A+ R A-

Suchen

Call of Duty: Black Ops Cold War | Review (PS5)

CoDColdWarBild1Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz in der Welt der PC- und Videospiele. Früher besagte es, dass jedes Jahr ein neuen „Medal of Honor“ und „Call of Duty“ erscheint. Doch nachdem sich der größte Mitbewerber vor einigen Jahren von seinem Seriendasein verabschiedet hatte, blieb nur noch die „CoD“-Serie übrig. Dafür hat sich diese Jahr für Jahr im November auf den heimischen Bildschirmen und in den Händlerregalen breitgemacht. In Sachen Setting hat die Reihe sowohl den Ersten als auch mehrfach den Zweiten Weltkrieg, die Zeit des Vietnamkriegs und zukünftiger Kriege und Konflikte zum Thema gehabt.
Ein wenig stiefmütterlich wurde dabei die Zeit zwischen 1945 und 1989, die in den Geschichtsbüchern als „Kalter Krieg“ bezeichnet wird, behandelt. Dies ändert sich nun mit „Call of Duty: Black Ops Cold War“. Das Spiel ist nämlich genau dort zeitlich angesiedelt, wo sich die beiden Supermächte USA und UdSSR verfeindet und bis an die Zähne (nuklear) bewaffnet gegenüberstanden und zahlreiche so genannte „Stellvertreterkriege“ in anderen Ländern gegeneinander führten. Wir haben für euch die PS5-Version getestet und klären, was die Singleplayer-Kampagne so alle kann. 
 
Jetzt auch (wieder) mit Handlung – und was für eine!
Wir erinnern uns: Als vor zwei Jahren „Call of Duty: Black Ops 4“ auf den Markt kam, war es der erste „CoD“-Ableger, der auf eine Kampagne für Solisten verzichtete und sich dafür bei zahlreichen enttäuschten Spielern weltweit gehörig Ärger einfing. Nun aber hat man sich wieder auf die alten Stärken fokussiert und wartet für „Cold War“, den mittlerweile 17. Ableger der Serie, mit einer ganz und gar neuen Kampagne in Zeiten des Ost-West-Konflikts auf. Und doch gibt es einen „alten“ Aspekt, der Kennern der Reihe gefallen dürfte: Im neuen „CoD“ trefft ihr auf die bekannten Figuren Woods und Mason, die an den ersten „Black Ops“-Teil anbinden.
Doch der Großteil der Charaktere ist selbstverständlich neu. Die meisten von Ihnen sind frei erfunden bis auf den US-amerikanischen Präsidenten, der damals Ronald Reagan hieß und den wir hier zu Gesicht bekommen. Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle eines Agenten namens „Bell“, den wir sogar im Editor erschaffen können. Naja. Für einen Egoshooter eher nice to have als must have. Wichtiger ist hier schon, dass ihr den Schwierigkeitsgrad entsprechend euren spielerischen Erfahrungen anpassen könnt. So wählen Veteranen der ersten Stunde natürlich die Möglichkeit, dass unser Alter Ego bei wenigen Treffern das Zeitliche segnet und die Gegner härter im Nehmen (und schlauer) sind, während Einsteiger und Gelegenheitsspieler sich für die leichte Variante entscheiden dürften. 
 
Watt issn ditte?
CoDColdWarBild2Beim Leveldesign haben sich die Entwickler erneut viel Mühe gegeben und bieten euch bekannte und unbekannte Schauplätze. Im Vergleich zu „Battlefield“ wo ihr beispielsweise mit dem Panzer durch Aachen fahrt, seid ihr in einer Mission von „Cold War“ in Ostberlin der frühen 180er Jahre unterwegs. Allerdings erinnert kaum etwas an den Bereich der ehemaligen DDR. Zu frei haben die Entwickler ihre Fantasie laufen lassen, zu wenig wiedererkennbare Fixpunkte sind im fertigen Spiel zu finden. Dennoch macht es eine Menge Spaß, durch diese beklemmend-düstere Atmosphäre zu schleichen, immer auf der Hut vor den Mitarbeitern der Stasi und den Soldaten. 
Doch „Cold War“ hält sich nicht nur in der Zeit der 80er-Jahre des vergangenen Jahrtausends auf. Auch den Vietnamkrieg werdet ihr in einigen Rückblenden aus nächster (oder „höherer“) Nähe erleben. 
Dabei setzt die Inszenierung einmal mehr auf bildschirmfüllende Explosionen, Schießbuden-Einlagen, jeder Menge kompromisslose Action und kleinere Freiheiten, die zu verschiedenen Enden führen (können) und einige Entscheidungsmöglichkeiten bieten. Die eigentliche Handlung verläuft dagegen linear ab. Und dennoch steht die Action nicht so sehr im Vordergrund, wie wir es von „CoD“-Ablegern gewohnt sind. Dies liegt vor allem daran, dass die Entwickler von Treyarch das Spiel wie einen Agententhriller mit Action-Elementen inszenieren, wodurch auch ruhigere Momente zum Tragen kommen und gut geschriebene und vertone Dialoge die Story atmosphärisch dicht entfalten. Hiervon profitiert die Reihe enorm, was sogar zukunftweisend für kommende Teile sein könnte. 
 
