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Escape Room: Das Spiel - Duo

EscapeRoomDuoSeit knapp zwei Jahren stellen wir euch die „Escape Room: Das Spiel“-Titel von Noris Spiele vor. Die Reihe zeichnet sich dadurch aus, dass es hier nicht nur um einfache Escape-Geschichten geht. Vielmehr hat man bei Noris Spiele den haptischen Part mit in den Vordergrund gestellt und setzt bei allen Teilen auf den so genannten „Chrono Decoder“, einem interaktiven Zeitmesser, der gleichzeitig Bestandteil diverser Rätsel ist. Über einen Schlüssel-Mechanismus gibt er euch darüber hinaus an, ob ihr Rätsel richtig gelöst habt.

Nachdem Noris nun diverse Ableger auf den Markt gebracht hat, erweitert man das Spielkonzept durch „Escape Room: Das Spiel - Duo“. Was das Besondere an diesem Teil ist und inwieweit uns das Konzept in der Praxis auch überzeugen konnte, lest ihr im Folgenden.

2,5 in einem und eine App

Mit der neuen Box erhaltet ihr zwei neue „Fälle“, ein Tutorial und sogar eine App, die den Chrono Decoder virtuell darstellt. Diese gibt es seit der Erweiterung „Virtual Reality“. Wer also nicht immer den klassischen batteriebetriebenen Decoder mitschleppen möchte, wer eher auf digitale „Gimmicks“ Wert legt oder einfach Platz in seinem Regal benötigt, kann die entsprechende App aus dem App Store oder Play Store herunterladen. Um euch unsere Erfahrungen mit dem virtuellen Chrono Decoder schildern zu können, haben wir uns die Android-Version auf unser Tablet geladen. Die App selbst ist eine abgespeckte Version des klassischen Decoders und fokussiert sich vor allem auf die Anzeige der noch verbleibenden Zeit und die Eingabe der Schlüssel. Darüber hinaus spielt sie dem Thema entsprechende Musik und Souns-Samples ab, was die Atmosphäre durchaus verdichtet. Dieses Feature musste beim klassischen Decoder durch eine App ergänzt werden. Ein wenig schade ist, dass bei der App nur ein paar wenige Schlüssel vorzufinden sind. Somit wird das Auswahlverfahren doch etwas eingeschränkt und das Schlüssel-Sammeln ein wenig erleichtert. Mir persönlich als ohne Smartphone aufgewachsener Brettspiel-Fan gefällt einfach das Haptische der klassischen Version besser. Doch das ist natürlich eine reine Geschmackssache und schlägt sich daher nicht negativ auf die Bewertung nieder. Schön wäre es allerdings gewesen, wenn die Entwickler die App interaktiver gestaltet und mehr mit einbezogen hätten. Hier punktet dann doch der batteriebetriebene Decoder der Basis-Version von „Escape Room: Das Spiel“.

Doch kommen wir nun zu dem, was die neue Box enthält. Dies ist zum einen das Tutorial „Kidnapped“ sowie die beiden „Räume“ namens „Prison Island“ und „Asylum“. Pate standen hier reale Escape Raum-Themen wie „Alcatraz“ oder „Die Irrenanstalt“, die bei diversen Anbietern als „Flucht-Räume“ zu finden sind.

Hier eine kurze Beschreibung des Herstellers zu den Hintergrundgeschichten der „Fälle“:

Kidnapped

Ein stürmischer Wind fegt durch den Wald. Das Rascheln der Blätter lasst euch immer wieder aufschrecken. Ist da jemand? Ihr sucht schon seit Stunden nach einer Strasse oder einem Licht, das euch die Richtung weisen könnte. Irgendwie werdet ihr das Gefühl nicht los, dass ihr verfolgt werdet...

Plötzlich taucht aus dem Nichts eine Hand vor dir auf und presst sofort deinen Mund zu. Panisch versuchst du dich zu wehren, doch mit einem dumpfen Schlag auf deinen Hinterkopf wird plötzlich alles schwarz. Ohnmächtig sinkst du zu Boden.

Wenig später wacht ihr in Panik auf. Wo seid ihr? Du spürst kühlen Steinboden unter dir und hörst ein Ticken in diesem streng riechenden Raum. Auf den Stufen entdeckt ihr einen Wecker, mit einer Notiz: “Geniesst eure letzten Minuten.“ Es sieht so aus, als würde euch der Kidnapper noch 15 Minuten geben, bevor er euch nochmal aufsucht!

Prison Island

Seit neun Jahren habt ihr auf diesen Moment gewartet. Heute werdet ihr endlich von Prison Island entkommen!

Früh morgens wurdest du von drei grimmigen Wachen aus deiner Zelle geholt, die dich in das Büro des Gefängnisdirektors brachten. Er erzählte dir, dass er ein Problem mit seinem Computer hat, das sofort gelöst werden muss. Da du der einzige Mensch auf der Insel mit IT-Kenntnissen bist, wirst du regelmäßig um Hilfe gebeten. Dieses Mal war das Problem größer als sonst: Der Computer wurde zum Opfer einer Cyberattacke. Genau wie geplant! Während du „dein Bestes“ versuchst, den Angriff zu stoppen, wird der Direktor angerufen. Angeblich gab es wohl eine Revolte in einer der Zellen, die von einem der elf Mithäftlinge gestartet wurde. Der Direktor verlässt, gemeinsam mit zwei Wachen, schnell sein Büro. Nur eine der Wachen bleibt bei dir. Du fackelst nicht lange und schlägst die Wache K.O.

