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Vorstellung und ausgewählte Sorten im Test: mehrwert kaffee

MehrwertKaffeeBild1Gutes tun und drüber reden. Den Menschen vor Ort helfen, soziale Projekte unterstützen und faire Preise bezahlen. Immer mehr Röstereien in Deutschland haben sich diesen Werten verschrieben und agieren hier ganz im Sinne der „Third Wave Coffee“-Bewegung und der Menschlichkeit. Gerade in unserer heutigen Zeit sind sie damit für Viele ein Vorbild. In diese immer größer werdende Riege verantwortungsbewusst agierender Kaffeeröster reiht sich auch das Team von Jörn, Michael & Chris von „mehrwert kaffee“ ein. Wie der Name bereits vermuten lässt, soll hier ein „Mehrwert“ entstehen und gezeigt werden, dass Kaffee „mehr wert“ ist bzw. sein und geschätzt werden müsste. Dies und das hinter dem Firmennamen zu findende Projekt in Kenia haben uns neugierig gemacht. Dank der freundlichen Unterstützung von Chris Pfeiffer ist es uns nun möglich, euch das Unternehmen vorzustellen sowie vier Kaffeesorten zu präsentieren.
 
Eine lange und intensive Verbindung zu Kenia…
…zeichnen die drei Gründer von „mehrwert Kaffee“ aus. Hierzu lesen wir auf der Homepage des Unternehmens: „13, 16, 21 - in jungen Jahren entwickelte jeder Gründer seine ganz persönliche Beziehung zu Kenia. Diese frühen Begegnungen auf dem afrikanischen Kontinent haben uns geprägt.
Begegnungen auf der Straße, in Slums, in Gefängnissen haben uns Menschen vor Augen geführt, die eine neue Perspektive benötigen. Eine echte neue Chance!
Das Projekt „Crossroad“ in den Bergen der Nandi Hills, Tinderet, gibt seit 2005 gefährdeten Jugendlichen diese Chance. Die meisten von ihnen sind Waisen und kommen aus „Schikusa Borstal“ - einem Jugendgefängnis für minderjährige Straftäter.
Seit 2014 wird in „Crossroad“ Kaffee angepflanzt. Bei einem unserer Besuche in Kenia fragten unsere einheimischen Freunde: "Nun ist der Kaffee reif, könnt Ihr ihn nicht in Deutschland verkaufen?" Zu oft wurden die Farmer um ihren wohlverdienten Lohn gebracht und haben an Agenten großer Händler zu Dumpingpreisen verkauft.
Mit ganzem Commitment und bereit zu vollem Risiko begeben wir uns 2017 erneut nach Kenia. Miteinander und entschlossen entwickeln wir eine Vision: Nachhaltig für eine faire Zukunft.
Social Entrepreneurs in beiderseitigem Einvernehmen. Unsere kenianischen Partner sehen in diesem gemeinsamen Kaffeeprojekt hohes Potenzial. Diese Überzeugung teilen wir. Wir möchten verlässlich unterstützen.
Wir starten durch - das war gerade erst der Anfang! Im Frühjahr 2019 planen wir den zweiten Container Rohkaffee nach Deutschland zu importieren. Als Jungunternehmer eine gewagte Aktion. Warum? Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht einen vielversprechenden Weg zu einem selbstbestimmten Leben. Wir als Wertkaffee GmbH wollen vor Ort aktiv sein und unsere Kunden an allen Entwicklungen teilhaben lassen.“
 
Kaffeesortenauswahl im Überblick
Bevor es an den Test und unsere persönlichen Geschmackseindrücke geht, wollen wir uns dem widmen, was ihr als Kunden zuallererst seht: Die Verpackung bzw. die Informationen, die „mehrwert kaffee“ euch mitteilt. Die Beutel kommen mit wiederverschließbarem Zip-Verschluss daher. Jede Verpackung hat einen Standboden, um sie hinstellen und je nach Bedarf entspannt die nötige Portion Kaffeebohnen oder Kaffeepulver entnehmen zu können. Das obligatorische Kunststoffventil (Vakuumventil) ist mit dabei.
Auf der Vorderseite der Verpackung finden wir den Namen der Rösterei und den Namen des Kaffees. Darüber hinaus auf einigen Verpackungen Angaben zur Herkunft, Infos zur Röstung, ein kurzes Tassenprofil und die Aussage, dass der Kaffee vom Deutschen Röstmeister Benjamin Pozsgai geröstet wurde. Angaben zur Aufbereitung des Kaffees und zu den Varietäten finden wir auf der Verpackung leider nicht. Auf der Rückseite gibt es auf jeder Verpackung einen kurzen Info-Text zum Kaffee aus Kenia, zu den Zielen von „mehrwert kaffee“ sowie Mengenangaben und ein MHD. Das Röstdatum selbst ist nicht aufgedruckt.
Zur Qualität des Kaffees lässt sich sagen, dass das Bohnenbild / Röstbild der getesteten Sorten sehr homogen ist. Defekte sind nur wenige zu finden.
 
