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Medal of Honor: Above and Beyond | Review (Oculus Quest 2)

MoHLange bevor der alljährliche Kampf zwischen „Call of Duty“ und „Battlefield“ um die Gunst der Spielerinnen und Spieler begann, gab es eine Rivalität, die nur die älteren unter euch kennen dürften. Die Rede ist von „Medal of Honor“ vs. „Call of „Duty“. Nachdem sich allerdings erstgenannter Titel vor Jahren schon aus dem Rennen um die Ego-Shooter Krone“ verabschiedet hatte, wurde es ruhig um „Medal of Honor“. Dies änderte sich, als Respawn Entertainment ankündigte, einen komplett für die VR-Brillen entwickelten Ableger der beliebten Reihe auf den Markt zu bringen.

Nachdem vor ungefähr einem Jahr „Medal of Honor: Above and Beyond“ für die Oculus Rift und SteamVR erschien, warteten Besitzer eine Quest(2) sehnsüchtig auf eine Veröffentlichung für ihre Brille, um die Einsätze im Zweiten Weltkrieg auch kabellos spielen zu können. Wir haben für euch den Titel auf Herz und Nieren geprüft und verraten im Test, wie uns „Medal of Honor: Above and Beyond“ gefallen hat und wie viel Spaß es uns machte, mitten drin statt nur dabei zu sein.

Virtuelle Moorhuhnjagd oder clevere Kämpfe?

Ein Problem der verschiedenen Ego-Shooter-Reihen ist seit jeher die KI. Diese bietet (auch in diesem Jahr mit „Call of Duty: Vanguard“ jede Menge strunzdummer Soldaten, die sich in bester Moorhuhn-Manier dumm verhalten und sich ohne Probleme beseitigen lassen. Dies ist leider auch bei „Above and Beyond“ der Fall. Denn wer hier taktische Schachzüge der Feinde oder Gegner erhofft, die Verstärkung rufen, euch einkesseln oder sich clever verschanzen, der wird enttäuscht. Zwar ist das Spiel recht abwechslungsreich ausgefallen und kann mit einigen interessanten Settings aufwarten. Doch wenn sich die Gegner so verhalten, wie sie es in den meisten Shootern tun, leidet auch „Medal of Honor: Above and Beyond“ unter Glaubwürdigkeitsproblemen.

Mit Einschränkungen

Bei der Umsetzung auf der Oculus Quest 2 kommt darüber hinaus noch zum Tragen, dass die VR-Brille natürlich nicht mit der Power eines PCs mithalten kann und deshalb die Grafik sichtbar schwächer daherkommt. So sehen die Texturen stellenweise recht matschig aus (über Gestik und Mimik der Charaktere wollen wir lieber nicht sprechen), kommt es immer wieder zu Rucklern, die dem Magengefühl nicht unbedingt zuträglich sind und gibt es Probleme bei der Bildrate, die immer wieder deutlich in die Knie geht. Wie das besser geht, zeigen diverse andere aktuelle Titel. Neben der schwächeren Grafik kommen aber noch andere auf die Immersion einwirkenden Faktoren hinzu: So funktionierte bei uns im Test das Tracking nicht immer sauber, wodurch das Wechseln von Waffen oder das (stellenweise komplizierte) Nachladen eher zum Glücksspiel wurde und im schnellen Gefecht das Werfen von Granaten nicht zielgenau (oder teilweise gar nicht) möglich war. Darüber hinaus wurden Dialoge einige Male mitten drin abgebrochen, was ebenfalls die Immersion störte.

Fazit: „Medal of Honor: Above and Beyond“ auf der Oculus Quest 2 zu veröffentlichen, ist in meinen Augen keine besonders schlaue Idee – zumindest wenn es so 6gemacht wird, wie es Respawn Entertainment hier gemacht hat. Die Umsetzung krankt an allen Ecken und Enden und ist nur ein Schatten der einstmals so beliebten PC- und Konsolen-Reihe. Dafür den Vollpreis zu bezahlen, kann ich somit nur den ganz hartgesottenen Fans der Serie empfehlen. Alle anderen greifen zu besser portierten Genre-Umsetzungen als dieser hier.

Die inn-joy Redaktion vergibt 6 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Electronic Arts für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

L. Zimmermann

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