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L.A. Noire | Review (Xbox One X)

LANoireBild1Videospiele in die gerade aktuelle Konsolengeneration zu hieven, erfreut sich – vor allem für die Entwickler und Publisher – seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Dabei fallen die „Ports“ in der Qualität unterschiedlich aus, sehr zum Leidwesen der potentiellen Käufer und Fans, die ihre „Lieblinge“ auch gerne in topaktuellem Gewand spielen möchten. Klar, dass auch Rockstar Games ein Stück vom Kuchen abhaben möchte, und so hat man sich an das mittlerweile knapp sechs Jahre alte „L.A. Noire“ begeben, und es für die Nintendo Switch, die Xbox One und die PS4 (plus deren leistungsstärkeren „Geschwister“) noch einmal neu aufgelegt. Während es bei der Sony- und der Microsoft-Konsole quasi ein „Grafikupdate“ mit ein paar minimalen Veränderungen geworden ist, musste der Titel für die Switch mangels entsprechender Vorgänger neu entwickelt bzw. den technischen Eigenschaften (mit Hybrid-Konsole und Joy-Con-Controllern) angepasst werden. Für unseren Test haben wir uns die Xbox One-Fassung geschnappt und sie auf Microsofts neuer Xbox One X ausgiebig gespielt. Hier unsere Eindrücke.

Fast alles beim Alten

Inhaltlich hat sich an der Neuauflage von „L.A. Noire“ nichts verändert. Die Handlung spielt natürlich nach wie vor im Amerika des Jahres 1947. Zwei Jahre nach Kriegsende schlüpft ihr in die Rolle des Detective Cole Phelps und löst mehr oder minder spannende Kriminalfälle. Wie schon in der „alten“ Fassung, so beeindruckt auch in der Neuauflage die Grafik. Für den damaligen Zeitpunkt der Veröffentlichung waren vor allem die Animationen der Gesichter der Charaktere richtungsweisend. Denn dank Motion Capturing konnte man tatsächlich aus den Gesichtern der Verdächtigen ablesen, ob sie die Wahrheit sprechen, oder verdächtig nervös bei eurer Befragung wirken. Auch heute, knappe sechs Jahre später, ist man erstaunt, wie professionell die Entwickler bei Rockstar Games seinerzeit ans Werk gegangen sind, um die Figuren zum Leben zu erwecken und möglichst real wirken zu lassen. Rockstar Games hat es einfach drauf!

Ein wenig schade ist dann, dass abseits der „lebensecht“ wirkenden Figuren die Umgebungen, sprich LA, doch recht trist und karg daher kommt. Hektische Betriebsamkeit, geschäftiges Treiben – all das wird hier doch sehr rudimentär inszeniert. Auch wenn die Xbox One X-Fassung mit 4K glänzt, wirken die Texturen nicht immer gestochen scharf, wenngleich der Titel optisch aufgepeppter daher kommt, als Anno 2011. Auch an der Beleuchtung und den Schatten haben die Entwickler geschraubt.

LANoireBild2Doch L.A. Noire lebt ja weniger von der Stadt, sondern vielmehr von den Geschichten und der Detektivarbeit. Und Geschichten erzählen kann Rockstar bekanntlich. Im Zentrum der Arbeit als Detective stehen die Verhöre. Und hier haben die Entwickler eine Neuerung vorgenommen. Konntet ihr beim Ur-Spiel noch zwischen drei Verhörwegen wählen, haben die Entwickler die Verhöre nun auf zwei Wege beschränkt, um das Ganze ein wenig einfacher und auch glaubwürdiger zu gestalten. Ebenfalls neu mit dabei sind die zusätzlichen Fälle, welche auf dem PC nachgereicht wurden. Schade ist hingegen, dass auch die neue Version ausschließlich in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln daher kommt. Lokalisierte Fassungen sind für Rockstar auch 2017 noch ein Fremdwort. Schade ist auch, dass die Handlung streng linear ist sowie die Levelstruktur, die kaum Alternativen zulässt. Neben der Detektivarbeit gibt es diverse Schießereien und Schlägereien mit den Bösewichtern von L.A. zu bestehen. Diese sind allerdings nicht besonders fordernd und eher „schmückendes Beiwerk“.

„Star“ des Spiels bleiben allerdings die Fälle und das Erkennen von Zusammenhängen sowie das Verhören von verdächtigen Personen, um die Fälle schlussendlich lösen zu können. Die Verhöre machen auch heute noch Spaß und lassen erkennen, mit wie viel Liebe zum Detail die Entwickler vorgegangen sind, um möglichst glaubhafte Verhöre abzuliefern. Selten konnte man so gut aus der Mimik von einzelnen Charakteren Regungen ablesen, wie bei L.A. Noire. Wie bereits erwähnt, setzte Rockstar Games damals für das Motion Caputring neue Maßstäbe. Auch wenn im Laufe des Spiels sich einige Verhörelemente wiederholen und wenig Monotonie aufkommt, bleibt das Spiel trotzdem so interessant, dass man sämtliche Fälle lösen will. Und genau das ist es, was ein gutes Spiel auszeichnet – egal auf welcher Konsole und in welcher Konsolengeneration es erscheint.

7Fazit: Auch in der Neuauflage hat L.A. Noire nichts von seinem Reiz verloren und die Detektivarbeit übt noch immer einen gewissen Reiz aus. Auch wenn die Stadt nach wie vor recht karg daher kommt und das Flair des „echten“ L.A. der 1940er Jahre nur rudimentär eingefangen wurde, begibt man sich gerne auf die Zeitreise. Die Stimmung wurde gut eingefangen, die Inszenierung der Fälle ist gelungen, die grafische Optimierung auf der Xbox One X ist gut, aber nicht over the top und mit der Verschlankung der Verhörwege und der neuen Fälle wird auch Veteranen etwas geboten. Im Gegensatz zu manch anderen „Launch-Titeln“ der Xbox One X ist dieser gelungen. Selbstverständlich läuft auch auf der Xbox One der Titel ohne Einschränkungen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Rockstar Games für das zur Verfügung gestellte Rezensionsmuster.

U. Sperling

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