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Sackboy: A Big Adventure | Review (PS5)

SackboyBild1In den vergangenen Jahren hat er mit seinem knuffigen Charme, einer schier unendlichen Kreativität seiner Entwickler und kunterbunten Spiel-Welten die Herzen der weltweiten Fangemeinde gekapert und seit seinem allerersten Auftritt auf Sonys PlayStation 3 auch nicht mehr losgelassen. Die Rede ist vom „Sackboy“, jenem kleinen Jute-Helden aus „LittleBigPlanet“ aus dem Jahre 2008 und den ambitionierten Nachfolgern. Daher war es auch nur eine Frage der Zeit, bis Sony auch zum Start der neuen PS5 einen Ableger ankündigen würde. Doch dieses Mal steht nicht der kreative Editor mit seinem gigantischen Baukasten im Vordergrund. Stattdessen haben die Entwickler (wie bereits ab Teil 3 zeichnet auch hier Sumo Digital anstatt die ursprünglichen Entwickler von Media Molecule verantwortlich) einen waschechten Jump 'n' Run -Titel auf den Markt gebracht, der nicht nur von der Leistungsfähigkeit der neuen Konsole profitiert, sondern auch die Vorzüge des DualSense-Controllers unter Beweis stellen soll. Wir haben uns den Launch-Titel geschnappt und uns ins neuste Abenteuer des Sackboy gestürzt.  
 
Sackmäßiger Spaß und ganz viel Liebe zum Detail
Da ist sie also: Die neuste Fortsetzung des millionenfach verkauften „Little Big Planet“. Doch dass es bereits einen neuen Weg am Horizont gibt, wird bereits durch die Umbenennung deutlich, die mit „Sackboy: A Big Adventure“ den kleinen Jute-Helden mehr in den Mittelpunkt stellt. Denn – wie bereits eingangs erwähnt – geht es im neuen Ableger der beliebten Reihe nicht um kreative Welten, die von euch erschaffen werden, sondern ausschließlich um ein (nicht minder kreatives) Jump 'n' Run für bis zu vier Spieler. Neben der neuen PS5 kann der Titel natürlich auch noch auf der „alten“ PS4 gespielt werden. 
Eine weitere Neuerung ist die veränderte Perspektive, die weg von der klassischen isometrischen 3D-Ansicht geht. Dummerweise machen die Entwickler es den Spielern ein wenig schwerer als nötig, da die Kamera fest installiert ist und ihr so nicht immer den besten Blickwinkel auf das Bildschirmgeschehen habt. Andererseits können sie so einige Dinge innerhalb der Level besser verstecken. 
 
Neue Story
Um euch von Anfang an für den Titel zu begeistern, haben sich die Entwickler eine kleine, aber feine Story einfallen lassen, die sie äußerst liebevoll präsentieren und erzählen. Im Mittelpunkt stehen Sackboy und der böse Schurke Vex, der alle Bewohner von Craftworld, so der Name von Sackboys Heimat, mit einem Staubsauger aufsaugt, da er für seine Machenschaften willenlose Arbeiter benötigt. Hier tritt Sackboy auf den Plan. Nur knapp rettet er sich in eine kleine Rakete. Was bleibt, ist die Einsamkeit und die Hoffnung, die anderen Sacklinge in den fünf großen Welten wieder zu finden. 
 
SackboyBild2Zunächst nimmt euch der Titel an die Hand und weist euch in die Steuerung ein. Diese funktionier wieder einmal tadellos und unterstützt den neuen DualSense-Controller, auch wenn die Funktionen nicht an die Genialität von „Astro’s Playroom“ herankommen. Die Architektur der einzelnen Level wurde wieder einmal mit unglaublich viel Liebe zum Detail, ganz viel Herzblut und jeder Menge Humor und Charme entworfen. Egal ob ihr Fan der ersten Stunde oder „Frischlinge“ seid: Sackboy und seine Welt kann man einfach nur lieben! Neu im Spiel sind verschiedene Gadgets, die Sackboy auf seinem Abenteuer unterstützen. Dies sind ein Greifhaken, Düsenstiefel und ein Bumerang. Alle drei können euch so manches Mal ein nützliches Helferlein sein und erweitern das genretypische Springen und Rennen auf angenehme Art. Darüber hinaus müsst ihr auch Gegner bekämpfen, was allerdings – wie auch der Rest des Spiels – absolut kindgerecht dargestellt wird. Dennoch ist „Sackboy: A Big Adventure“ alles andere als ein „Kinderspiel“. Obwohl ihr immer weiterkommt, gibt es an einige Stellen recht knifflige Sprungpassagen, die allerdings bedeutend harmloser ausfallen, als zuletzt bei „Crash Bandicoot 4“. Neulingen spendiert der Titel die Möglichkeit, unendlich viele Leben zu generieren.
 
Was uns – neben der tollen Levelgestaltung – aber so richtig packen konnte, sind die verschiedenen „Rhythmuslevel“, bei denen die ganze Welt mit wippt. So nutzt ihr die „rhythmische“ Verschiebung von Plattformen und Architektur, um voran zu kommen. Hier kommt auch der DualSense stimmig zum Einsatz. Fies sind dagegen die zeitlich limitierten Abschnitte, bei denen ihr gegen die virtuelle Uhr antreten müsst. Da heißt es: Aufpassen, um nicht erneut den Abschnitt von vorne anfangen zu müssen!
 
(Noch) ein Wort zur Technik
Auf der PS5 erwartet man natürlich die bestmögliche Grafik. Und diese wird auch – im Rahmen der Möglichkeiten des Titels – geboten: „Sackboy: A Big Adventure“ läuft auf Sonys neuer Konsole 4K-Auflösung mit durchgängig 60fps und sauberen Texturen. Wunderschön sind die zugefügten Raytracing-Effekte, welche diverse Materialien dank Spiegelungen noch besser und realistischer aussehen und wirken. Auch die Ladezeiten wurden derart verkürzt, sodass sie quasi nicht vorhanden sind. So verdichtet der Titel die Atmosphäre weiter und bietet ein noch intensiveres „mitten drin“-Gefühl. Sehr lobenswert!
 
Fazit: Mit „Sackboy: A Big Adventure“ überzeugt Sumo Digital nahezu auf ganzer Linie. Auch der neue Ableger macht wieder einmal unglaublich viel Spaß, bietet enorm viel Abwechslung und detailverliebte Level, bei denen ihr immer wieder Neues entdecken könnt. Gelungen ist ebenfalls die Befriedigung des Sammeltriebs, da es eine Menge zu finden und zu entdecken gibt. Für Jump-'n'-Run-Fans ist der erste Genre-Titel zum Launch der PS5 vielleicht keine absolute Offenbarung, da hier die Kamera nicht mitgedreht werden kann und so schnell mal die Übersicht fehlt. Dafür stimmt der Schwierigkeitsgrad, der ordentlich fordert. Ein wenig schade ist, dass die adaptiven Trigger des neuen DualSense-Controllers nicht so grandios wie bei „Astro’s Playroom unterstützt werden und der Koop-8Modus einige Controller voraussetzt. Online geht es aktuell noch nicht an den Start. Wer also verschmerzen kann, dass hier kein Editor der Star des Spiels ist sondern der kleine Sackboy als hüpfender und rennender Hauptdarsteller innerhalb einer liebevollen Story eingebunden wurde, greift zu und überbrückt mit diesem mehr als gelungenen PS5-Debüt die Zeit bis zum Release des kommenden „Ratchet & Clank“.
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Sony für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
 
L. Zimmermann
 

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