Zwei Monate nunc. anybeans™ im Alltagstest - Wie gut ist die aktuelle Beta? (Update!)
Zwei Monate ist es mittlerweile bereits her, dass nunc. Seine Innovation „anybeans™“ in der Betaversion veröffentlicht hat. Mit „anybeans™“ ist es allen Besitzern einer nunc. möglich, jeden Espresso, den sie mögen, auf Reisen mitbringen oder von Freunden geschenkt bekommen, auf ihrer nunc. so brühen zu können, dass der Espresso dann so schmecken soll, wie es der Röster vorgesehen hat. Soweit die Theorie. Wir haben uns in den vergangenen zwei Monaten ausführlich mit „anybeans™“ beschäftigt und geben euch im Folgenden unseren Eindruck, wie das Ganze sich in der täglichen Praxis bewährt hat und ob ein Preis von fast 2700 Euro (Stand Juni 2026) auch gerechtfertigt ist.
Aller Anfang ist ungewohnt
Wenn man es ganz genau nimmt, nutzen wir „anybeans™“ schon ein wenig länger, als zwei Monate, da unser Testgerät damals bereits die Möglichkeit bot, die Neuheit auszuprobieren. In den ersten Tagen fanden wir es sehr spannend, neue Sorten einzubinden und fotografierten fleißig Röstungen unterschiedlicher Röstereien, die wir bei uns zum Testen vor Ort hatten. Dabei stellten wir mit Erstaunen fest, wie gut die Daten und Informationen, die das „anybeans™“-Netzwerk benötigt, von der App mittels der Smartphone-Kamera übertragen werden, umgesetzt bzw. erkannt wurden. Mit einer Genauigkeit von ca. 95% hat uns dieser Punkt nahezu restlos überzeugt. Die anderen 5% wurden zwar erkannt, aber entweder waren die
Ursprungsländer noch nicht in der Datenbank zu finden, sodass wir sie nicht händisch nachtragen konnten, oder wurden erst im zweiten Durchgang richtig eingeordnet. Mittlerweile haben die für die App Verantwortlichen bei nunc. hier fleißig weitergearbeitet und weitere Länder hinzugefügt. Weitere Ursprungsländer werden folgen.
Das Einbinden der Röstungen über den NFC-Chip funktioniert auch gut, wenn man darauf achtet, das Smartphone direkt an den Chip zu halten, da die Verbindung – wie der Name sagt – auf eine sehr kurze Distanz ausgelegt ist. Auch mussten wir anfangs noch testen, in welcher Höhe wir das Smartphone an den Chip halten mussten, um die Röstung zu verbinden. Das ist eine kurze Eingewöhnungsphase. Worauf ihr jedoch achten solltet, ist, dass es in eurem Raum hell genug ist. Morgens ohne stärkere Beleuchtung oder Tageslicht kann der Chip nicht richtig mit dem Smartphone korrespondieren. Hier hilft auch die eingeschaltete Handykamera nicht aus.
Womit „anybeans™“ aktuell noch stellenweise deutliche Schwierigkeiten hat, ist der optimale Bezug.
Zwar konnten wir bei unseren Testläufen den Mahlgrad nachvollziehen, der sich tatsächlich den Umgebungsparametern anpasst und in einem warmen Raum meist etwas mehr Mahlgut ausgab, als in kühleren Räumen. Leider lässt sich im „dynamischen“-Modus allerdings der Mahlgrad nicht anpassen, was dazu führt, dass wir als Nutzer auf die errechneten Parameter angewiesen bzw. von ihnen abhängig sind. Hierdurch kam es nicht selten vor, dass der Mahlgrad etwas zu kurz ausfiel und der Puck aufgrund des falschen Mahlgrads nasser war, als er es hätte sein sollen. Dies ist bei dergleichen Röstung mal besser, mal schlechter ausgefallen. In einigen Fällen liefen die Shots zu lang, wodurch wir beispielsweise bei 19,5g in 50g out bei einer Zeit von 45 Sekunden hatten. Ja: Man ist im Beta-Modus und ja, man gibt sich wirklich Mühe. Aber wenn ich ein Produkt so blumig ankündige, muss schon mehr dabei rumkommen!
Ein Wort zum Pro-Modus, mit dem ihr den Mahlgrad auch verändern könnt: Hier habt ihr beispielsweise die Zahl 100 stehen. Aber nirgendwo steht erklärt, was diese Zahl bedeutet. Erst auf Nachfrage wurde uns mitgeteilt, dass es Mikrometer sind, also der Abstand der Mahlscheiben in der Feinjustierung. Auch hier hätten wir uns mehr Erklärungen in der App gewünscht.
Fazit: Nach knapp über zwei Monaten können wir sagen, dass „anybeans™“ eine gute Idee ist, deren Umsetzung noch an einigen Stellen ordentlich hakt und noch nicht zu 100% ausgereift ist. Die Bezüge laufen derzeit häufig zu schnell, was allerdings nur den dynamischen Modus betrifft. Manchmal liefen sie auch bei denselben Werten zu langsam, was ebenfalls auf die Mühle als eine Schwachstelle hinweist. Aktuell erinnert das Ganze noch ein wenig an eine verbesserte Kapselmaschine, von denen es ja auch hervorragende Modelle gibt, als einen vollausgereiften Siebträger.
