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| Marc Heiland | Küche & Leben

DREAMEDer Markt für hochwertige Haushaltsroboter entwickelt sich rasant. Kaum ein Techniksegment hat in den letzten Jahren so viele Innovationen erlebt wie Saug- und Wischroboter. Hersteller statten ihre Geräte mit immer stärkeren Motoren, ausgefeilter Sensorik und komplexen Reinigungsstationen aus, die den Wartungsaufwand auf ein Minimum reduzieren sollen. In dieser Premiumklasse positioniert sich auch der Dreame Aqua10 Ultra Roller Complete – ein Modell, das mit enormer Saugleistung, einer neuartigen Wischtechnik und einer vollständig automatisierten Basisstation aufwartet. Doch wie schlägt sich ein solches Gerät nicht nur im ersten Eindruck, sondern nach mehreren Wochen im realen Alltag? Ein intensiver Praxiseinsatz zeigt: Die Reinigungsleistung gehört zur Spitze des Marktes, doch gibt es vielleicht auch etwas Negatives? Unser Test klärt auf.

Ein Flaggschiff mit ambitionierter Technik

Bereits auf dem Datenblatt zeigt sich, dass Dreame mit diesem Modell klar auf das Premiumsegment zielt. Der Aqua10 Ultra Roller Complete ist mit einer umfangreichen Dockingstation ausgestattet, die dem Nutzer einen Großteil der Wartungsarbeit abnehmen soll. Sobald der Roboter seine Reinigung beendet, kehrt er automatisch zur Station zurück, wo mehrere Prozesse gleichzeitig ablaufen: Der gesammelte Staub wird in einen Staubbeutel abgesaugt, frisches Wasser wird nachgefüllt, Schmutzwasser abgepumpt und die Wischrolle gereinigt sowie getrocknet.

Besonders interessant ist das Wischsystem. Während viele Hersteller weiterhin auf rotierende Wischpads setzen, nutzt dieses Modell eine durchgehende Wischrolle. Diese soll den Boden gleichmäßiger reinigen und gleichzeitig während des Betriebs kontinuierlich mit frischem Wasser gespült werden. Ziel ist es, Schmutz nicht lediglich zu verteilen, sondern aktiv aufzunehmen.

Auch bei der Saugleistung will Dreame neue Maßstäbe setzen. Mit bis zu 30.000 Pascal gehört das Gerät zu den stärksten Saugrobotern, die derzeit erhältlich sind. Unterstützt wird diese Leistung durch eine ausfahrbare Seitenbürste, die Schmutz gezielt aus Ecken und entlang von Kanten herausfegt.

Preislich liegt das Gerät in der Oberklasse. Die offizielle Preisempfehlung beträgt rund 1.500 Euro, wobei der Marktpreis inzwischen deutlich gesunken ist und häufig um die 900 Euro liegt. Für ein Gerät dieser Kategorie erwarten Käufer jedoch nicht nur beeindruckende Technik, sondern auch langfristige Zuverlässigkeit.

Test unter realistischen Bedingungen

Um ein möglichst realistisches Bild zu erhalten, wurde der Roboter über einen Zeitraum von etwa drei Wochen regelmäßig im Haushalt eingesetzt. Dabei beschränkte sich der Test nicht auf kurze Demonstrationen, sondern auf eine kontinuierliche Nutzung im Alltag. Der Roboter war täglich in stark genutzten Bereichen wie Flur und Badezimmer im Einsatz. Zusätzlich reinigte er zweimal pro Woche eine etwa 70 Quadratmeter große Etage vollständig – inklusive Saugen und Wischen.

Beeindruckende Saugleistung

Im Bereich der Saugfunktion zeigt der Roboter schnell, warum er zur Spitzenklasse zählt. Die enorme Motorleistung macht sich sofort bemerkbar. Selbst gröbere Verschmutzungen werden ohne Probleme aufgenommen. Besonders positiv fällt dabei die Konstruktion der Seitenbürste auf. Sie fährt weit genug aus, um auch schwer erreichbare Ecken gründlich zu reinigen. Viele Konkurrenzgeräte lassen in diesem Bereich Staub zurück, doch hier wird der Schmutz effektiv zur Hauptbürste transportiert.

Auch Teppiche stellen kein Problem dar. Der Roboter passt seine Leistung automatisch an und entfernt selbst kleinere Partikel zuverlässig aus den Fasern. Nach mehreren Testläufen blieben nur minimale Rückstände zurück. In puncto Saugleistung gehört das Gerät damit ohne Zweifel zu den stärksten Robotern, die aktuell erhältlich sind.

