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The Last Day of June | Review (PS4)

LastDayBild1Wie weit würdest du für deine Liebe gehen? Diese Frage haben sich bestimmt schon viele von euch gestellt. Wenn man könnte, würde man vielleicht sogar die Zeit manipulieren, nur, um Dinge ungeschehen zu machen oder Fehler wieder gut zu machen. Ähnlich muss auch der Grundgedanke bei den Machern von „The Last Day of June“ gewesen sein. Denn in diesem Adventure steht der Zeitaspekt im Mittelpunkt des Geschehens. Wir haben den emotionalen Titel für euch getestet.

Ohne Worte

Im Mittelpunkt von „The Last Day of June“ steht Carl. Zu Beginn des Spiels sehen wir, wie er gemeinsam mit seiner Frau June auf einem Steg am Wasser sitzt. Die beiden alten Menschen scheinen dabei so verliebt wie am ersten Tag zu sein. Der Herbst sorgt dafür, dass June zu frieren beginnt und Carl – ganz Gentleman – eine Decke aus seinem Wagen holt. Auf dem Weg zurück pflückt er eine Blume für seine Frau June, über die sich June unglaublich freut. Von diesen Momenten lebt das Spiel.

Wenig später sehen wir das Paar im gemeinsamen Haus. June versteckt ein Geschenk, das Carl wenig später zu seiner hellen Freude entdeckt. Eigentlich könnte es kaum harmonischer und friedlicher sein. Doch urplötzlich schlägt das Schicksal auf besonders grausame Weise zu. Bei einem Unfall kommt June ums Leben und Carl ist von da an auf einen Rollstuhl angewiesen. Klar, dass Carl nun alles daran setzen will, den Unfall wieder rückgängig zu machen. Dies soll über den Kontakt zu Bildern passieren. Über diese kann Carl sich in das Leben anderer Menschen und deren Vergangenheit „hinein teleportieren“, um den Lauf der Dinge zu manipulieren. Dabei habt ihr in der Rolle des Carl stets mehrere Optionen. Zielt ist natürlich stets, den Tod von June zu verhindern. Nehmt ihr in der Rolle eines kleinen Jungen beispielsweise einen Ball von der Straße auf, reißt der Fahrer des Wagens das Steuer herum, um nicht mit euch zusammenzuprallen. Lasst ihr den Ball jedoch links liegen, ist der Verlauf ein anderer. Habt ihr euch falsch entschieden, spielt ihr das Rätsel bzw. die Aufgabe noch einmal. Auf Dauer werden diese Aufgaben leider ein wenig monoton, wenngleich das Spiel mit Emotionen sehr gut umgehen kann.

LastDayBild2Gewöhnungsbedürftig ist jedoch nicht nur dieser „Wiederspielwert“, sondern auch die Gestaltung des Spiels. So wurden die Umgebungen bewusst schlicht gehalten und erinnern oftmals an Aquarelle, wodurch nicht immer alles sofort von weitem erkennbar ist. Auch die Tatsache, dass die einzelnen Figuren keine Augen haben und dadurch eine gewisse Anonymität entsteht (oder soll man sich als Spieler so besser mit ihnen identifizieren können?) ist Geschmacksache. Ebenfalls kontrovers kann man die fehlende Sprachausgabe diskutieren, da hier nur – ähnlich wie bei „Die Sims“ – ein Gebrabbel die „richtige“ Sprache ersetzt. Ähnlich einfach ist die Steuerung gehalten. Hier ein Tastendruck, dort ein Tastendruck – mehr passiert eigentlich nicht.

Und dennoch kann „The Last Day of June“ motivieren. Warum? Weil man als Spieler einfach mitterleben möchte, wie sich Carl und June wieder gemeinsam auf den Steg am Ufer des Sees setzen – und zwar als Lebende. Ob das überhaupt realisierbar ist, bleibt bis zum Schluss offen. Doch das ist hier egal, da man als Spieler einfach will, dass das Spiel gut ausgeht und dafür alles gibt, jedes Rätsel zur Not mehrfach spielt und alle Unzulänglichkeiten und Schwächen gerne in Kauf nimmt – bis zur letzten Spielminute.

Fazit: Ein Spiel muss weder anspruchsvoll noch grafisch ein Effektfeuerwerk abbrennen, wenn es zu unterhalten weiß. Auch wenn „The Last Day of June“ viel Monotonie besitzt, auch wenn andere, vergleichbare Titel hübscher aussehen mögen und noch facettenreicher auf der Klaviatur der Emotionen spielen. Dieser kleine Titel schafft es, eine emotionale Verbindung mit dem Protagonisten herzustellen und bis zur letzten Minute mit Carl zu hoffen und zu bangen, dass er seine June zurück bekommt. So etwas schaffen nur wenige Titel. Daher können wir euch das Spiel ans Herz legen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei 505 Games für das zur Verfügung gestellte Rezensionsmuster.

L. Zimmermann

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