Schnell nimmst du sein Feuerzeug, öffnest die oberste Schublade des Schreibtisches und findest darin einen Schlüssel und die Schlüsselkarte des Direktors. Du schaust auf deine To-Do-Liste und siehst sofort: der erste Schritt in die Freiheit ist gemacht! Du zündest das Papier an und innerhalb weniger Sekunden geht der Feueralarm an. Die Flucht hat begonnen! Es bleibt nur eine Stunde, um von der Insel zu entkommen, bevor die Wachen sie abgeriegelt haben!

Asylum

Eure Freundin Diane wurde in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, obwohl sie nur einen epileptischen Anfall hatte. Sie darf nicht besucht werden, ihre einzige Verbindung zur Außenwelt sind Briefe, die sie euch schreibt. In ihrem letzten Brief hat sie geschrieben, dass bei ihr morgen um 14:00 eine Lobotomie durchgeführt werden soll. Ihr entscheidet euch, sie so schnell wie möglich aus der Anstalt zu befreien. Denn ihr seid sicher: Nach der Behandlung - bei der das Hirn mit einer Nadel punktiert wird, die über den Augen eingeführt wird - wird Diane nicht mehr die selbe Person wie zuvor sein.

Es gelingt euch durch einen gefälschten Nervenzusammenbruch vor den Toren der Anstalt selbst eingewiesen zu werden. Ihr bemerkt erst jetzt die schiere Größe der Anstalt, in der schon seit vielen Jahrzehnten Menschen mit mentalen Problemen eingeliefert werden. Ihr hört Heulen und Schreien aus den Gängen, doch woher sie stammen, ist unklar. Hoffentlich macht dieser Ort euch nicht verrückt…

Während „Kidnapped“ wie bereits erwähnt als Tutorial fungiert und mit Schwierigkeitsstufe zwei angegeben wird, steigert sich das Spiel im Verlauf und gibt die Schwierigkeitsstufe drei für „Prison Island“ und vier für „Asylum“ aus. Empfohlen wird der neue Ableger für Spieler ab 16 Jahren. Allerdings empfanden wir während unseres Tests das Spiel auch durchaus für etwas jüngere Spieler geeignet.

Wie auch bei den bislang erschienenen Erweiterungen, besteht das neue „Escape Room: Duo“ aus einem Hauptplan sowie verschiedenen Umschlägen, welche erst im Verlauf der 60 Minuten, die ihr insgesamt für das Lösen des Spiels zur Verfügung habt, öffnen dürft. Darüber hinaus stehen euch Lösungshinweise zur Verfügung. Diese können, müssen aber nicht genutzt werden. Hierdurch – und durch neue Storyelemente – wird ein realer „Gamemaster“ simuliert.

Das Tutorial sollt in etwas einer Viertelstunde gelöst werden, was auch durchaus zu schaffen ist, da es – für „Escape Room“-Verhältnisse einfach(er) gehalten wurde. Für Einsteiger ein gut gemachtes und willkommenes Feature, das Lust auf Mehr macht. Die beiden eigentlichen neuen Spiele sind wieder gelungen und machen dank abwechslungsreicher Rätsel Spaß. Auch die Hintergrundgeschichten wissen zu gefallen. Während man „Prison Island“ auch als Gelegenheitsspieler ohne allzu große Schwierigkeiten angehen kann, fordert „Asylum“ auch Profis durchaus heraus. Man muss schon extrem genau schauen und aufpassen, um alle Rätsel verstehen und somit auch innerhalb der Zeitvorgabe lösen zu können. Bei „Asylum“ haben wir es leider nicht ganz geschafft. Schön ist, dass ihr das Material online herunterladen und ausdrucken könnt, um das Spiel weiterverschenken zu können. Ebenfalls gelungen ist, dass sich das Spiel nach und nach erweitert und – im wahrsten Sinne des Wortes – regelrecht vor euch auf dem Tisch entfaltet. So wird man sehr schön ins Geschehen eingebunden. Etwas schade ist, dass auch hier auf dem Spielplan nicht immer alles ganz optimal auf den ersten Blick zu sehen ist, da einige Details recht klein geraten sind. Ein Problem, welches wir schon bei den Vorgängern monierten. Darüber hinaus ist die Materialqualität aber durchweg gelungen.

9Fazit: Nach dem leichten „Durchhänger“ bei „The Magician“, kehrt „Escape Room: Das Spiel – Duo“ wieder zu alten Stärken zurück. Die Story ist gelungen, die Rätsel sind abwechslungsreich und kniffelig. Schade, dass es keine wirklich überraschenden Wendungen innerhalb der Story gibt. Dies wäre – neben etwas besser zu entziffernden Spielplänen – für weitere Teile wünschenswert.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Noris Spiele für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

U. Sperling

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