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Ratchet & Clank: Rift Apart | Review (PS5)

RatchetBild1Seit den guten, alten PS2-Tagen gehören der Lombax Ratchet und sein kleiner Roboter-Freund Clank zu den festen Größen der PlayStation-Konsolen. Neben aberwitzigen Storys, kunterbunten Spielwelten, einer interessanten Mischung aus Jump & Run mit Kampfeinlagen und jeder Menge Humor war es vor allem die hohe Qualität, welche die Titel von Anfang an zu einem „Must buy“ machten. Ob „Ratchet & Clank: Rift Apart“ den zurecht hohen Ansprüchen der Fans gerecht werden kann? Wir haben es für euch herausgefunden.

Endlich ein „richtiges“ PS5-Spiel!
Sonys Kommunikations-, Marketing- und Unternehmenspolitik im Bezug auf seine Konsolenreleases war in der Vergangenheit (wie auch bei Hauptkonkurrent Microsoft) häufig Keimzelle einiger Fehlentscheidungen, Missverständnisse und Unmut bei den Fans. So auch bei der aktuellen PS5. Von der ewig langen Warterei auf Konsoleninformationen über misslungene Präsentationen (Grüße gehen raus an Mark Cerny!) bis hin zur Verfügbarkeit, der Preisentwicklung und den angeblich exklusiven PS5-Titel, von denen viele wichtige nun (leider) doch noch für die PS4 erscheinen werden, was zwanghaft dazu führen wird, dass PS5-Besitzer bei der Qualität ihrer Spiele Abstriche machen müssen. Begründet wird das dann unter anderem damit, dass man der Community nicht vor den Kopf stoßen möchte usw. Doch im Endeffekt geht es doch nur noch um Profitmaximierung, weshalb (nicht zuletzt aufgrund des noch recht überschauberen Marktanteils der PS5) die zahlreichen PS4-Spieler nicht außen vorgelassen werden können, um eine maximale Profitabschöpfung zu generieren. So allerdings hat man sich auch das letzte Argument genommen, etlichen potentiellen PS5-Kunden „die Neue“ schmackhaft zu machen.

Sorry, dass ich jetzt so weit vom Thema abgekommen bin! Doch das musste auch mal gesagt bzw. geschrieben werden. Doch nun zurück zum Test. Denn mit dem neuen Ratchet & Clank beweisen die Entwickler von Insomniac Games „Mut zur Lücke“, indem sie eben nicht darauf eingehen, möglichst vielen Nutzern ihren Titel anzubieten und damit unweigerlich Kompromisse einzugehen, sondern den Titel ausschließlich auf der deutlich leistungsstärkeren PS5 herauszubringen. Warum, wird spätestens nach dem Start des Spiels klar: Die Areale, die euch hier geboten werden, sind derart komplex, mit Leben gespickt und voller Details und Explosionen, dass die PS4 nicht in der Lage gewesen wäre, dies alles auf dem Niveau der Vorstellung der Entwickler realisieren zu können. Denn der typische „Flaschenhals“ der PS4, der Speicher und die Festplatte, limitieren hier das Bildschirmgeschehen zu keiner Zeit. Hinzu kommt Raytracing, zu dem die alte Konsole noch gar nicht fähig war. Auch werden nun die teils elend langen Ladezeiten der alten Konsolengenerationen beinahe eliminiert. Durch die ultraschnelle Festplatte ist das Spiel nach dem Laden ruckzuck da! Sollte es dennoch einmal Ladezeiten geben, so werden diese geschickt in Zwischensequenzen, Flüge oder Kameraeinstellungen vorgenommen, sodass das Laden lediglich durch das obligatorische „Ladezeichen“ sich bemerkbar macht. Die Grundlagen für ein „echtes „Next-Gen Spiel sind also gegeben.

Lass doch mal den Bösewicht siegen!
Dies mögen sich die Entwickler wohl beim Brainstorming der neuen Hintergrundgeschichte von „Rift Apart“ gedacht haben. Denn all die Jahre hat Oberfiesling Dr. Nefarious immer das Nachsehen gehabt. Nun aber gelingt es ihm, das Ruder an sich zu reißen und eine Welt zu erschaffen, in welcher er der uneingeschränkte Herrscher ist. Also machen sich Ratchet & Clank auf, um Dr. Nefarious bzw. sein dunkles Alter Ego, Imperator Nefarious, zu besiegen und alles wieder zum Guten zu führen.

Da es eine Parallelwelt gibt, existieren auch ein Alter Ego zu Ratchet und seinem kleinen Sidekick in Gestalt von Rivet und einer kleinen Roboterdame namens Kit sowie einige neue Charaktere. Während der umfangreichen Story seid ihr allerdings nicht nur mit den beiden Lombaxen und Robotern unterwegs. Auch ein kleiner „Virenkiller“ namens Glitch hilft euch dabei, Steuerungskonsolen zum Laufen zu bringen.