Zubereitung
Für unseren Test haben wir den Kaffee mit unserer Baratza Sette 270Wi für den Hario V60 Handfilter bzw. die Chemex und den Siebträger gemahlen.
 
Die Test-Sorten: Beschreibung und Geschmackstest
Für den Geschmackstest hat uns das Unternehmen die zwei Filterkaffee-Sorten „Wikiendi“, und „Kushukuru“ sowie die Espresso-Blends „Furaha“ und „Majaliwa“ zur Verfügung gestellt.
Leider fehlen uns exakte Angaben zu den Varietäten, den Farmen, der Aufbereitung etc. da diese auch auf der Homepage nicht erwähnt werden. Erfahren können wir auf der Homepage lediglich, dass der Rohkaffee „an den Hängen des Mount Kenya“ in der Region „Nandi Hills“ wächst und ein Teil des Rohkaffees von der „Lelgotet-Farm“ stammt. Detailliertere Informationen wären wünschenswert.
 
MehrwertKaffeeBild2Der Filterkaffee „Wikiendi“
„Eine warme Frische die sich von deiner Zungenspitze im ganzen Mund verteilt. Der spritzige Wikiendi bietet seine eigenen Besonderheiten im Vergleich wie die Medium-Variante.
Wikiendi ist Swahili und heißt übersetzt Wochenende. Dieser Kaffee wird in Kenia auf ca. 1.700 Meter Höhe auf vulkanischem Boden angebaut. Die optimalen Bedingungen verleihen ihm ein leichtes Geschmacksprofil mit feiner Süße.“ Dies sind die Aussagen, die wir bei „mehrwert kaffee“ nachlesen können. 
Unser Eindruck: Der Kaffee ist geschmacklich gut, reißt aber keine allzu großen Bäume aus. Aromatisch in der Nase nicht allzu facettenreich, aber dank Anklängen von dunkler Schokolade vielleicht trotzdem etwas für den „Mainstream“. Leichte Säure geht mit einem mittleren Abgang einher. 
 
Der Espresso-Blend „Majaliwa“
„Für einen freundlichen Start in den Tag morgens oder als geeigneter Alltagsbegleiter. Die Robusta-Bohnen und die sehr gute Röstung sorgen dafür, dass dieser Kaffee auch Zubereitungsfehler verzeiht.
Majaliwa ist Swahili ist und heißt "Beschenkt sein". Der Majaliwa ist ein kräftiger Espresso Blend mit 30% Robusta Anteil. Er bildet eine wundervolle Crema und schmeckt auch in Milchgetränken herausragend gut.“
Unser Eindruck: Der Espresso-Blend stammt aus den Ländern Brasilien, Indien und Kenia. Geschmacklich kann der dunkler geröstete Espresso vor allem in den verschiedenen Milchvarianten überzeugen, wenngleich ihm die letzte Durchschlagskraft fehlt, sodass er mit zu viel Milch ein wenig geschmacklich untergeht, was recht schade ist. Im Abgang ist er dann doch recht schnell verschwunden.
 
Der Filterkaffee „Kushukuru“
Unser Eindruck: Der Filterkaffee ist sehr fein ausbalanciert. Er überzeugt durch eine schöne Struktur, angenehme Säure und ist insgesamt recht weich. Anklänge von Obst sind klar zu erkennen. Der recht lange Abgang bringt ganz dezente Röstaromen mit sich, die jedoch zu keiner Zeit als störend empfunden werden. Den Kaffee können wir als Sonntagskaffee ebenso empfehlen wie in geselliger Runde mit netten Freunden.
 
Der Espresso-Blend „Furaha“
Der Blend bietet einen tollen Geschmack, der kräftig nach vorne geht und schon beim Aufbrühen Lust auf Mehr macht. Leicht süße Beinoten sind eine interessante Kombination. Auch eine fruchtige Note spielt mit rein ohne sich hier zu dominant zu entfalten. Der mittlere Abgang könnte noch etwas ausgeprägter sein.
 
Fazit: Die uns zur Verfügung gestellten Kaffees und Espressi überzeugen teilweist, könnten hier und da noch ein wenig Feinschliff vertragen, was vor allem den Espresso „Majaliwa“ betrifft. Im Sinne der „Third Wave Coffee“-Bewegung und „The Pledge“ könnten noch mehr Informationen gegeben werden (auch gerne auf der Verpackung, da dies das Erste ist, mit dem der potentielle Kunde in Kontakt kommt). Insgesamt ein durchaus guter Kaffee. 
 
Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.
 
Zusammensetzung der Gesamtbewertung:
Qualität: 9 von 10 Punkten
8Fairness und Nachhaltigkeit: 8 von 10 Punkten
Geschmack: 7-8 von 10 Punkten
Transparenz: 8,5 von 10 Punkten
 
Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Chris P. Pfeiffer von „mehrwert kaffee“ für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.
 
D. Stappen
 

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