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Marvel's Iron Man VR | Review (PSVR)

IronManVRBild1Wer ist eigentlich der stärkste Avenger? Die Antwort dürfte einfach sein: Ganz klar der Hulk! Wer der attraktivste Avenger ist? Hier gehen die Meinungen auseinander. Wer der lässigste und coolste Avenger ist, darüber müssen wohl die Meisten ebenfalls nicht lange nachdenken. Denn hier dürfte die Antwort „Iron Man“ aka Tony Stark sein.
 
Denn neben seiner lockeren Art, seiner enormen Beliebtheit, seinem Reichtum und seinen zahlreichen technischen Spielereien und Gadgets, ist es vor allem das Fliegen, dass den Marvel-Charakter zum coolsten Protagonisten macht. Denn wer hat nicht schon immer davon geträumt, wie ein Vogel durch die Luft zu fliegen (und dabei auch noch so einen coolen Anzug zu tragen, wie Iron Man)? Diese einmalige Chance bietet euch – zumindest virtuell – Sony nun mit dem PS VR exklusiven „Iron Man VR“. Wir durften uns einen ausführlichen Eindruck vom Spiel verschaffen und verraten euch, wie das virtuelle Fliegen sich anfühlt, was es zwischen den Flugmanövern so alles zu tun gibt, und ob ihr euch im Spiel wirklich wie Iron Man fühlen könnt. Los geht’s!
 
Vom Luftikus auf den Boden der Tatsachen
Zugegeben: Iron Man auf der Playstation 4 bzw. PlayStation VR hatte es im Vorfeld leicht. Denn obwohl der Titel mehrfach nach hinten verschoben wurde und die wartenden Fans schon mitunter befürchteten, der Titel käme erst zum Launch der kommenden PlayStation 5 (und dann mit einer möglichen PSVR2), war der Wunsch, als Iron Man in die Lüfte steigen und Tony Starks Abenteuer aus seinen Augen nachzuempfinden so groß, dass man damit leben konnte. Natürlich gab es für die Entwickler von Camouflaj einen gewissen Druck, dass Iron Man sich nicht so anfühlen könne, wie es sich die unzähligen Marvel-Fans rund um den Globus wünschen und erhoffen. Doch irgendwie waren alle Seiten von Anfang an relativ sicher, dass mit „Iron Man VR“ eigentlich überhaupt nichts schieflaufen könne. Nun steht der Titel endlich in den Händlerregalen und ist auch online verfügbar, sodass wir ihn auf Herz und Nieren testen konnten. 
 
Nach der Installation des Spiels auf unsere Redaktions-PS4 Pro, konnte es dann auch los gehen. Das heißt: Eigentlich noch nicht. Denn wie bei den meisten Spielen der aktuellen Konsolengeneration, dauerte es noch einige Momente, bis der erste Ladebildschirm es uns gestattete, in den virtuellen Anzug von Tony Stark zu schlüpfen. Dies ist dann auch der erste große Kritikpunkt, den wir an „Iron Man VR“ haben: Es gibt einfach viel zu viele und vor allem viel zu lange Ladezeiten. In diesen Momenten erinnert man sich an die ersten Spiele-Präsentationen, die Sony vor einigen Wochen zeigte, und in denen Ladezeiten so gut wie gar nicht – oder zumindest nicht sichtbar – vorhanden sind. Das wäre gerade im VR-Bereich eine absolute Wohltat, wird man durch diese Ladebildschirme stets aus der Immersion – egal ob gut oder schlecht – herausgerissen. Daher hoffen wir schon jetzt, dass „Iron Man VR“ auch auf die Hardware der kommenden Konsole angepasst und optimiert wird. 
 
Doch kommen wir zurück zum eigentlichen Spiel. Die ersten Spielminuten fangen mit einem kleinen Tutorial an. Ihr testet, wir ihr mit den PS Move-Controllern durch die Lüfte gleitet oder düst. Hierzu nutzt ihr die hinteren Trigger, um Schub zu geben und zu fliegen, während euch Bewegungen aus euren Handgelenken in die entsprechende Richtung nach links oder rechts fliegen lassen. Da die Hände und Arme auch noch ausgestreckt werden müssen, hat man in Kombination mit dem Display der VR-Brille vor Augen tatsächlich das Gefühl zu fliegen. Einfach nur toll!
Während der Flugmissionen müsst ihr natürlich auch kämpfen. Und so erlernt ihr im Anschluss an die „Flugschule“ noch, wie ihr mit euren Händen Geschosse gegen Feinde einsetzt. Neben Primär- gibt es noch Sekundärwaffen. Kommt dann noch der Nahkampf hinzu, in dem ihr eure Fäuste sprechen lasst, wirkt das Ganze noch ein wenig intensiver und immersiver. Hier haben die Entwickler wirklich ganze Arbeit geleistet. 
 
