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Phantom - Covert Ops: Review (Oculus Quest)

PhantomCovertOpsShooter in VR (und in den allermeisten nicht VR-Spielen ebenfalls) funktionieren in der Regel so: Ihr werdet zu Fuß an einen gewissen Punkt gebracht, springt über einem Startbereich ab oder lauft eine Karte von A nach B nach C ab. Hin und wieder nutzt ihr diverse Fahrzeuge, um Feinde aus dem Weg zu räumen. Doch ein „Verkehrsmittel“ wurde in Shootern bislang komplett vernachlässigt. Die Rede ist von einem Kajak. Diese Lücke haben nun die Entwickler von nDreams mit ihrem für die PC-Brillen und die Oculus Quest erschienenen Shooter „Phantom - Covert Ops“ geschlossen. Denn hier nehmt ihr sprichwörtlich vom Wasser her die Feinde aufs Korn. Ob dieser neue Ansatz auch zu gefallen weiß, haben wir für euch anhand der Quest-Fassung getestet.
 
Auf Schleichfahrt
Zwei Dinge solltet ihr vor dem Start des Spiels definitiv haben: Einen robusten Magen und keine Aversionen gegenüber Wasser. Denn aufgrund der geringeren Wildwiederholungsrate der Oculus Quest kann es bei diesem Spiel zu Unwohlsein in der Magengegen kommen. Und die Wasser-Phobie ist ebenfalls kein besonders guter Garant für Spielspaß. 
Habt ihr mit beidem keine Probleme, sollte dem Erwerb des Spieles nichts im Wege stehen. Doch was bekommt ihr genau für euer Geld und was verbirgt sich hinter „Phantom – Covert Ops“ werdet ihr nun möglicherweise fragen. Die Antwort ist leicht: Es geht um Terroristen, gegen die ihr als Spion antreten müsst. Angesiedelt ist das Ganze irgendwann zum Ende des so genannten „Kalten Kriegs“ (also zwischen 1989/90 und 1995). Eure Aufgabe ist es, eine feindliche Basis zu infiltrieren. Leider strotzt die Story nur so vor Klischees und Schwarz-weiß-Malerei. Dennoch wird sie recht gut vermittelt und besitzt keine Längen.
Die Immersion ist gelungen. Bereits zum Beginn des Spiels werdet ihr in eurem Kajak sitzend ins Wasser gelassen. Schon das Öffnen der Schleusentore und das Fluten des Raumes mit Wasser, sowie die ersten Paddelbewegungen, fühlen sich recht realistisch an. „Phantom – Covert Ops“ ist ein gutes Armtraining. Neben der Paddelei stehen das Verstecken vor den zahlreichen Gegnern, das Aufklären sowie natürlich auch das Schießen im Mittelpunkt des Spiels. So weit, so stimmig.
 
Haltet euch gut fest!
Gekleidet ist das innovative Spielprinzip in eine – zumindest in der uns vorliegenden Quest-Fassung – wenig ansehnliche Grafik. Denn aufgrund der doch (im Vergleich zu den PC-gebundenen Brillen) limitierten Hardware der Oculus Quest gibt es deutliche Einbußen bei der Qualität der Grafik. So ruckelt es immer wieder, gibt es Pop-ups und Fade-ins, schwache Lichteffekte, fehlende Spiegelungen und schlecht aufgelöste Texturen, die die Immersion ziemlich stark runterziehen. Wer also die Wahl hat und den Titel optisch ansprechender genießen möchte, der greift ganz klar zur besseren Rift S-Version. 
Kommen wir nochmal zu dem eingangs erwähnten Problem der Motion Sickness zurück. Denn die Fortbewegung auf dem Wasser kann hier leider relativ schnell auf den Magen gehen, da ihr euch häufig um die eigene Achse drehen oder auch scharfe Kurven mittels raschem Wendemanöver vollführen müsst. Apropos Paddelei: Wem künstliche Fortbewegung auf den Magen schlägt, sollte sich vorsehen. Dies trübt den Spielspaß deutlich. Auch wenn die Entwickler versuchen, dem vorzubeugen, indem eine Drehung in Abstufungen oder ein „Tunnelblick“ angeboten werden, ist dies einfach nicht dasselbe, wie die natürliche Fortbewegung. Dieses Problem haben allerdings mehrere Spiele, bei denen es unweigerlich zu derartigen Bewegungen kommt. Besser hingegen klappt der Umgang mit den Waffen, da das Handling recht präzise ist. Die KI der Gegner ist immer wieder mit einigen Aussetzern „gesegnet“. So stehen sie oftmals planlos umher oder lassen sich durch Ablenkmanöver zu leicht und zu nachhaltig täuschen. Daher stellen sie kaum eine ernsthafte Herausforderung oder sogar Bedrohung für euch dar. Was ebenfalls ein wenig schade ist, dass „Phantom – Covert Ops“ ein streng linearer „Schlauchlevel-Shooter“ ist, der nahezu keinerlei Freiheiten bietet. All das, was ihr machen könnt, wird euch vorgegeben. Ebenso gab es im Test immer mal wieder Sound-Probleme, die mit einem Patch hoffentlich behoben werden.
 
Fazit: Ich muss zugeben, dass ich – trotz aller grafischen Einbußen, die man bei der Quest hinnehmen muss, meinen Spaß mit dem Spiel hatte. Allerdings war es mir nicht möglich, „Phantom – Covert Ops“ ohne Unterbrechungen durchzuspielen, da mein Magen sich immer wieder bemerkbar machte. Daher können wir auch nur 7denjenigen unter euch den „Schleich-Shooter“ wirklich empfehlen, die einen resistenten Magen haben, wenngleich auf einem Drehstuhl – so zumindest nach Aussagen einiger Kollegen der schreibenden Zunft – es ein wenig besser werden kann. 
 
Die inn-joy vergibt 7 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Oculus für den zur Verfügung gestellten Testzugang.
 
L. Zimmermann
 

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