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Die neuen Ernten sind da! - Kaffee und Espresso der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei im Test

ETK2020Wir Kaffee-Enthusiasten sind ja Menschen, die sehr gerne in Bildern sprechen. Vor allem bei der Beschreibung der Aromen werden viele Vergleiche gezogen. Warum mir dieser Gedanke gerade in den Sinn kommt? Weil ich mir immer dann, wenn mich Mario Felix Liebold von der Ersten Tegernsee Kaffeerösterei ganz unvorbereitet mit etwas Neuem überrascht, vorstelle, wie der Gute in seinem alljährlichen Winterurlaub auf einer einsamen Blockhütte mit einem sauguten Kaffee von Fincas Mierisch sitzt und sich seinen "Heureka!" - Einfall für das nächste Jahr aus dem kreativen Schädel holt. Klischee? Mag sein. Jedenfalls hat er auch mit seinen aktuellen Kaffee-Sorten und Espressi wieder einmal etwas Großes am Start, das wir euch natürlich nun auch nicht länger vorenthalten wollen. Los geht's!
 
Wenn der Postmann zweimal klingelt
In der aktuellen Zeit haben wir nahezu überall Stillstand zu verzeichnen. Doch einige äußerst fleißige und kreative Köpfe werkeln in dieser „aufgezwungenen Ruhepause“ ohne Unterlass an neuen, großen Ideen und bringen dabei viel Enthusiasmus, Liebe und Energie mit ein. So auch Mario Felix Liebold. Denn der Inhaber der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei hat parallel gleich zwei Projekte am Start: Zum einen bringt er wieder verschiedene neue Kaffee- und Espressi-Sorten heraus; zum anderen hat er nun auch eine eigene Parzelle auf der Farm „Lunji-Estate“ von Paul Maier, wo er ein Forschungsprojekt im Herzen von Tansania aufbaut. 
Während es bis zu den ersten Ergebnissen dieses spannenden Projekts noch eine Weile dauern wird, können wir euch die neuen „Kreationen“ von Mario Felix vorstellen. Mit diesen überraschte uns der Postbote, dem wir das „kleine Schwarze“ mit einem Freudenschrei – ganz Zalando-like – aus den Händen rissen (natürlich mit dem gebotenen Abstand!). Drinnen im Paket befanden sich die neuen Ernten einiger bereits von uns getesteter Kaffee-Sorten und Espressi sowie ein ganz neuer Kaffee der Familie Mierisch von der Finca „La Escondida“ aus der „MFL“-Edition. 
Mit klopfendem Herzen und feuchten Augen sowie vor Nervosität leicht zitternden Fingern, öffneten wir die erste Verpackung…
 
„Lunji-Estate“ – Filterkaffee und Espresso
Unser erster „Testkandidat“ ist der Espresso, dessen Rohkaffee auf der Farm „Lunji-Estate“ von Paul Maier wächst. Zusammen mit dem Filterkaffee, hatten wir bereits im vergangenen Jahr den exzellenten Kaffee von Paul Maiers Estate verkosten können, was und zu unserer Höchstpunktzahl für beide Varianten führte. (Unseren Test findet ihr hier) Doch wie schlägt sich die neue Ernte?
Bereits beim Aufbrühen des Filterkaffees und des Espressos lassen sich die genannten Noten von Birne, Ahornsirup und Granatapfel erkennen. Im Mund macht sich ein unglaublich tolles Bouquet breit. Eine feine Säure umspielt den Gaumen. Granatapfel ist klar zu erkennen. Und auch die Süße der Anklänge von Ahornsirup werden gut dargestellt. Nach hinten raus kommt eine leichte, nicht zu dominante Würze dazu. Der Espresso besitzt eine tolle Crema. Schwierig zu beurteilen, ob der neue Kaffee von „Lunji-Estate“ auf dem selben hohen Niveau liegt oder noch ein wenig höher. Ich würde sagen: Einfach Augen schließen und von Tansania träumen, wenn man in diesem Jahr schon nicht in die Ferne reisen kann!
 
