: Giraffen mit Federhälsen, die wie überdrehte Puppen durch den Wind peitschen. Igel, die aussehen, als wären sie in einen Farbtopf gefallen. Kastenfüchse mit tollpatschigem Hüpfgang.Ein Monobeast, das NICHT prähistorisch ist – Halleluja. Zooseum liefert genau die Art von Humor, die wir an der Reihe lieben: schräg, warmherzig, selbstironisch und einfach wunderbar albern.

Nicht perfekt – aber unfassbar charmant

Natürlich hat Zooseum auch ein paar Ecken und Kanten:
Der Gehegebau kann manchmal fummelig werden. Einige Systeme erinnern stark an bekannte Mechaniken aus dem Basisspiel. Die Kampagne wiederholt sich stellenweise etwas.

Aber ganz ehrlich? Das alles verblasst im Angesicht des Gesamterlebnisses. Zooseum ist ein DLC, das nicht revolutionieren will – es will verzaubern. Und das gelingt ihm.

8Fazit: Ein tierisches Geschenk für alle Two-Point-Fans

Zooseum macht Two Point Museum lebendiger, chaotischer und bunter – ohne das Balancing zu sprengen oder das Gameplay zu überladen. Es verpasst dem bekannten Management-Loop eine erfrischende Prise Sammelfreude, erweitert das Expeditionssystem sinnvoll und bringt Tiere ins Spiel, die man einfach ins Herz schließen muss.

Es ist ein DLC, der sich nicht aufdrängt, sondern sich organisch in das Hauptspiel legt – und doch genug eigene Persönlichkeit mitbringt, um einen echten Mehrwert zu schaffen.

Eine liebevolle, witzige und spaßige Erweiterung, die vielleicht kein komplett neues Spielgefühl bietet, aber garantiert ein strahlendes Lächeln hinterlässt.

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