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GRID (2019) | Review (Xbox One)

GRIDBild1Rennspiele erfreuen sich einer enorm großen Beliebtheit. Seitdem es Computer und Konsolen gibt, wurden von diversen Entwicklern unzählige Rennspiele erschaffen. Einigen war nur eine kurze Lebensspanne vergönnt, andere (wie die Project Gotham Racing-Reihe, die Forza- und Colin McRae-Titel oder auch TOCA) wurden zu Legenden und hin und wieder auch zu System-Sellern, also ein Grund, sich eine entsprechende Konsole zuzulegen. Eine der dabei führenden Entwickler-Schmieden ist Codemasters, für viele DER Inbegriff des Rennspiel-Publishers schlechthin. So hat man in den vergangenen Jahrzehnten mehrere beliebte Marken – darunter die F1-Reihe – erfolgreich etabliert. Nun wagt man den Reboot einer ebenfalls beliebten Reihe. Die Rede ist von „GRID“. Der neue Ableger ist dabei mittlerweile der vierte Titel und folgt der TOCA-Serie. Wir haben uns anhand der Xbox One-Fassung ein ausführliches Bild gemacht und klären in der Review, ob uns der Neustart überzeugen konnte.
 
Es gibt viel zu tun - Ein großer Umfang erwartet euch
Schon die alten Teile der beliebten Reihe zeichneten sich durch zahlreiche Events aus, die nach und nach freigeschaltet werden. Auch der neue Ableger bringt eine umfangreiche Karriere mit sich. Wobei das Wort „Karriere“ hier eigentlich falsch gewählt wurde. Denn hier gibt es weder eine Story mit Zwischensequenzen noch einen Fahrer, mit dem ihr euch unmittelbar identifizieren könnt oder sonst etwas, das an eine klassische Karriere erinnert. Stattdessen klappert ihr zahlreiche Events in verschiedenen Fahrzeugklassen ab, kassiert Geld und Punkte, steigt Stufen auf, kauft euch neue Karren und tuned diese allerdings eher rudimentär. Vor den eigentlichen Rennen könnt ihr euren Startplatz verbessern, indem ihr eine kleine Qualifikation besteht oder aber einfach von einem vorgegebenen Startplatz ins Rennen gehen. Insofern ähnelt der Reboot ein wenig den Vorgängern. Habt ihr die Events erfolgreich bestanden, geht es in die World Series, quasi das große Finale. Bis ihr dort angekommen seid, vergehen etliche Stunden, was der Langzeitmotivation gut tut. Mehr als 100 Events haben es ins Spiel geschafft.
 
Ein wenig schade ist, dass es gerade einmal  ein Dutzend Locations gibt, die sich jedoch über alle Kontinente erstrecken und bekannte Strecken wie Brands Hatch, Silverstone oder auch Sepang und Indianapolis um Phantasiestrecken (immerhin in real existierenden Orten wie Shanghai oder Barcelona) ergänzen. Die Strecken unterscheiden sich dann in Wetterbedingungen, Fahrtrichtungen oder auch Abschnitte. Optisch können die Strecken mit vielen Details überzeugen. Auch wirken sie sehr belebt, da am Rand viele Zuschauer mit den Fahrern mitfiebern. Leider wiederholen sich sowohl die Modelle als auch deren Animationen. Hier wäre etwas mehr Abwechslung schön gewesen. Der gesamte optische Eindruck ist gut, wenngleich noch Luft nach oben gewesen wäre. Die „Stars“ des Spiels sind natürlich die Autos, von denen 70 in den Fuhrpark aufgenommen wurden. Diese sehen richtig toll aus und auch die Schadensmodelle wissen zu überzeugen. Zwei Dinge, auf die Entwickler heutzutage immer mehr Wert legen, kommen auch hier zum Tragen: Zum einen fühlt sich jedes Fahrzeug anders an, wodurch man schnell merkt, ob man einen kleinen, eher leistungsschwachen Wagen oder einen vor Kraft strotzenden Boliden um enge Haarnadelkurven bewegt. Zum anderen beeinflusst das Wetter die Rennen. Zwar ist es nicht dynamisch, kann aber durch eine gute und realistisch wirkende Umsetzung überzeugen. Apropos überzeugen: Überzeugend wirkt auch die KI. Zwar erinnert sie hier und da noch an die klassische Gummiband-KI. Doch unterm Strich wirkt sie (vor allem auf hohem Schwierigkeitsgrad) ausgefeilter, aggressiver aber auch in einigen Situationen vorsichtiger und macht hier und dort sogar Fehler, was die Rennen unvorhersehbarer und interessanter macht. Aber keine Sorge: Auf dem untersten Schwierigkeitsgrad feiern Anfänger ebenso schnelle Erfolge. Neu ist, dass ihr euch auf den Strecken Feinde machen könnt. Rempelt ihr eure Gegner zu oft an oder werft sie sogar von der Piste, versucht sie ebenfalls, euch das Rennfahrerleben schwerer zu machen. Das gelingt mal mehr mal weniger gut. Man merkt jedoch, dass hier nichts geskripted ist sondern zufällig passiert. Hierdurch wirkt „GRID“ glaubwürdiger als manch anderer Genrevertreter. Eine Sache hat „GRID“ aber auch mit Konkurrenten wie „Forza“ gemeinsam: Die Möglichkeit, Geschehenes ungeschehen zu machen, indem ihr die Zeit ein wenig zurückspulen dürft. Dies gibt natürlich keine Pluspunkt, hilft aber Einsteigern ungemein.
 
Wer nicht alleine fahren möchte, der kann sich auch im Multiplayer austoben. Online können bis zu 16 Fahrer gegeneinander antreten. Zu finden sind Quickmatch-Event mit eigener, privater Lobby oder automatischer Zuweisung. In der Lobby könnt ihr die Rahmenbedingungen selbst festlegen. Nicht benötigte Plätze können durch KI-Fahrer ergänzt werden. Splitscreen-Rennen vor der heimischen Konsole sind nicht mit dabei.
 
8Fazit: „GRID“ orientiert sich an den alten Tugenden der Serie und ist ein gelungener Reboot, der vor allem durch die zahlreichen Events motiviert. Der Fuhrpark ist umfangreich und bietet Klassiker und aktuelle Autos, in Sachen Grafik wäre noch Luft nach oben gewesen. Der Sound und die Fahrphysik können hingegen überzeugen. Bis ganz an die Spitze des Genres katapultiert sich „GRID“ damit nicht. Dennoch können wir Fans der Reihe den Titel absolut empfehlen.
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Codemasters / Koch Media für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
 
L. Zimmermann
 

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