Der Star ist der Controller? – oder: Was auf der PS5 (vielleicht) noch besser ist      
Natürlich haben wir uns nicht nur mit der PS4-Fassung des neuen „Call of Duty“-Titels beschäftigt sondern auch ausgiebig mit der Version der neuen PlayStation 5 auseinandergesetzt. Denn nicht nur, dass die Grafik auf der Sony-Konsole (wie auch bei Microsofts Xbox Series X) hier auf 4K und 60fps getrimmt wurde, somit knackscharfe Texturen, tolle Raytracing-Effekte und viele Partikel, dynamische Nebelschwaden und andere Spielereien bietet und auch der Sound über Kopfhörer noch etwas intensiver und abgestimmter klingt. Den einen wichtigen Unterschied zwischen allen übrigen Versionen und der PS5-Fassung macht der DualSense-Controller aus. 
Dieser wird zwar nicht ganz so vorbildlich und so exzessiv eingesetzt, wie beim DualSense-Vorzeigetitel „Astro’s Playroom“. Trotzdem kann der Einsatz des neuen Controllers passend zum Spiel überzeugen. Denn erstmals in der Geschichte der Ego-Shooter fühlen sich sämtliche Waffen anders. Der Widerstand wird klar deutlich, Ladehemmungen werden simuliert, beim Abzug gibt es - je nach Waffentyp - ein besseres Gefühl für die Kraft dessen, was ihr in euren (virtuellen) Händen haltet. Die Zeit wird zeigen, ob dieser Sinn im Mehrspielermodus Vorteile bietet oder nur eine coole Funktion ist. Für uns ist es jedoch ein ganz klarer, immersiver und innovativer Vorteil, von dem wir hoffen, dass viele Entwickler auch künftig von den Eigenschaften des DualSense-Controllers reichlich Gebrauch machen werden. Wie gesagt ist das haptische Feedback nicht ganz so raffiniert, wie bei „Astro‘s Playroom“, aber es ist cool, Dinge wie das Rutschen von einem Dach oder die Auswirkungen von Schäden, die man erleidet, tatsächlich zu spüren.
 
Zombie – was auch sonst…
Wer die Kampagne durchgespielt hat oder keine Lust auf den Einzelspieler hat, kann sich im Mehrspieler tummeln. Natürlich gibt es auf der PS5 auch den beliebten Zombie-Modus (jetzt auch mit „Nazi-Zombies“). Aus Modern Warfare bekannt, feiert er hier ein Comeback. Das heißt: Wellen an Zombies erledigen und Aufgaben lösen. Je mehr ihr über den Haufen schießt, desto stärker werdet ihr, was gegen die immer stärker werdenden Zombies enorm nützlich ist. Darüber hinaus gibt es im Multiplayer Klassiker wie „Team-Deathmatch“, „Free for all“ und „Herrschaft“. Weitere Modi kommen hinzu. Mit dem Multiplayer von „Battlefield“ kann „CoD“ jedoch nicht mithalten. Gefallen hat uns der neue Modus „Fireteam: Dreckige Bombe“ mit zehn Teams zu je vier Personen auf einer enorm großen Map, auf der Uran gefüllte Bomben gezündet werden. Hierbei ist die richtige Strategie gefragt. In „VIP“-Eskorte hingegen müsst ihr einen ausgewählten Spieler zu einem Extraktionspunkt geleiten. Auch dieser Modus ist recht gut gelungen. 
 
Fazit: Zugegeben: Wir haben im Test den Singleplayer bedeutend intensiver getestet als den Multiplayer. Dies liegt vor allem daran, dass es im neuen Black Ops 8wieder eine Kampagne gibt – und zwar eine echt gute mit vielen guten und top vertonten Dialogen, spannender Inszenierung, abwechslungsreichen Schauplätzen und einem audiovisuellen Feuerwerk. Star auf der PS5 ist einmal mehr der neue DualSense-Contoller, welcher das Spielen an der PS5 noch immersiver macht. Bitte mehr davon für den kommenden Teil, der mit Sicherheit 2021 erscheinen wird. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Activision für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.
 
U. Sperling
 

Impressum - Datenschutz

Copyright 2016 © Inn-Joy.de All Rights Reserved. 

Joomla! © name is used under a limited license from Open Source Matters in the United States and other countries.