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Sebastian Fitzek: Der Heimweg

FitekHeimwegEs ist Freitagnacht. Jules Tannberg sitzt am Heimwegtelefon. Noch nie gab es einen wirklich kritischen Fall. Bis heute, als Jules mit Kara spricht. Die junge Frau hat entsetzliche Angst. Sie glaubt, von einem Mann verfolgt zu werden, der sie schon einmal überfallen hat. Und der mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte, um so den Tag ihres Todes anzukündigen. Dieser Tag bricht in wenigen Stunden an ...
 
Bis an die Belastungsgrenze
Wer die Bücher von Sebastian Fitzek liest, der ist sich im Klaren darüber, dass der Autor seiner Leserschaft eine Menge abverlangt. Doch dieses Mal ist die Lektüre – meiner Meinung nach – noch ein Stück intensiver und emotional härter. Grund dafür ist das Thema der häuslichen Gewalt. Natürlich sind auch die Themen seiner bislang erschienenen Romane nie einfach zu verdauen gewesen. Doch bereits die ersten Zeilen hinterlassen ein dumpfes Gefühl in der Magengegend, dies mir nicht gerade leicht gemacht haben, weiterzulesen. Und was soll ich sagen: Diess Gefühl bleibt über die gesamte Zeit hinweg bestehen. Denn abermals geht Fitzek weder mit den handelnden Charakteren noch mit uns als Leser und Leserin nicht gerade zimperlich um. Er wirft im Stakkato mit Brutalitäten, nervenaufreibenden Handlungssträngen und vielen schnellen Wechseln um sich, dass es schon einiger Pausen bedarf, um weiterzulesen. Und dennoch schafft es Fitzek erneut, seine Figuren einerseits glaubhaft zu schildern, andererseits jedoch immer mit neuen Wendungen und Geschehnissen zu überraschen, die man jenseits des Vorstellbaren ansiedeln möchte. Dies sorgt dafür, dass der Wunsch weiterzulesen, bis zum Schluss erhalten bleibt.
 
Was Sebastian Fitzek ausmacht, ist die Tatsache, dass er viel mehr im Kopf der Leserinnen und Leser triggert als er wirklich (be-)schreibt. Denn er ist keiner, der sich seitenlang darüber auslässt, wie Opfer leiden müssen und im Detail beschreibt, sondern vielmehr das Kopfkino anwirft, um dem Leser und der Leserin quasi zu sagen: „Nun sieh mal zu, was du daraus machst!“ Und genau das ist es, was das Lesen seiner Romane zu einer spürbar körperlichen und seelischen Folter macht, die eine Menge von uns abverlangt. Auch wenn hier nicht alles perfekt durchchoreographiert ist und einige Elemente nach typischem „Fitzek-Schema“ ablaufen, so kann man dem Autor dennoch attestieren, dass er mit seinem neuen Werk es abermals schafft, einen tollen Roman verfasst zu haben, der es auf brillante Weise schafft, seine Fans von der ersten bis zur letzten Seite mitzureißen. 
 
9Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim Droemer-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.
 
Titel: Der Heimweg
Autor: Sebastian Fitzek
Herausgeber : Droemer HC; 7. Edition (21. Oktober 2020)
ISBN-10 : 3426281554
ISBN-13 : 978-3426281550
 
L. Zimmermann
 

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