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Neue Kaffeesorten der Kaffeerösterei "Bonafede" im Geschmackstest

Bonafede2019Bild1Im vergangenen Jahr haben wir für euch Kaffee-Sorten und Espressi der Hockenheimer Kaffeerösterei „Bonafede“ vorgestellt. Unseren Test könnt ihr hier nachlesen. Nun hat uns Inhaber Rosario Bonafede freundlicherweise vier weitere Sorten für einen neuen Test zur Verfügung gestellt. Dies sind der Filterkaffee „Bonjabee“ aus Kamerun, der Filterkaffee „Mystic Hill Tribe“ aus Thailand, der Filterkaffee „Fazenda Sao Silvestre“ aus Brasilien und der Espresso „Red Bourbon“ aus Kolumbien. Wie uns die vier Sorten geschmeckt haben, erfahrt ihr im Test.

Kaffee mit Leidenschaft

In das mittlerweile doch recht umfangreichen Sortiment seiner Kaffeerösterei hat Rosario Bonafede nun auch diverse „farm to cup“-Kaffees aufgenommen. Hierbei lassen sich die Kaffees quasi vom Strauch bis zum Kaffeeröster zurückverfolgen. Keine weiteren Personen stehen in der "Wertschöpfungskette", wodurch Qualität, Nachhaltigkeit und Fairness überprüfbar sind. Dass Rosario Bonafede - wie er in seiner Firmenbeschreibung angibt - mit Leidenschaft Kaffee röstet und sich für gute Bedingungen in der Produktionskette stark macht, erkennt man ganz klar an dieser bewussten Entscheidung hin zu direkt gehandeltem Kaffee. 

 

Zubereitung

Für unseren Test haben wir den Kaffee mit unserer Comandante C40 MK3 Nitro Blade für den Hario V60 Handfilter und der Baratza Sette 270Wi für den Siebträger (Rancilio Silvia) gemahlen. Darüber hinaus haben wir den Kaffee bzw. Espresso nach festen Standards zubereitet. (Für den Espresso: 90°C – 96°C Brühtemperatur, 9bar Pumpendruck, 15 – 20 kg Anpressdruck beim Tampen, 25-35 ml Wasser auf ca. 6-12g Kaffeemehl und 20 – 30 Sekunden Durchlaufzeit; Für den Handfilter Hario V60: 300g Wasser, 18g Kaffeebohnen, Mahlgrad mittel, Blooming: 30 Sekunden, Brühzeit insgesamt (inkl. Blooming): 3 Minuten +/- 30 Sekunden.

Die vier Sorten im Überblick und im Geschmackstest

Der „Colombian Red Bourbon“

Unsere erste „Neuvorstellung“ ist ein sortenreiner, gewaschener Arabica aus Kolumbien. Er liegt in der Varietät „Red Bourbon“ vor. Kolumbien ist eines der traditionsreichsten und größten Kaffeeanbauländer weltweit. 1723 wurde Arabica Kaffee von den Jesuiten nach Kolumbien gebracht. Bis heute wird aufgrund der guten Anbaubedingung ausschließlich Arabica Kaffee angepflanzt. Kolumbien hat sich schon früh um die Vermarktung ihrer Kaffees bemüht. Als durchschlagender Erfolg wird die Personifizierung des kolumbianischen Kaffees durch die Werbeikone Juan Valdez im Jahr 1927 bezeichnet. In den 90er Jahren war Kolumbien, nach Brasilien, der zweitgrößte Exporteur der Welt.

Es wird geschätzt, dass Kaffee derzeit die Haupteinnahmequelle für 500.000 Menschen in Kolumbien darstellt. Das Spannende an Kolumbien ist, dass die Landschaft und die Klimazonen, aufgrund der hohen Berge und den Ausläufern der Anden, sehr unterschiedlich ist, so dass es viele Kaffeeernte-Zonen mit ganz unterschiedlichen Geschmacksprofilen gibt. Insgesamt gibt es 32 Departemente bzw. Verwaltungsgebiete, in denen Kaffee angebaut wird. Je nach Departemente gibt es, aufgrund der klimatischen Bedingungen, eine bis drei Kaffeeernten pro Jahr. So kann in Kolumbien im Prinzip ganzjährlich Kaffee geerntet werden.

Unser Eindruck: Der Espresso besticht durch einen samtigen, weichen Körper, fruchtige Noten, die an Beeren erinnern, eine geringe Säure und seinen harmonischen, langen Abgang. Auch als Milchkaffee lässt sich der mittelkräftige Espresso wunderbar genießen. Die Crema ist toll und bleibt lange stehen. Ein exzellenter Espresso, den man auch gut mit Freunden an einem Sonntag auf der Veranda genießen kann.

