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RIDE 4 | Review (PS4)

RIDE4Zugegeben: Motorradsimulationen haben weder die Anziehungskraft eines F1-Titels oder anderer Rennspiele, noch geht von ihnen dieselbe Faszination aus. Dies merkt man dann (leider) oftmals auch an den Umsetzungen für PC und Konsolen, die meist recht trocken, ja spröde daher kommen. Dies zeigte zuletzt „TT Isle of Man – Ride on the Edge 2“ und auch die zahlreichen „MotoGP“-Ableger glänzten eher durch Abwesenheit von Spielspaß und waren nur etwas für beinharte Fans, die auf jeglichen überflüssigen Schnickschnack verzichten können. Auch „Ride“ aus dem Hause Milestone konnte bislang keine große Begeisterung wecken. Dies soll sich jedoch mit der mittlerweile vierten Auflage der Motorradsimulation ändern. Wir haben usn die PS4-Version geschnappt, und verraten euch, ob sich der Kauf lohnt. 
 
Muss man mögen…
Ja, ich muss zugeben, dass der Motorradsport auf mich keine Faszination ausübt. Aber auch der Formel Eins-Sport, bei dem die Fahrer ebenfalls (für mich) sinnlos im Kreis herumfahren, war lediglich „damals“ zu Zeiten eines Michael Schumacher spannend. Und auch aufgrund der Tatsache, dass ich in der Nähe einer Strecke wohne, die bei schönem Wetter von unzähligen Motorradfahrern zur Fahrt „ins Grüne“ genutzt wird, wodurch ich einem permanentem Motorradlärm ausgesetzt bin, mag nicht gerade zu einer positiven Grundstimmung beitragen. Und dennoch versuche ich, bei meinem Test möglichst objektiv heranzugehen. Vielleicht schafft es ein „RIDE 4“ ja, mich eines Besseren zu überzeugen.
 
Ich schnappe mir also mein virtuelles Bike, von dem ich denke, dass es ganz gut auf der Strecke mit mir als Fahrer harmonieren wird, und begebe mich auf die Piste. Vorab lese ich, dass hier die Maschinen und Rennkurse allesamt so authentisch wie eben nur möglich umgesetzt wurden. Dieses Versprechen geben auch andere Sportspiele ab. Immerhin kann auch ich als Laie erkennen, dass sich die Entwickler in Punkte grafischer Umsetzung, Detailverliebtheit bei den Motorrädern und Anpassungsoptionen viel Mühe gegeben haben. Auch gleichen die bekannten Strecken wie Interlagos und der Nürburgring mit seiner legendären Nordschleife ihren realen Vorbildern weitestgehend, da diese mit CAD-Daten, Laser- und 3D-Scannern erstellt worden sind. Gut gelungen sind auch das dynamische Wettersystem und der Tages- und Nachtzyklus, der ja auch bei den meisten Mitbewerbern heute zum guten Ton gehört. Dennoch dämpfen zwei Dinge gleich zu Beginn meine Motivation. Zum einen sind dies die zahlreichen Ladebildschirme, die mit dem Umstieg auf die PS5 hoffentlich der Vergangenheit angehören werden (RIDE 4 soll ebenfalls von einem Upgrade profitieren). Zum anderen ist es die unglaublich dröge Präsentation innerhalb der Menüs sowie die packende und motivierende Karriere. Alles ist sehr trocken inszeniert. Man arbeitet lediglich Rennen ab und verbessert den Fahrer. Sponsoren auf sich aufmerksam machen, spannende Rivalitäten oder ähnliche Dinge, die in anderen Spielen seit Jahren gang und gäbe sind, fehlen hier völlig. 
 
Immer wieder auf die Schnauze…
Bei „RIDE 4“ handelt es sich um eine waschechte Simulation, die nichts für Gelegenheitsspieler, Warmduscher und Weicheier ist. Dies wird mir bereits in den ersten Spielminuten auf dem Sattel meines Bikes bewusst. Denn wenn ich auch nur ein wenig zu viel Gas gebe, eine Kurve auch nur einen Hauch zu scharf nehme oder die Gegner streife, lande ich unweigerlich mit einem großen Abflug über die Lenkstange im Kiesbett. Und habt ihr es wirklich geschafft, den Parcours zu beherrschen, macht euch die unglaublich aggressiv agierende KI einen Strich durch die Rechnung. Diese fährt dermaßen provokant, dass es selbst für Profis nicht mehr feierlich ist. Sie schubst, rempelt und tut all das, damit ihr nicht mal im Ansatz Freude am Spiel findet – so scheint es zumindest. Was dann so richtig nervig und dämlich ist, ist die Tatsache, dass die KI fast immer gewinnt und eigentlich nie zu stürzen scheint. Hier hätten die Entwickler viel mehr Feinschliff vornehmen müssen! Selbst auf der niedrigsten Stufe sind die Gegner euch stellenweise (haushoch) überlegen. Zeitrennen machen so keinen großen Spaß. Last but not least sind es dann Strafen, die euch das Leben schwer machen. Denn auch nur die kleinste Zuckung reicht, und ihr landet außerhalb der Begrenzung, was euch eine Zeitstrafe oder – im schlimmsten Fall – sogar eine Disqualifizierung einbringt. 
 
Fazit: Wer sich selbst gerne quält oder ein absoluter Hardcore-Spieler ist, der eine hohe Frusttoleranz besitzt, der kann ein Auge auf „RIDE 4“ werfen. An Anpassungsmöglichkeiten und Optionen spart der Titel nicht. Dafür aber am wohl entscheidendsten Punkt: Dem Spielspaß. 
 
6Die inn-joy Redaktion vergibt 6 von 10 Punkten für absolute Motorrad-Rennsport Fans. Alle anderen sollten um „RIDE 4“ einen Bogen machen.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Koch Media für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
 
U. Sperling
 

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