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Vorstellung und ausgewählte Sorten im Test: Kap Arkona Rösterei Rügen

KapArkonaBild1In den vergangenen zwei Jahren haben wir bei inn-joy in unseren „Kaffeewelten“ über 70 verschiedene Kaffeeröstereien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgestellt, zahlreiche Kaffeesorten und Espressi verkostet und euch empfohlen und so mancher kleinen Rösterei mehr Aufmerksamkeit beschert. Bislang kamen dabei die meisten Tests aus NRW, Süddeutschland und dem hohen Norden. Nun ist es uns endlich möglich, in unserer Rubrik auch das wunderschöne Rügen mit der „Kap Arkona“-Rösterei präsentieren zu können. Ob uns der Kaffee, den uns Inhaberin Sandra Peters für diesen Test freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, auch überzeugen konnte, lest ihr im Folgenden.

Schaut man auf die Internetseite der Kaffeerösterei „Kap Arkona“, so erhält man als potentieller Kunde leider so gut wie keine Informationen zum Werden der Rösterei. Was sind die Leitmotive? Wohin will man? Warum röstet man und welche Ziele hat man sich gesetzt? Alles bleibt vage und auch die Transparenz ist nicht vorhanden. Daher kommen wir unmittelbar zum Testteil.

Ausgewählte Sorten in der Vorstellung und im Geschmackstest

Kommen wir nun zu dem Teil, der wohl die meisten von euch besonders interessiert – dem „praktischen“ Teil.

Für unseren Test hat uns Sandra Peters einige ausgewählte Sorten zur Verfügung gestellt. Diese sind der aus guatemaltekischem Rohkaffee bestehende Kaffee „Kranichrast“, der kolumbianische Kaffee „Kreidemeer“, der „Kap Arkona Espresso“, der aus Peru (Cajamarca) stammende „Hühnergott“ sowie der Kaffee „Das Dünenwrack“ aus Äthiopien, genauer gesagt, aus Sidamo. Alle Kaffeesorten haben vom Namen her einen lokalen Bezug, was wir als eine sehr schöne Entscheidung ansehen. Die Zeichnungen sind sehr stimmig und machen Lust auf Mehr. Darüber hinaus besitzen alle Sorten ein Vakuumventil und die Möglichkeit, nach Entnahme den Beutel wieder zu verschließen. Schön: Alle Sorten lassen sich bequem hinstellen, sodass ihr den Kaffee ganz entspannt der Packung entnehmen könnt.

Auf jeder Verpackung befinden sich auf der Vorderseite das Logo der Kaffeerösterei, der Name des Kaffees / Espressos und ein Kaffeeprofil. Auf der Rückseite finden sich die Gewichtsangabe, die Adresse der Rösterei, das MHD und Angaben, ob es ein reiner Arabica oder ein Blend ist sowie die Auskunft, ob der Kaffee in ganzer Bohne oder gemahlen vorliegt. Das Röstdatum muss errechnet werden.

Was uns fehlt, sind Angaben, wie wir sie im Zuge der Third Wave Coffee Bewegung und der Transparenz kennen. So gibt es weder Auskünfte, von welchen Farmen der Rohkaffee stammt, sodass man seinen Ursprung rückverfolgen kann, noch Informationen zur Anbauhöhe oder der vorliegenden Varietät und ebenso fehlen Informationen zur Aufbereitung des Kaffees (washed, natural, semi oder fully washed, pulped natural, anaerob mit geringer Temperatur etc.). Hier besteht Optimierungsbedarf, da der Kunde gerne solche Informationen hat.

Leider finden wir auf der Internetseite auch keinerlei Informationen zu den Aspekten der Transparenz und der Nachhaltigkeit. Auch mit exakter Auskunft zu den Herkunftsplantagen / Farmen der Kaffeebohnen, der Bezahlung der Kaffeebauern, ob der Kaffee direct trade ist und anderes mehr, hält sich das Unternehmen bedeckt. In einem persönlichen Schriftwechsel teilte uns Sandra Peters allerdings mit, im kommenden Jahr sich dieser Thematik anzunehmen, was wir begrüßen.

Zubereitung und Geschmackstest der einzelnen Sorten

Für unseren Test haben wir den Kaffee mit unserer Baratza Sette 270Wi gemahlen und sowohl im Siebträger (für den Espresso) als auch im Hario V60-Handfilter und der Chemex zubereitet. Darüber hinaus haben wir den Kaffee bzw. Espresso nach festen Standards (SCAE Gold Cup Standard für Filterkaffee) zubereitet. Das Bohnenbild ist überwiegend recht homogen, Defekte sind nur wenige zu finden. Die Sorten sind allesamt sehr dunkel geröstet, fast schon zu dunkel. Bei ALLEN Sorten tritt bereits leichtes Öl aus, was darauf schließen lässt, dass insgesamt recht heiß geröstet wurde bzw. beim Drop recht hohe Temperaturen herrschten.

Leider hatte auch geschmacklich keine der Sorten überzeugen können. So war beispielsweise der Äthiopier sehr röstaromenlastig und es fehlte eine gewisse Raffinesse. Bereits beim Öffnen der Verpackung verströmte der Kaffee einen leicht verbrannten Geruch. Bitter und ohne Spitzen kam er daher. Die anderen Kaffees bieten eher Mainstream als besonders tolle Geschmackserlebnisse. Da bleibt leider nicht viel im Gedächtnis. Warum heutzutage noch derart dunkel geröstet werden muss, ist mir persönlich ein Rätsel. Der Espresso war die extremste Erfahrung, die ich in den vergangenen Jahren gesammelt habe. Nussig? Erdig? Nein. Floral, leicht oder verspielt fruchtig? Fehlanzeige. Stattdessen „Auf die Fresse“, ledrig und zu rauchig. Das kann man nicht servieren!

Fazit: Sorry für die direkten Worte. Aber leider konnte uns keine der getesteten Sorten überzeugen. Da hilft es auch nichts, wenn man bemüht ist, auf Transparenz und Nachhaltigkeit zu setzen. Daher können wir euch leider die Sorten von „Kap Arkona“ aus Rügen auch nicht empfehlen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 5 von 10 Punkten.

Zusammensetzung der Gesamtbewertung:

Qualität: 5-6 von 10 Punkten

5Fairness und Nachhaltigkeit: keine genauen Angaben möglich

Geschmack: 3 von 10 Punkten

Transparenz: nahezu keine Angaben möglich

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Sandra Peters von der Kaffeerösterei Kap Arkona für die zur Verfügung gestellten Testmuster.

D. Stappen

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