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Rush - A Disney Pixar Adventure | Review (Xbox One)

RushBild1Als Microsoft für seine Xbox 360 seine „Kinect“-Kamera auf den Markt brachte, da war man der Zeit weit voraus. Zwar gab es bereits vorher mit der Nintendo Wii eine Sensorleiste, die eure Bewegungen erkannte und auf das Geschehen am Fernseher umsetzen konnte. Doch mangelte es ihr an Präzision. Auch konnte der Sensor keine Gesichter oder Stimmen erkennen. All das bot auf einmal Kinect. Doch Microsoft beging damals mehrere Fehler: Zunächst einmal brachte der Konzern fast ausschließlich Spiele für Kinder mit Kinect-Unterstützung auf den Markt und ließ Core-Gamer fast schon außen vor. Dann wurde das Potential des Bewegungssensors bei einigen Spielen fehlerhaft oder halbherzig unterstützt.

Als dann das Marketing-Desaster der Xbox One mit Kinect-Zwang und ähnlichen Problemen begann, war klar, dass es von da an mit Kinect abwärts gehen würde. Mittlerweile ist die Xbox One X erschienen und der Redmonder Konzern hat sich sang und klanglos von seinem ehemals so hoch gepriesenen Stück Hardware verabschiedet. Ganz aufgegeben hat man das Prinzip allerdings nicht, wie man aktuell sehen kann. So soll die neue Konsole aus dem Hause Microsoft auch Webcams unterstützen und Spiele, die bereits für die Xbox 360 und die Xbox One erschienen, kommen nun wieder in die Händlerregale zurück. Zwei Dinge haben sie jedoch gemeinsam: Neben der neu hinzugefügten Option, die Titel mit dem Controller zu spielen, steht bei allen „Family Games“ auch noch die „klassische“ Variante via Kinect zur Auswahl. Darüber hinaus wurden die Spiele auf Hochglanz gebürstet und wollen nun noch einmal mit HDR- und 4K-Support neue Kunden anlocken bzw. alte Fans, die durch die Entwicklungen bei Microsoft unter Umständen vergrault wurden, zurückgewinnen und natürlich die „Pioniere“ von Kinect, also die besonders treuen Fans, von der neuen Konsole überzeugen. Wir haben für euch „Rush – A Disney Pixar Adventure“, „Zoo Tycoon: Ultimate Animal Collection“ und „Disneyland Adventures“ erneut getestet und berichten, ob sich der Kauf lohnt.

RushBild2Rush – A Disney Pixar Adventure

Wie bereits erwähnt, könnt ihr euch vor dem Spielstart entscheiden, ob ihr mit Kinect-Unterstützung oder mit dem Controller spielen möchtet. Habt ihr euch für eine Variante entschieden, setzt euch das Spiel in einer Art Themenpark der beliebtesten Disney Pixar-Filme ab. Dort könnt ihr euch frei bewegen und jeden Thementeil einzeln erkunden. Zur Wahl stehen Ratatouille, Toy Story, Die Unglaublichen, Oben und – neu mit dabei – Findet Dorie. Weitere Filme bzw. Themen stehen leider nicht zur Verfügung. Da ihr pro Themenwelt nur drei kleine „Stages“ geboten bekommt, ist das unterm Strich doch recht wenig. Was wir besonders schade finden, ist die Tatsache, dass es hier sonst nichts zu tun und zu finden gibt, ihr euch nicht – wie bei Disneyland Adventures – mit den „echten“ Filmcharakteren treffen könnt und auch sonst nichts passiert. So bleibt die Inszenierung außerhalb der Themenwelten sehr spröde was dem Ganzen eine Menge Atmosphäre und Glanz nimmt.

Dennoch wird das Spiel viele Fans im Grundschulalter gewinnen. Denn die Aufmachung innerhalb der Themenbereiche und die Gestaltung der Spiele ist absolut gelungen. Beinahe fühlt man sich, wie in einem interaktiven Disney Pixar-Film. Zwar kann der Titel sein Alter nicht ganz verleugnen (und natürlich ist er kein absoluter grafischer Vorzeigetitel zum Start der Xbox One X). Doch man fühlt sich hier wohl und die Animationen der Figuren und deren Welt wirken wie aus einem Guss.

Positiv hervorzuheben ist auch, dass die Steuerung via Kinect und mit dem Controller wunderbar funktioniert (was zumindest im Hinblick auf Kinect keine Selbstverständlichkeit ist) und sich die Figuren präzise steuern lassen. Bei Cars funktioniert die Steuerung sogar besser, als im „Ur-Spiel“. Ein wenig schade ist, dass es in Sachen Steuerung und Aufgabenvielfalt wenig Abwechslung gibt. Denn das Gameplay ist ziemlich wiederholungsanfällig. Mir persönlich hat die Steuerung mittels Kinect-Kamera mehr Spaß gemacht, da ich hier auch aktiver gefordert werde. Da merke ich schnell, dass ich die Kamera doch irgendwie ein klein wenig vermisst habe. Toll ist auch die Option, als Eltern helfend ins Spiel ein- und aussteigen zu können, falls der Nachwuchs mal nicht weiterkommt. Allerdings kann es natürlich auch andersherum der Fall sein. Ein witziges Feature bietet übrigens nur die Kinect-Leiste: Mit Hilfe eines Scans werdet ihr quasi ins Spiel eingebaut. Das war damals innovativ und ist heute immer noch amüsant. So wird aus euch bzw. dem jungen Spieler eine Pixar-Figur. Und seien wir doch mal ehrlich: Wer wollte nicht schon immer mal an der Seite der Disney Pixar-Figuren agieren?

7Fazit: Außer der Themenwelt von „Findet Dorie“ und der Hochglanzoptik bietet „Rush – A Disney Pixar Adventure“ wenig Neues. Auch wenn die Option, nun auch mit dem Controller spielen zu können, viele Fans gewinnen wird (da nicht jeder Kinect besitzt und andere Kameras noch nicht unterstützt werden), fehlt es dem Spiel doch am magischen Flair, das beispielsweise „Disneyland Adventures“ versprüht. Denn jenseits der Themenwelten ist nichts vorhanden, das begeistert, fasziniert und zum Weitermachen animieren kann. Da wäre für eine Neuauflage doch noch mehr drin gewesen. Dennoch macht das Spiel nach wie vor Spaß und wird mit Sicherheit so manchen neuen Fan für sich begeistern.

Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Microsoft für das zur Verfügung gestellte Testexemplar.

U. Sperling

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