Wischen mit neuer Technik

Ein besonderes Merkmal des Roboters ist seine Wischrolle. Anstelle klassischer Mopps kommt hier eine rotierende Walze zum Einsatz, die kontinuierlich über den Boden gleitet. In der Praxis sorgt diese Technik für eine gleichmäßige Reinigung. Wasser wird konstant aufgetragen, während die Rolle gleichzeitig Schmutz aufnimmt. Durch die regelmäßige Spülung während des Betriebs bleibt die Rolle vergleichsweise sauber.

Ein weiterer Vorteil ist die Reichweite des Systems. Die Wischrolle kann leicht ausgefahren werden, wodurch sie näher an Wände und Möbelkanten gelangt. Dadurch entstehen weniger ungereinigte Randbereiche. Im Alltag bedeutet das eine sichtbar gründliche Wischleistung. Flecken werden zuverlässig entfernt, und der Boden wirkt nach der Reinigung gleichmäßig gepflegt. Doch auch hier zeigte sich im Verlauf des Tests ein Problem, das zunächst nicht absehbar war.

Dreame Aqua10 Ultra Roller Test 21Navigation mit kleinen Schwächen

Moderne Saugroboter verlassen sich auf eine Kombination aus Sensoren, Kameras und Laserscannern, um ihre Umgebung zu kartieren. Auch dieses Modell nutzt eine solche Technik und erstellt bereits beim ersten Durchlauf eine detaillierte Karte der Wohnung. Die Navigation funktioniert in den meisten Fällen zuverlässig. Möbel, Kabel und Stuhlbeine werden problemlos erkannt und umfahren. Selbst komplexe Möbelkonstruktionen meistert der Roboter ohne größere Schwierigkeiten. Auch höhere Türschwellen stellen kein Hindernis dar. Der Roboter kann Höhenunterschiede von bis zu vier Zentimetern überwinden.

Gelegentlich kommt es jedoch zu Fehlinterpretationen. So erkannte der Roboter beispielsweise eine kleine Tasche nicht korrekt und schob sie gelegentlich ein Stück weiter. In einem anderen Fall hing er unter einem Sofa fest, obwohl er drunter passte. Solche Situationen lassen sich meist durch entsprechende Sperrzonen in der App vermeiden, zeigen jedoch, dass selbst moderne Sensorik nicht unfehlbar ist.

Zustand nach mehreren Wochen

Ein wichtiger Aspekt bei Haushaltsrobotern ist die Haltbarkeit. Nach drei Monaten intensiver Nutzung zeigt sich der Roboter in vielen Bereichen erstaunlich robust. Das Gehäuse weist kaum sichtbare Kratzer auf, was darauf hindeutet, dass die Navigation zuverlässig funktioniert und Kollisionen selten auftreten. Auch die Bürsten befinden sich weiterhin in gutem Zustand. Weder die Hauptwalze noch die Seitenbürsten zeigen nennenswerte Abnutzungserscheinungen. Besonders positiv: Selbst Haare haben sich kaum um die Bürsten gewickelt.

Der Akku arbeitet ebenfalls stabil. Eine praktische Funktion erlaubt es, den Ladezustand auf maximal 80 Prozent zu begrenzen, um die Lebensdauer der Batterie zu erhöhen. Die Basisstation erweist sich im Alltag als äußerst komfortabel. Der Staubbeutel musste während des gesamten Testzeitraums nicht gewechselt werden, da er noch längst nicht gefüllt war.

Umfangreiches Zubehör

Ein weiterer Pluspunkt ist der großzügige Lieferumfang. Dreame legt mehrere Ersatzteile bei, darunter zusätzliche Seitenbürsten, Ersatzwalzen, einen weiteren Wischroller sowie mehrere Staubbeutel. Das ist keineswegs selbstverständlich, da viele Hersteller solche Teile separat verkaufen.

Hilfreich ist außerdem eine kleine Reinigungsbürste, mit der sich schwer zugängliche Bereiche der Station säubern lassen. Allerdings fehlt eine praktische Halterung für dieses Werkzeug. Das beigelegte Reinigungsmittel nimmt tatsächlich Gerüche gut auf. Hier können wir nicht klagen. Die Wischrolle, wie man bei einigen Kollegen nachlesen kann, begann während unseres Testzeitraums, nicht zu riechen.

9Fazit: Der Dreame Aqua10 Ultra Roller Complete ist in vielerlei Hinsicht ein beeindruckender Haushaltsroboter. Seine enorme Saugleistung, das innovative Wischsystem und die weitgehend automatisierte Wartung machen ihn zu einem äußerst leistungsfähigen Helfer im Alltag. Vor allem die gründliche Reinigung, die umfangreichen App-Funktionen und der großzügige Lieferumfang hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Auch die Verarbeitung wirkt nach mehreren Wochen Nutzung top.

Wir bedanken uns bei Dreame für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.

L. Zimmermann

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