Finca „La Escondida“ – Filterkaffee
Weiter geht es mit dem neuen Filterkaffee der „MFL“-Premiumkaffees aus Nicaragua, genauer gesagt von der Finca „La Escondida“ in der Region Matagalpa. Hierbei handelt es sich um einen „natural“ (und) im anaeroben Verfahren aufbereiteten Kaffee mit weniger Koffein (aufgrund der Varietät „Laurina“). Der Kaffee ist mit einem Cupping score von 88 Punkten ausgewiesen.
Hierzu lesen wir auf der Homepage der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei: 
„Da das Koffein jedoch als natürlicher Pflanzenschutz dient, ist die Laurina deutlich anfälliger für Schädlinge – und ihre Aufzucht und Pflege sehr intensiv. Nur wenige Kaffeebauern nehmen diesen Aufwand noch in Kauf – nicht nur deshalb ist die Laurina eine absolute Rarität unter Kaffeeliebhabern auf der ganzen Welt. Entdecken Sie eine außergewöhnliche Möglichkeit, koffeinarmen Kaffee zu genießen und trotzdem nicht auf Geschmack zu verzichten.
Unser Eindruck: Kein Wunder, dass Erwin „Doc“ Mierisch zu den besten Kaffeebauern weltweit gehört. Denn auch dieser Kaffee schmeckt wahnsinnig toll. Natürlich muss auch an dieser Stelle die Meisterleistung von Mario Felix Liebold hervorgehoben werden, den einzigartigen Kaffee so facettenreich zu rösten. Aber ohne die nötige Qualität der Kaffeebohnen könnte selbst ein Experte an der Rösttrommel wie Mario Felix nicht dieses enorme Potential aus den Kaffeebohnen herauskitzeln. 
Der Kaffee verströmt bereits beim Öffnen der Verpackung eine wunderbares Aroma mit feinen Anklängen von Ahornsirup und Mirabelle. Nach dem Aufbrühen und dem ersten Schluck macht sich der Toffeegeschmack im Mund breit. Nach hinten raus kommt der Ahornsirup, der sich wohlig in den Gaumen legt. Die Mirabelle tanzt mit einer gewissen sommerlichen Frische über dem Aromenteppich. Das gefällt, ist nicht zu kräftig, aber hat auch einen wunderbaren Abgang. Wie sagte man früher bei einer gewissen Kaffeemarke in der Werbung: „Wunderbar!“ Hier stimmt es.
 
Finca „La Huella“ - Filterkaffee
Auch ein „alter Bekannter“ darf natürlich mit der neuen Ernte wieder nicht fehlen. Die Rede ist vom Kaffee der legendären Finca "La Huella". Dieses Jahr ist es ein Red Pacamara (beim letzten Mal war es ein Yellow Pacamara) von Erwin Mierischs Farm. Der in Jinotega in der Region Matagalpa in Nicaragua angebaute Rohkaffee wird in einer Höhe von 1300-1400m angebaut und anaerob (natural) aufbereitet. Mario Felix hat ihn hell geröstet.
Unser Eindruck: Beim Red Pacamara, (hierbei handelt es sich um eine Kreuzung aus Maragogype, der so genannten „Elefantenbohne“, und Pacas) bekommt nicht nur die Nase viel geboten. Auch optisch stechen die großen Bohnen aus der Masse an Kaffeebohnen deutlich und unverwechselbar hervor. In Punkto Geschmack bietet der Filterkaffee eine gewisse Süße (Honig und Obst), die uns besonders gut zu Schokopralinen oder gewisse Käsesorten schmeckt. Eine geringe Säure begleitet den Kaffee und ergänzt das Geschmacksfeuerwerk im Mund. 
 
Fazit: Ja was soll man noch anders sagen? Auch wenn es für euch mittlerweile langweilig werden mag, aber es führt nun einmal kein Weg dran vorbei: Mario Felix Liebold ist und bleibt einfach für uns mit Abstand der beste Röstmeister Deutschlands, der auch die neuen Ernten derart brillant veredelt, dass wir nicht anders können, als abermals die Höchstpunktzahl zu ziehen. Wer diesen Kaffee nicht probiert, dem können wir auch nicht mehr helfen. Also Leute: Den Shop besuchen, Kaffee ordern und 10das Fernweh hiermit ein klein wenig besänftigen!!! Oder wie es meine beiden Mitstreiter so treffend formuliert haben: "Leute, kauft den geilen Scheiss, bevor er weg ist!"
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 10 von 10 Punkten.
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Mario Felix Liebold von der Ersten Tegernseer Kaffeerösterei für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.
 
Text und Fotos: M. Heiland, C. Heiland, D. Stappen
 

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