Dass sich die Entwickler von Insomniac Games zwei neue Hauptcharaktere in die Handlung eingebunden haben, gibt dem Ganzen eine erfrischende Note. Auch wenn die Probleme der beiden Lombaxe und ihrer Sidekicks ähnlich sind, ist es doch berührend, wenn sie sich im Dialog über ihre Sorgen, Ängste und Hoffnungen unterhalten, das erste Mal begegnen und ihre Mission zusammen bestehen. Der Wechsel zwischen Rivet, die auf dieselben Waffen wie Ratchet sowie identische Ausrüstungen und Verbesserungen der Waffen verfügt, macht eine Menge Spaß. Schön, dass sich die Entwickler trotz der zahlreichen actiongeladenen Kämpfe immer wieder Zeit nehmen, ihren Figuren eine gewisse Tiefe zu verleihen, sodass die Identifikation wunderbar möglich ist. Wie bei Pixar-RatchetBild2Filmen, kann man als Zuschauer und Spieler mit den Charakteren mitfühlen. Auch der Humor ist wieder hervorragend umgesetzt worden. Nicht nur das Vierergespann hat jede Menge unterhaltsamer Sprüche auf Lager. Auch die NPCs, Gegenspieler und sogar Glitch warten mit vielen Monologen, Dialogen und hier und dort auch mal einer kurzen Rede auf. Ein Lob gilt dabei der deutschen Synchro mit den bekannten Stimmen der Vorgänger, die absolut genial agiert. Die Audioabmischung ist ebenfalls gelungen. Mit dem Pulse-Kopfhörer nehmt ihr sofort war, aus welcher Richtung Feinde kommen. Die Explosionen werden durch einen trockenen Subwoofer unterstützt, die Feindetailwiedergabe macht auch noch so leise Geräusche hörbar und der Soundtrack ist stimmungsvoll.
Grafisch spielt Ratchet & Clank: Rift Apart in einer ganz anderen Liga als all das, was ihr bislang auf den Sony-Konsolen gesehen habt. Auch wenn der Comic-Look vorgaukelt, dass es sich um ein „Kinder-Spiel“ handelt, bietet der Titel für jeden etwas. Konnte man den Entwicklern in der Vergangenheit stets vorhalten, dass die Spielwelt von Ratchet & Clank recht steril oder „aufgeräumt“ wirkte, sieht es hier vollkommen anders aus. An allen Ecken und Ende passiert etwas. Figuren diskutieren miteinander, gehen ihrer Arbeit nach, Raumschiffe ziehen durch den Himmel, Städte scheinen regelrecht zu atmen und all das geht komplett ohne Ruckler, Tearing oder schlecht aufgelösten Texturen über die Bühne. Da möchte man in so manchem Kampf einfach innehalten, um zuzuschauen und die vielen Ideen, die Insomniac Games hier umgesetzt haben, zu genießen. Gut, dass es immer wieder ruhigere Momente gibt, die dies ermöglichen!

Der Sprung durch die Dimensionen
Wie im Vorfeld ja immer wieder berichtet, lebt Ratchet & Clank: Rift Apart nicht nur von den Geschehnissen in einer Welt, sondern wechselt durch die Zeit- und Raumrisse blitzschnell in eine Parallelwelt, die vollkommen ohne Ladezeiten daherkommt. Diese Dimensionssprünge könnt ihr euch zu Nutzen machen, um näher an eure Gegner zu gelangen, vor Feinden kurz zu verschwinden und vieles mehr. Allerdings sind die „Dimensionslöcher“ nur an wenigen Punkten zu finden und der Wechsel findet weniger statt, als zunächst erhofft. Auch nutzt sich der „Wow“-Effekt nach den ersten Dimensionssprüngen ein klein wenig ab. Dennoch ist es eine absolut erfrischende Abwechslung für die Serie und auch das Genre.

Apropos Abwechslung: Natürlich darf auch die Unterstützung des DualSense-Controllers nicht fehlen. Neben dem haptischen Feedback ist es vor allem die Umsetzung der Möglichkeiten der adaptiven Trigger, die eine tolle Erweiterung des Spielgefühls bieten. Drückt ihr leicht auf die R2-Taste, feuern Ratchet oder Rivet beispielsweise einen Schuss, drückt ihr die Taste hingegen komplett durch, so schießen die Waffen eine doppelte Ladung ab.

Kommen wir abschließend noch zur Beantwortung der Frage, für welchen Spielertypen der neue Ableger geeignet ist und ob man als Neuling die alten Teile gespielt haben muss, um die Handlung von Rift Apart überhaupt verstehen zu können.
Da es mehrere Schwierigkeitsgrade gibt, ist das Spiel für alle Spielertypen gleichermaßen geeignet. Auch die automatischen Speicherpunkte sind absolut fair gesetzt. Während Einsteiger langsam an das Gameplay herangeführt und hier und dort bei der Hand genommen werden, erfreuen sich Kenner der Reihe am altbekannten Spielgefühl mit herausfordernden, aber nie überfordernden Gegnern. So muss das! Ob man die bislang erschienenen Teile kennen sollte? Dies beantworten wir mit einem Jein. Natürlich ist es schön, jede noch so kleine Anspielung zu verstehen, wenn einer der Charaktere auf gewisse Dinge Bezug nimmt oder hier und dort etwas zu sehen ist, was bereits früher einmal eine Rolle spielte. Doch auch vollkommen unbedarfte Spieler werden der Handlung ohne größere Probleme folgen können.

Fazit: Da ist er also – der Systemseller für die neue PS5! Solltet ihr zu denen gehören, die eine der zu Beginn doch wenigen verfügbaren Konsolen ergattern konnten, ist Ratchet & Clank: Rift Apart 10eom absoluter Pflichtkauf! Endlich ein Spiel dass sich nicht einschränken muss, weil es noch auf der alten Konsolenhardware laufen muss, das zeigt, dass Neulinge und Veteranen gleichermaßen glücklich werden und ein Vorzeigetitel für die technischen Machbarkeiten auf der PS5 ist. Besser geht es derzeit (noch) nicht!

 

Die inn-joy Redaktion vergibt 10 von 10 Punkten.


Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Sony für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.


U. Sperling

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