Bonafede2019Bild2Der „Brasilien Sao Silvestre Yello Icatu“

Der Filterkaffee aus Brasilien ist ein Single Origin-Kaffee aus der Region Cerrado Minero von Ismael José de Andrade. Unter einer „Cerrado“ versteht der Brasilianer die Savannen in Zentral-Brasilien mit einem überwiegend trockenen Klima mit einer Regenperiode zwischen Oktober und April. Die von den Fincas stammenden Kaffees gehören mit zu den besten weltweit.

Auf der Finca Sao Silvestre von Ismael José de Andrade, der mit seinen Kaffees mehrfach beim Cup of Excellence die vorderen Plätze erreichte, wird auf Einsatz von Düngemitteln verzichtet. Die Fazenda Sao Silvestre liegt in einer Höhe von rund 1100-1250m. Geerntet wird der Kaffee maschinell zwischen Juni und September. Der Kaffee wird „natural“ aufbereitet und liegt in der Varietät „Yellow Icatu“ vor.

Unser Eindruck: Bereits während des Mahlvorgangs verströmt der Kaffee ein intensives Bouquet, dass an Nussschokolade und Toffee erinnert. Beim Aufbrühen verstärkt sich diese Wahrnehmung noch einmal deutlich. Der volle Körper weiß zu gefallen und der kräftige Geschmack ist ein Highlight. Vor allem der nussig-schokoladige, und mit einer gewissen würzigen Note versehene Grundton überzeugt. Leichte Röstaromen sind vorhanden, drängen sich jedoch nie in den Vordergrund. Der recht lange, runde Abgang gefällt.

Der „Mystic Hilltribe“ aus Thailand

Der dritte Kaffee auf unserem Prüfstand ist ein Filterkaffee, dessen Rohkaffeebohnen aus Thailand, genauer gesagt dem Doi Chang Gebirge aus der Region Chang Rai, stammen. Der Kaffee wird in einer Höhe von 1.500 – 1.700 Metern angebaut. Kultiviert wurde der Kaffee von den einheimischen Bergvölkern. Der Kaffee wird per Hand gepflückt und liegt „washed“ aufbereitet in den Varietäten „Catuai“, „Catimor“ und „CHM80“ vor.

Unser Eindruck: Geschmacklich wird er als „harmonisch, säurearm, nussig und schokoladig“ bezeichnet. In der Nase nimmt man bereits die schokoladigen Noten und die Mandel war. Ganz ferne Erinnerungen an Kirmes und Jahrmarkt kommen auf. Im Mund macht sich ein erstaunlicher Körper breit, einer tollen Aromenvielfalt und einem langen Abgang. Die zitrige Obernote gibt dem Kaffee eine gewisse Frische, erschlägt dennoch die anderen Aromen zu keiner Zeit. Säure ist kaum vorhanden, Röstaromen minimal, aber nie störend. Filigran und sanft schmeichelt dieser Kaffee dem Gaumen. Chapeau.

Der „Kamerun Bonjabee“

Last but not least haben wir hier einen Filterkaffee aus Bonjabee in Kamerun. Der Rohkaffee wird auf einer Höhe von 1500 – 2000 Metern angebaut. Die mineralhaltigen Böden des Mambila Gebirges und das subtropische Klima bieten beste Voraussetzungen für diesen Kaffee, der dort auf natürliche Weise ohne Pestizide angebaut wird. Bonga ´be ist ein Wort aus dem Limbum, der Graslandsprache im Nordwesten Kameruns und bedeutet Zusammengehörigkeit/ Einheit. Der Kaffee ist ein Projektkaffee. Mit dem Kauf dieses Kaffees unterstützt ihr mit 1 Euro je Kilo ein Projekt zur Bildung der Kinder und Jugendlichen in der Region Nkambe/Kamerun

Unser Eindruck: Was für ein toller Kaffee, den uns Rosario Bonafede hier kredenzt! Die strahlende Süsse, der volle Geschmack von Nussschokolade im Mund, die leicht fruchtigen Noten – hier stimmt einfach alles. Obwohl der Kaffee recht mild ist, kann er durch eine tolle Basis und feine Obertöne überzeugen. Der lange Abgang weiß ebenso zu gefallen wie die schöne Fülle.

9Fazit: Wie schon mit den ersten uns 2018 zur Verfügung gestellten Sorten, so weiß auch der neue Kaffee von Rosario Bonafede mit den vier uns zur Verfügung gestellten Sorten voll und ganz zu überzeugen. Dass die Sorten alle „Farm to Cup“ sind, also komplett zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden können, begeistert uns ebenfalls. Daher können wir den vier Sorten eine ganz klare Kaufempfehlung aussprechen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Rosario Bonafede für die zur Verfügung gestellten Testmuster.

M. Heiland

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