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App-Test: Good Notes 5 für iPhone und iPad

GoodNotes5Besitzer eines iPads kennen das: Handschriftliche Notizen mal eben zu machen ist gar nicht mal so leicht. Denn auch wenn das von Apple implementierte „Notes“ gar nicht mal so schlecht ist, hat auch die neue Version unter iOS 12 mit Schwächen zu kämpfen. Bessere Alternativen gibt es auf dem Markt zuhauf. Aber auch hier wartet jedes Programm mit Stärken und Schwächen auf. Eine App, die wir euch im vergangenen Jahr bereits vorgestellt haben und die besonders gut mit dem Apple Pencil zusammenarbeitet, ist „GoodNotes“. Die App liegt nun aktuell in der heiß ersehnten Version 5 vor und wir durften zum Launch „GoodNotes 5“ für euch testen. Was das Update so alles zu bieten hat, ob die Kritik der Nutzer zu Herzen genommen wurde und welche Schwächen möglicherweise noch auf Verbesserungen warten, erklären wir euch im Test.

Alles neu oder Evolution statt Revolution?

Zunächst einmal sei gesagt, dass wir uns in diesem Test nur mit den Neuerungen, Verbesserungen bzw. Veränderungen der aktuellen Version 5 beschäftigen werden. Wer generell etwas zu GoodNotes wissen möchte, dem empfehlen wir die Lektüre unseres Tests von GoodNotes 4.

Kommen wir also zum ersten Punkt: Den optischen Anpassungen und der Ordnerstruktur. Bereits nach der Installation stellt sich die aktuelle Fassung von GoodNotes mit einem neuen, leicht überarbeiteten Icon auf dem iPad vor. Wer die Vorgängerversion auf seinem Tablet hatte, kann diese auf Wunsch ebenfalls nutzen. Der Datenimport ist kinderleicht, da das Programm dies mit nur einer Button-Bestätigung quasi von selbst erledigt. Die neue Übersichtsseite zeigt, dass die Entwickler das Programm optisch ein wenig überarbeitet haben. So erscheinen auf der Hauptseite „Dokumente“ die von euch angelegten Ordner in kleiner (Listen) oder großer Ansicht – je nach Einstellung. Ein Tipp auf den „Neu“-Button öffnet eine Übersicht. Hier könnt ihr nun bequem wählen, ob ihr ein Notizbuch oder einen Ordner (oder Unterordner auf verschiedenen Ebenen) erstellen wollt, ein Bild hochladen möchtet, mit der Kamera arbeiten wollt, etwas importiert oder mit „QuickNote“ (ebenfalls neu) sofort etwas aufschreiben möchtet. Das funktioniert sehr einfach. Die Ordnerstruktur wurde endlich überarbeitet, sodass ihr nun eine weit bessere Übersicht habt, als dies noch in Version 4 der Fall war. Ebenfalls neu sind die Favoriten. Wer einen Favoritenordner beispielsweise haben möchte, der muss einfach nur auf den kleinen Stern am rechten Ordnerbereich tippen und schon wird dieser als Favorit rot markiert. Einfacher geht es nun wirklich nicht mehr. Schön, dass die umständlichen (und auch etwas nervigen) Kategorien der Vergangenheit angehören. Die Favoriten werden über einen Tipp auf das entsprechende Symbol auf der Hauptseite aufgerufen und angezeigt. Das Ganze funktioniert allerdings nicht nur mit Ordnern, sondern auch mit einzelnen Dateien.

Eine weitere Verbesserung bietet die wechselnde Darstellung. Ab sofort ist es möglich, nicht nur vertikalen sondern auch horizontalen Bildlauf zu nutzen. So kommt man ganz schnell von einer Seite zu einer anderen. Die optische Gestaltung der Einbände der einzelnen Notizbücher sieht jetzt hübscher und zeitgemäßer aus. Auch stehen euch mehr Cover und Papiersorten zur Verfügung, als in GoodNotes 4. Unterteilt sind die Papiersorten in herkömmliches Papier (liniert, kariert, blanko etc.), Schreibpapier, Planungen und Musik. Komischerweise sind die Bezeichnungen der Papiersorten in englischer Sprache aufgeführt. Natürlich könnt ihr auch die Farbe des Papiers sowie das Format nach Belieben ändern und ganz euren Wünschen anpassen. Einen dicken Pluspunkt bietet auch die Suche in sämtlichen Dateien bzw. Ordnern. Mit dieser überarbeiteten Suche ist es auch möglich, in handschriftlichen Notizen und sogar in PDF-Dateien zu suchen.

