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Neu im Wochenschau Verlag: Gesellschaft im NS

GesellschaftimNSDas Heft nimmt vor dem Hintergrund der neuesten Forschungen zur „NS-Volksgemeinschaft“ die deutsche Gesellschaft und damit die Rolle der Deutschen im Nationalsozialismus in den Blick. Im Zentrum stehen die Jahre zwischen 1933 und 1939, die den Zeitgenossen vielfach noch als die „guten Jahre“ in Erinnerung sind.

Die zahlreichen Unterrichtsmaterialien zeigen, dass der Nationalsozialismus als Herrschafts- und Gewaltregime nur funktionieren konnte, weil ein Großteil der Menschen bereit war, ihn zu akzeptieren, sich in seine Strukturen zu integrieren, sich für ihn zu engagieren und Menschen auszugrenzen, die aus ideologischen Gründen nicht zur Volksgemeinschaft gehören sollten. Auch der Frage nach den Motiven für dieses Verhalten wird nachgegangen. Die Schülerinnen und Schüler können die NS-Herrschaft so als soziale Praxis der Vereinnahmung und Ausgrenzung verstehen.

Rezension: Die Gesellschaft im „Dritten Reich“ war das Wichtigste für die NSDAP. Ohne, dass die „Volksgemeinschaft“ die Ideologie der Nationalsozialisten größtenteils so bedingungslos übernommen hätte, wäre Hitler nie so lange an der Macht geblieben, hätte es keinen Zweiten Weltkrieg gegeben und wären nicht über sechs Millionen Juden in den KZ vergast worden. Doch wie konnten die Nazis die Menschen hinter sich vereinen? Wieso taten die Deutschen nichts, als sie sahen, dass ihr langjähriger jüdischer Arzt, ihr Schuster oder ihr Bäcker abgeholt und verschleppt wurden? Wie konnten Menschen, die nicht zur Volksgemeinschaft gezählt wurden, überhaupt auch nur einen Tag überleben? Diesen und vielen anderen Aspekten und Fragen geht Steffen Barth im vorliegenden Band nach. Basis der Ausarbeitungen für die Unterrichtsmaterialien ist der neuste Forschungsstand rund um das Thema „Volksgemeinschaft“. Anhand bekannter und weniger bekannter Bilder, Zeichnungen, Karikaturen, Textquellen, Propagandaplakaten etc. zeigt der Autor auf, was die „Volksgemeinschaft“ war, wer dazu gehörte, warum Menschen überhaupt ausgegrenzt wurden, ob es Widerstand gegen Ausgrenzung gab, welche Handlungsspielräume Menschen innerhalb der Diktatur besaßen und welche Motive Menschen zum Mitmachen, zur Skepsis aber auch zur Verweigerung bewegten.

Das Heft ist dabei unterteilt in die Kapitel „Die ‚Volksgemeinschaft’ als Gesellschaftsmodell“, „Inklusion in der ‚Volksgemeinschaft’“, „Der Führerkult“, „Gefälligkeits- oder Mobilisierungsdiktatur? – Eine Kontroverse“ sowie eine schriftliche Überprüfung.

Das Material selbst wurde mit operationalisierten Arbeitsaufträgen versehen und kann so im Geschichtsunterricht der Sek I und Sek II eingesetzt werden. Einen „Lösungsteil“ gibt es ebenso wenig, wie binnendifferenzierte Aufgabenstellungen. Letzteres ist recht schade, da gerade am Gymnasium binnendifferenzierte Aufgaben im Geschichtsunterricht eingebracht werden sollten. Ebenfalls schade ist, dass Barth bei der schriftlichen Überprüfung (Karikaturenanalyse) keinen Erwartungshorizont präsentiert.

Fazit: Das Heft bietet gutes Arbeitsmaterial auf dem neusten Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Thema „Volksgemeinschaft“. Dennoch wären oben genannte Verbesserungen wünschenswert gewesen.

Die inn-joy Redaktion vergibt 7 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich beim Wochenschau Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

7Titel: Gesellschaft im Nationalsozialismus

Zwischen Vereinnahmung und Ausgrenzung

Reihe: Geschichtsunterricht praktisch

Autor/Hrsg.: Steffen Barth

Verlag: Wochenschau

ISBN: 978-3-7344-0439-9

L. Zimmermann

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