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Uncharted: The Lost Legacy | Review (PS4)

UnchartedTLLBild1Mit „Uncharted“ haben Naughty Dog und Sony eine ganze Konsolengeneration lang spannende Abenteuer rund um den sympathischen Nathan Drake erzählt und dabei einen beeindruckenden Grund geliefert, sich die PlayStation 3 ins Haus zu holen. Kaum ein Entwickler schaffte es mit einer Exklusivmarke derart beeindruckend in Hollywood-Qualität zu unterhalten wie Naughty Dog mit Uncharted. Doch nun sind die Geschichten rund um Nathan und seinen Partner Sully erzählt und der Hobbyarchäologe hat sich mit dem Ende von Teil vier in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Doch das heißt natürlich nicht, dass das Uncharted-Universum nicht noch weitere Charaktere, Abenteuer und packende Storys bereithalten kann. Dies müssen sich wohl auch die Verantwortlichen des Entwicklerteams gedacht haben, als man sich an die Entwicklung von „Uncharted: The Lost Legacy“ machte. Was zunächst als reiner DLC geplant war, entwickelte sich im Laufe der Zeit als echtes Spin-Off. Doch anstelle von Nathan Drake begleitet ihr in diesem aktuellen Uncharted-Ableger die beiden Damen Chloe Frazer (welchen Fans der Reihe natürlich aus dem zweiten und dritten Ableger bekannt ist) und Nadine Ross (allen Fans des letzten Drake-Abenteuers bekannt). Wie Uncharted ohne Nathan funktioniert und ob das Spiel neue Akzente setzen kann, haben wir für euch herausgefunden.

Eine neue Reise in fremde Gefilde

Wer die Reihe kennt, der weiß, dass Entwickler Naughty Dog für seine Uncharted-Spiele immer die Storys in fernen und stellenweise exotischen Ländern ansiedelte. Diesem Prinzip bleibt man sich auch für den neuen Teil treu. Denn Chloe und Nadine verschlägt es in „The Lost Legacy“ nach Indien. Bereiets zu beginn finden wir uns auf einem umtriebigen Markt wieder, der so dem realen Leben entspringen könnte. Wir halten zunächst ein kleines Schwätzchen mit einem einheimischen Mädchen. Im Kern dreht es sich um eine Figur des Hindu-Gottes Ganesh oder auch Ganesha. Dabei scheint der Elefantenkopf tragende Gott eine zentrale Rolle zu spielen. Denn im Mittelpunkt wird im Spielverlauf die Suche nach seinem Stoßzahn stehen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Denn zuvor befinden wir uns erst einmal auf der Flucht vor Milizen eines fiesen und schmierigen Widersachers, der uns – in bester Uncharted-Manier – auch im gesamten Storyverlauf immer wieder begegnet und uns fast schon einen Schritt voraus zu sein scheint.

Mehr vom Gleichen

Und da wären wir auch schon bei den unverkennbaren Parallelen. Denn im Grunde ist „The Lost Legacy“ nichts anderes, als ein – zugegebenermaßen wieder einmal sehr guter – Aufguss des vierten Teils. Nahezu alles, was wir bei Drake schätzen und lieben gelernt haben – aber auch nicht ganz optimal fanden – taucht hier 1:1 auf. So gibt es Kletterpartien in phänomenal in Szene gesetzten Landschaften, bei denen waghalsige Sprünge – und so manch geskriptete Szene, in der wir UnchartedTLLBild2für einen kurzen Moment in Sorge um das Leben unseres virtuellen Alter Egos sind – an der Tagesordnung sind, Feuergefechte gegen eine scheinbare Übermacht an bewaffneten Soldaten, eine Story, die mit ein paar kleinen Wendungen daher kommt und sogar der aus Teil vier bekannte Wagen mit dem Abschleppseil sind wieder mit von der Partie. Auch das stellenweise nervige manuelle Aufsammeln von Waffen ist erneut vorhanden. Als eines der wenigen neuen Elemente im Ableger ist die Möglichkeit, mittels einer Haarnadel Schlösser zu knacken, um in Kisten neue Waffen zu finden, die euch den Weg frei schießen oder sprengen und Türen zu öffnen.

Darüber hinaus gibt es – abgesehen von den neuen Settings – so gut wie nichts Neues. Selbst einige Soundsamples (inklusive des Schreis eurer Partnerin, wenn ihr abstürzt) wurden übernommen und nur minimal abgewandelt.

Da fragt man sich natürlich als geneigter Fan und potentieller Käufer des Titels, ob es sich lohnt, noch einmal rund 40 Euro zu investieren. (Was in Anbetracht anderer Titel natürlich fast schon als Schnäppchen durchgeht) Die Antwort fällt mir persönlich leicht: Wer die Reihe bislang gemocht hat, der wird auch am neuen Ableger Gefallen finden. Denn das ungleiche Protagonistinnen-Paar weiß durch hervorragende Dialoge zu überzeugen und zeigt, dass die Reihe auch ohne Nathan Drake funktionieren kann. Grafisch ist auch das Spin-Off über allen Zweifel erhaben und reizt die PS4 komplett aus (Wenngleich es einige technische Defizite gibt, die aber minimal vorhanden sind). Und auch die akustische Untermalung bietet Unterhaltung auf hohem Niveau.

Fazit: Ich muss zugeben, dass ich mich zunächst ein wenig geärgert habe, weil mir Naughty Dogs hier kaum etwas wirklich Neues vorsetzt. Auch wenn der Ableger mit knapp 40 Euro schon fast ein „Sonderangebot“ ist, das Spiel immer noch grandios aussieht und zum Verweilen und Staunen einlädt, die beiden Protagonistinnen zu unterhalten wissen – es ist einfach keine wirkliche Weiterentwicklung gegenüber Teil vier vorhanden. Doch im Laufe der Spielzeit wurde ich – nicht zuletzt dank eines wieder einmal starken Drehbuchs – mit dem Spiel versöhnt. Machen wir es kurz: Wer die bisherigen Titel geliebt hat, kann blind zugreifen, solange er kein Problem damit hat, mit weiblichen Figuren ins Abenteuer zu ziehen. Wer jedoch bislang einen Bogen um die Reihe gemacht hat oder vollkommen neue Impulse 8erwartet, wird mit dem Titel möglicherweise schwer warm. Für mich persönlich reicht es nun aber auch mit „Uncharted“. Ich würde mich nach diesem Ausflug freuen, wenn man bei Naughty Dog die kreativen Kräfte bündelt, und uns wieder auf die gleiche spektakuläre Weise verzaubern und ins Staunen versetzen kann, wie vor 10 Jahren mit Teil eins.

Die inn-joy Redaktion vergibt 8 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Sony für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

U. Sperling

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