Möchte man in einem Dokument schreiben, stellt man – im Vergleich zum Vorgänger – fest, dass die Werkzeugleiste optisch überarbeitet und erweitert wurde. Hier fallen direkt die Radiergummidicke und die Farbe und Dicke des Stiftes auf. In Version 5 habt ihr nun die Möglichkeit, nur Textmarker zu entfernen, was ein echter Vorteil ist. Erstmalig mit dabei ist der Pinsel für Künstler. Dieser erweitert das Angebot um einen dritten Stift. Füllfederhalter und Kugelschreiber sind die beiden klassischen Alternativen. Darüber hinaus hat man bei GoodNotes auch an der Technik gearbeitet. Dank der optimierten Ink-Technologie sieht das Geschriebene nun noch besser (so eine schöne Schrift hätten wohl manche auch gerne in Natur) aus und das Schreiben fühlt sich ein klein wenig natürlicher an, wenngleich man nach wie vor auf Glas schreibt. Dies kann auch eine Software nicht ändern. Die Umwandlung der Handschrift in digitale Schrift klappt gut, vorausgesetzt, ihr habt keine allzu extreme Sauklaue. Schön ist, dass ihr nun nicht mehr nur seitlich durch die verschiedenen Blätter streichen könnt, sondern auch von oben nach unten und umgekehrt. So tritt das Gefühl auf, man habe einen Block vor sich. Wer für seinen Alltag häufig das Geometrie-Werkzeug nutzte, darf sich ebenfalls über eine Optimierung freuen: Die Formen können farblich ausgefüllt werden und die Linien werden vom Programm nachgezogen. Dies gab es allerdings schon in Version 4. Auch können jederzeit Fotos bequem mit einem Tipp eingefügt und bearbeitet werden. Die Schrift selbst kann – wie beim Vorgänger – mittels „Lasso“-Werkzeug verschoben werden. Ab jetzt können Texte und Zeichnungen mit diesem Tool auch gedreht werden. Last but not least wurden auch einige neue Schriftarten eingeführt, Hintergrundfarben werden geboten und die Möglichkeit, Wörter richtig zu buchstabieren wurde vereinfacht. Wer seinen Text zu Präsentationen benötigt, der kann mit einem Tipp die Werkzeugleiste verbergen und danach das Bild vergrößern, um den Modus zu nutzen.

Die fehlenden Features aus Version 4, den Präsentationsmodus, das automatische Backup und das Bennenen der Favoriten, wird demnächst per Update nachgereicht, so die Entwickler. Was wir uns noch wünschen, sind die Einbindung weiterer Dienste wie Dropbox und Co, das Einfügen von Aufzählungszeichen und das Nutzen zweier Dokumente parallel. Warum man jedes Mal die Scrollrichtung ändern muss und das Ganze nicht dauerhaft festgelegt bleibt, ist ebenfalls ein Rätsel. Auch eine individuelle Anpassung der Werkzeugleiste gibt es nach wie vor nicht. Hier kann für Version 6 noch nachgebessert werden.

9Fazit: „GoodNotes 5“ wartet mit einigen guten Verbesserungen auf wie der neuen Ordnerstruktur, der optimierten und erweiterten Werkzeugleiste, der schnellen Festlegung von Favoriten, der verbesserten Bildlaufrichtung sowie dem verbesserten (zeitgemäßeren) Design. Einige Dinge sollten noch optimiert werden, was jedoch kleinere Updates beheben. Somit haben wir mit dem Sprung auf Version 5 eine Evolution anstelle einer Revolution einer tollen App, die wir jedem empfehlen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Time Base Technology für den zur Verfügung gestellten Review-Code.

L. Zimmermann

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