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F1 2020 | Review (PS4)

F1 2020 Bild1Jahr für Jahr versorgt Codemasters uns Formel I -Fans mit einem neuen Ableger seiner altbewährten und erfolgreichen Serie. Dieses Mal ist der Release-Zeitraum aber ein besonderer: Statt dass, wie es normalerweise üblich ist, der neue Ableger eher gegen Mitte einer Rennsaison herauskommt, erscheint „F1 2020“ pünktlich zum Beginn der durch die Corona-Pandemie (Stand: 15.07.2020) verkürzten (Europa-)Saison. 
 
Wie immer steht man vor dem Kauf vor einer Vielzahl an Editionen: Entweder die Standard-Edition mit dem reinen Hauptspiel, der „70th Edition“, welche rein kosmetische Items hinzufügt oder die von Codemasters für diesen Test zur Verfügung gestellte „Schumacher Deluxe Edition“, welche neben einigen Boliden aus der Schumacher-Ära noch weitere Podiumsgesten und vieles weitere hinzufügt. Im Spiel selbst gibt es noch ergänzend eine Art Season-Pass, der weitere kosmetische Items wie Handschuhe freischalten lässt. Es ist somit aber (auch nach mehreren Teststunden) kein Pay to win – System, die sich leider in vielen anderen Sportspielen finden lassen.
Neben der Formel 1 – Saison 2020 spendiert Codemasters wie auch bei „F1 2019“ die Formel 2, u.a. mit Schumacher-Junior. Dazu gibt es noch einige (derzeit 16) Boliden aus den letzten 30 Jahren, die Kennern sicherlich noch ein Begriff sein sollten (Stichwort: Ferrari, Williams, Mclaren-Mercedes). Erster Kritikpunkt vorweg: Bereits eine Woche vor Release standen weitere Autos zum Kauf im internen Shop gegen Echtgeld zur Verfügung; generell bin Ich für weiteren Content, trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack, denn man hätte für den Besitzer einer „All in one – Edition“ schon das Komplettpaket erwarten können.
 
