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Neu bei der Privatrösterei Bonafede: Die Italien-Linie

BonafedeItalienLinieItalien ist bekannt für seine ganz eigene Essens- und Lebenskultur. Der Begriff „La dolce vita“, also das „süße Leben“, beinhaltet all das, was Italien auszeichnet. Vom phänomenalen Wein über das facettenreiche Essen bis hin zum Kaffee. Aber auch die vielseitigen Landschaften und die historisch geprägten Orte sind damit gemeint. Nach genau diesen Orten hat Rosario Bonafede, Inhaber der Privatrösterei „Bonafede“ seine neue Italien-Linie, die ausschließlich aus Espressi besteht, benannt. Wir haben die Röstungen „Napoli“, „Torino“, „Roma“ und „Milano“ für euch getestet.
 
Alles außer langweilig und bitter
Fragt man hierzulande Menschen in der Fußgängerzone, was sie sich unter einem italienischen Espresso vorstellen, so wird wohl in den meisten Umfragen ein „starker“, „dunkel gerösteter“ und „bitterer“ Kaffee zu hören sein. Und in der Tat sind typische Espresso-Röstungen recht dunkel und kräftig. Was jedoch „gute“ Espressi von „gewöhnlichen“ unterscheidet, ist die „Bitterkeit“. Denn diese entsteht bei den meisten Sorten, die man so landläufig vom „Italiener um die Ecke“ kennt, durch den Industriekaffee. Leider sind viele der Inhaber italienischer Restaurants dennoch davon überzeugt, den „besten Espresso der Stadt“ anzubieten. Da es sie an ihrer italienischen Ehre rührt, wenn man dies bezweifelt, sollte man sich auf keine Diskussion einlassen, sondern bei einem Espresso von Lavazza oder Illy dankend ablehnen. Denn leider wissen auch viele Italiener nicht, dass das, was sie da in der Espressotasse haben, nichts anderes als langweilige, bittere „Plörre mit Farbe“ ist. 
 
Umso schöner und ansprechender ist es dann, wenn man Italiener mit Ahnung zu Rate ziehen kann. Ein tolles Beispiel hierfür ist Rosario Bonafede aus Hockenheim, dessen Kaffee- und Espressisorten wir euch ja bereits mehrfach vorgestellt haben. Kein Wunder, dass der Röstmeister 2016 von der Crema zum Röster des Jahres gekürt wurde.
 
Auch mit der Italien-Linie bleibt sich Rosario Bonafede treu und setzt auf hochwertige Arabica- und Robusta-Sorten, die von ihm im schonenden Trommelröstverfahren hergestellt werden. Da merkt man die Liebe und Leidenschaft zum Handwerk in jeder einzelnen Sorte. Die Beschreibungen zu den Espressi, mit denen Rosario eine kleine Geschichte rund um die Stadt und den Kaffee erzählt, sind tolle Ergänzungen und machen Lust auf Mehr. Die Wahrzeichen der einzelnen Orte als Hintergrund für die Verpackungen sind eine weitere Liebeserklärung an „Bella Italia“. 
 
Unsere Eindrücke
Mit dem „Napoli“ erhaltet ihr einen sehr kräftigen Espresso, der im Mund eine tolle Würze und eine ganz feine Säure entfaltet, eine feine Crema ausbildet und einen langen Nachklang hat. Als Basisnote sind Anklänge von dunkler Schokolade deutlich wahrzunehmen. Der Blend setzt sich zusammen aus 65% Arabica und 35% Robusta aus den Ländern Brasilien, Indien und Kolumbien. Leider gibt es – wie auch bei den anderen Espressi – keine genaueren Angaben zu den Plantagen, der Aufbereitung und den vorliegenden Varietäten. 
Weiter geht es nach Turin. Der „Torino“ ist eine spannende Alternative und besteht zu 85% aus Arabica sowie zu 15% aus Robusta. Dennoch bildet auch er eine schöne Crema. Er schmeckt ein wenig schokoladiger, als der Neapel und verfügt über dezent obstige Aromen, die ein wenig an Orange und Beeren erinnern. Die Würze ist etwas zurückhaltender und im Abgang bleibt er nicht ganz so lange stehen. Die Bohnen des Blend kommen aus Brasilien, Guatemala, Kamerun und Indien. Wir finden diesen Espresso wirklich toll komponiert!
Espresso Nummer drei (außer „Palermo“ und „Milano“ stellen wir in Kurzform fast die gesamte Linie vor) wurde nach der „ewigen Stadt“ Rom benannt. Der Rohkaffee für diese Kreation stammt aus Brasilien, Äthiopien und Indien. Der mittelkräftige, nach Haselnussschokolade und einigen Obertönen aus Frucht schmeckende und mit einer ebenfalls wieder tollen Crema aufwartende Espresso verwöhnt mit einem recht würzigen Geschmack, der allerdings nie allzu dominant sich in den Vordergrund stellt. Der lange Abgang weiß zu überzeugen. Das Mischungsverhältnis setzt sich beim „Roma“ zusammen aus 70% Arabica und 30% Robusta. 
Last but not least haben wir noch den „Milano“. Hierbei handelt es sich um einen zu 100% aus Arabica-Bohnen bestehenden Espresso. Der Blend hat seine Rohkaffee-Wurzeln in Brasilien, Guatemala und Äthiopien und ist durch seine Reduktion auf Arabica auch deutlich fruchtiger und hat einen feine Grundnote von Nussschokolade. Gebrannte Mandeln treffen es und damit hat man das Gefühl, auf den Jahrmarkt versetzt zu werden. Aromatisch absolut toll und sehr sanft den Gaumen umschmeichelnd ist dieser Espresso einerseits gut für „Einsteiger“ obwohl er fruchtiger und somit auch für die breite Masse ungewöhnlicher daherkommt; andererseits aber auch gut mit Freunden auf der Terrasse im Sommer zu genießen. Alle Sorten der neuen Italien-Linie bietet euch Rosario Bonafede wahlweise als 250g oder 1000g-Variante an. Darüber hinaus könnt ihr zwischen Ganzer Bohne und verschiedenen Mahlstufen wählen – je nach Zubereitungsart. Preislich liegen alle neuen Sorten bei 6,38 Euro je 250g und 22,08 Euro je Kilogramm, was ein wirklich hervorragender Preis ist.
 
Fazit: Mit den neuen Sorten der „Italien-Linie“ beweist Rosario Bonafede einmal mehr, dass italienischer Espresso alles andere ist, als langweilig und eintönig im 9Geschmack. Im Gegensatz zum Espresso, den die meisten von euch vom Restaurantbesuch her kennen, wird hier viel Wert auf Qualität gesetzt. Das schmeckt man mit jedem Schluck dieser tollen Espressi, egal, welchen ihr probiert. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Rosario Bonafede von der gleichnamigen Privatrösterei für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.
 
M. Heiland
 

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