IronManVRBild2Zum Einsatz kommen eure Fäuste und Waffen gegen unterschiedliche Maschinen, die Tony Stark allesamt selbst im Arsenal seiner Firma „Stark Industries“ hatte. Diese wurden jedoch vor langer Zeit verkauft, um andere Länder in Konflikten zu unterstützen und werden nun gegen ihren „Schöpfer“ eingesetzt. Und so kommt es, wie es kommen muss: In der Rolle des „Iron Man“ müsst ihr gegen Tony Starks eigene Robotermaschinen antreten. Von diesen gibt es unterschiedliche Typen, die allesamt individuelle Stärken und Schwächen besitzen, die ihr mit unterschiedlichen Taktiken und Waffen besiegen müsst. Schade ist allerdings, dass die Entwickler aus diesen Kämpfen nicht mehr gemacht haben, da diese doch relativ linear nach „Schema F“ ablaufen und kaum fordernde Höhepunkte, die nachhaltig im Gedächtnis bleiben, zu bieten haben. Da nützt es auch nur bedingt, dass wir den Iron Man-Anzug im Laufe des Spiels auch verbessern können. Denn damit bleiben die Kämpfe immer noch an der Oberfläche und damit unter dem Machbaren. 
 
Gerahmt werden diese Gefechte durch Zwischensequenzen in guter, aber nicht überragender Grafik. Überhaupt merkt man dem Titel an, dass er zwar wirklich recht ordentlich und mit Liebe zum Detail programmiert wurde, die Entwickler jedoch lieber die Freiheiten der Next-Gen Konsole gehabt hätten. Dennoch überzeugen die unterschiedlichen international angesiedelten Areale mit jeder Menge Detailvielfalt, die zu gefallen weiß. Begeistern kann die deutsche Synchronisation, die fast auf Kino-Niveau angesiedelt ist. Allen voran natürlich Tony Stark, der auch hier mit coolen Sprüchen glänzt. Wer die Art des Avengers schon in den verschiedenen Filmen mochte, der wird sich hier ebenfalls über seinen trockenen Humor freuen und den Leinwand-Helden nach seinem Ableben im letzten Avengers-Film noch ein wenig mehr vermissen. Hinzu kommt, dass hier eine neue Story erzählt wird, die ihr noch nicht kennt, da sie extra für das Spiel erdacht wurde. Ein wenig irritierend ist allerdings, dass ihr euch bei Dialogen entscheiden müsst, was ihr antwortet. Natürlich mag man hier ins Felde führen, dass so unterschiedliche Optionen und Handlungswege eröffnet würden. Aber durch dieses permanente Auswählen von Dialogen, geht auch an dieser Stelle ein wenig an cineastischer Immersion verloren. 
 
Ein Wort noch zur Motion Sickness: Aufgrund einiger technischer Unzulänglichkeiten wie Ruckler bei einem hohen Bildschirmaufkommen kann dem einen oder anderen von euch möglicherweise etwas übel werden. Vielleicht kann ein nachgereichter Patch (oder eine Anpassung an die später im Jahr erscheinende PS5) hier Abhilfe schaffen. Schade finde ich persönlich, dass es sich um einen PS4 exklusiven Titel handelt. Zu gerne hätte ich mich als Tony Stark auch auf dem PC mit seinen grafischen Möglichkeiten und den unterschiedlichen Headsets in die Schlacht begeben. 
 
Fazit: Etwas mehr Politur, ein wenig mehr Feinschliff in Sachen Technik und vor allem mehr Abwechslung bei Kämpfen und Missionen hätten „Iron Man VR“ gut getan. Versteht mich nicht falsch: „Marvel's Iron Man VR“ ist ein wirklich gelungenes VR-Spiel. Doch als begeisterter VR-Fan und Liebhaber der Iron Man-Filme habe ich ein wenig mehr von allem erwartet. Klar: Die neue Story ist gelungen und die deutsch Synchro nahezu komplett auf Hollywood-Niveau. Doch irgendwie fühlt es sich immer so an, als haben die Entwickler dem Release der PS5 entgegengesehnt, um ihrem Spiel wirklich die perfekte Illusion vom Fliegen mitzugeben und damit den Spieler in der Rolle des Iron Man ein perfektes immersives Erlebnis zu bieten, was vor allem aufgrund der zahlreichen langen Ladezeiten so nicht 7immer gegeben ist. Auch die Kämpfe sind ab einem gewissen Punkt des Spiels nicht mehr besonders spannend und können nach dem Durchschauen der Angriffsmuster nur noch bedingt unterhalten. Einen echten virtuellen AAA-Titel mit einem gewaltigen Effektfeuerwerk zum Ende der aktuellen Konsolengeneration dürft ihr leider nicht erwarten. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Sony für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
 
U. Sperling
 

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