Modi
Den altbekannten Einzelspieler-Modi Grand Prix und Zeitfahren gesellt sich wie immer die „normale“ Spielerkarriere hinzu. Doch dieses Jahr (und laut Codemasters auch DAS Kaufargument für F1 2020) kommt noch der „My Team“- Modus dazu. Besitzer von FIFA/NBA/PES können jedoch aufatmen! Dadurch, dass es ein reiner Single-Modus ist, besteht keine Notwendigkeit, noch ein bisschen mehr angespartes Geld zu investieren. Besagter neuer Modus hat ein großes Plus: Wir können - wie in der Fahrerkarriere auch - nach bzw. vor jedem Rennen die Länge der Trainings, Qualifyings und auch der Rennen einstellen (5 Runden, 25%, 50% und volle Distanz). Zu Beginn fangen wir  in einem neuen elften Rennstall an und müssen uns (je nachdem, wie schwierig bzw. realistisch man es möchte) einen Namen machen. Wir sind sowohl Fahrer als auch Besitzer des neuen Rennstalls: Das Problem hierbei ist jedoch, dass wir uns hier, je nachdem, welche Sponsoren und dementsprechenden Saisonziele wir uns setzen wollen, im schlechtesten Falle keinerlei Fortschritt zu erkennen ist. Wir bauen und erweitern im Laufe der Saison unsere unterschiedlichen Einrichtungen wie Chassis, Aerodynamik und weitere weiter aus und hoffen, dass es bereits in den ersten Rennen vielleicht zu einem einstelligen Rang reicht. Durch den neuen Schwierigkeitsgrad „Gelegenheitsfahrer“ sollen auch absolute Einsteiger ohne Erfahrung mit Controllersteuerung erste vorsichtige Schritte auf der Strecke wagen können. Man sollte jedoch bedenken: Trotz Bremshilfen etc. ist es dennoch möglich, auf den letzten Platz zurückzufallen. Unabhängig des Schwierigkeitsgrades   könnt Ihr Euch nach 3-4 Rennen einen Rivalen aussuchen: Entweder ihr seid größenwahnsinnig und versucht Hamilton, F1 2020Bild2Bottas oder ähnliche „Schwergewichte“ über einen Zeitraum nach unterschiedlichen Kriterien zu besiegen oder ihr fangt klein an und konkurriert mit einem (ehemaligen) Superstar wie Kimi Räikkönen. Nach dem Rennen geht es dann zum Interview:  Hier kommen wir jetzt zu dem einzigen, wirklich schwerwiegenden und nach Jahren des Meckerns durch die Community auch nicht mehr nachvollziehbaren Schnitzer: Während die Kommentatoren während des Rennens kaum Laute von sich geben und die eigene Crew sich relativ angenehm auch während des Rennens stummschalten lässt, sind die Interviews nach den Rennen einfach nur anstrengend und nervtötend. Immerhin kann man jetzt mehrmals einfach auf „keinen Kommentar abgeben“ klicken, was sich jedoch logischerweise auf die eigene Anerkennung, vor allem als Neuling auswirkt. Wenn man jedoch nach jedem Rennen (übrigens unabhängig der Platzierung) gefragt wird, wieso denn durch mich so viele Unfälle passieren oder warum ich mein Tagesziel nicht erreicht habe, dann stimmt ganz sicher etwas im Algorithmus nicht (und das Problem gab es in den letzten Jahren zuhauf!). Zum Schluss noch ein kurzer Abstecher für die Online-Gamer: Die Online-Rennen sind durchweg ohne Verzögerungen vonstattengegangen, leider ist das Match-Making nicht so ganz sinnvoll, denn bei „Rangliste“ geht man davon aus, dass sich eher gleichstarke Fahrer begegnen, hier folgt ggf. noch ein Patch. 
 
Grafik
Ein paar Sätze zur Grafik von F1 2020: Während die Boliden seit F1 2018 nach dem letzten großen grafischen Sprung jedes Jahr sehr schön und detailgetreu aussehen, gibt es aber auch einige Aussetzer: Sowohl einige Fahrer, allen voran Lewis Hamilton können zwar erahnt werden, als auch die Zuschauer sind weiterhin ein Graus. Da wir kurz vor dem Release der PS5 stehen, ist es unerklärlich, dass alles nur glänzt und funkelt, im Detail aber noch einige Missstände dem perfekten grafischen Erlebnis entgegenstehen.
 
Audio/ Ton 
Vor allem mit einer Soundanlage oder einer Soundbar kommt große Atmosphäre auf: In jeder Kurve und Streckensituation dröhnen die Motoren aus unterschiedlichen Richtungen, sodass ein durchweg authentisches Fahrgefühl aufkommt. Die Ladesequenzen werden mit Fahrstuhlmusik unterlegt, ohne jedoch permanent zu nerven. Je nach Fernseher kann es somit sein, dass ihr es nur blechern um die Ohren bekommt. Tipp: Unbedingt mal die Fahrerperspektive statt der TV-Kamera nehmen!
 
Fazit: Formel 1 2020 reiht sich in eine lange Tradition von hervorragenden (aber nicht fehlerfreien!) Rennspielen ein. Fans können aufgrund der Alternativlosigkeit dank der Lizenzexklusivität seit Jahren nur auf die Reihe zurückgreifen. Manchmal wäre ein Konkurrenzprodukt wie bei FIFA und PES nicht schlecht, da Konkurrenzlosigkeit zur Demotivation führen könnte. Nichts destotrotz kann die Redaktion eine Kaufempfehlung für alle Neulinge aussprechen; alle Besitzer von 9Formel 1 2019 sollten sich überlegen, ob der neue Modus einen großen Mehrwert bietet. Mein Fazit: Definitives JA!
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Codemasters für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
 
F. Schattka
 

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