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Vorstellung und ausgewählte Sorten im Test: Good Karma Coffee

GoodKarmaCoffeeBild1Schaut man bei Wikipedia unter dem Eintrag „Karma“ nach, so erhält man folgende Definition: „Karma bezeichnet ein spirituelles Konzept, nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – unweigerlich eine Folge hat (...)“ und weiter „Im Hinduismus, Buddhismus und Jainismus bezeichnet der Begriff die Folge jeder Tat, die Wirkungen von Handlungen und Gedanken in jeder Hinsicht, insbesondere die Rückwirkungen auf den Akteur selbst.“ Wenn man also seine Kaffeerösterei „Good Karma Coffee“ nennt, dann hat das schon eine ziemliche Aussagekraft. Wir stellen euch im Folgenden die Spezialitätenrösterei vor und erläutern euch anhand einiger ausgewählter Spezialitäten, welche „Rückwirkungen“ diese Kaffees und ihr Geschmack denn „auf den Akteur selbst“, also auf Torsten Hahn, den Inhaber von „Good Karma Coffee“ hat, sprich: Ob der Kaffee überzeugen kann und so ein „gutes Karma“ hervorruft.

Gutes Karma durch Fairness, Nachhaltigkeit und Transparenz

„Good Karma Coffee“ ist eine in Karlsruhe ansässige Spezialitätenrösterei mit dem Fokus auf qualitativ höchstwertige Farmkaffees aus direktem Handel, die 2013 gegründet wurde. Im Zuge der „Third Wave Coffee“-Bewegung ist es für Firmenchef Torsten Hahn selbstverständlich, dass er jedes Jahr die Bauern, von deren Plantagen er die Kaffeebohnen bezieht, vor Ort zu besuchen, um sich ein Bild von der aktuellen Qualität zu machen. Da er die Kaffees direkt bezieht und somit Zwischenhändler oder auch die Kaffeebörse außen vor lässt, kann er den Farmern vor Ort mehr Geld zahlen, als den Fairtrade-Preis bzw. den „normalen“ Tagespreis des Kaffees. Für die übrigen Sorten, die von Hahn nicht über direct trade bezogen werden, kann er sich auf Kollegen und Rohkaffeeimporteure verlassen, die ebenfalls im Sinne der „dritten Welle“ handeln. So lassen sich alle Lieferungen stets komplett zurückverfolgen. Neben seiner Tätigkeit als Röster ist Torsten Hahn auch Teil der „Karlsruher Kaffeeschule“, wo er verschiedene Kurse anbietet.

Doch nicht nur bei den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Fairness“ bricht Torsten Hahn mit Traditionen. Auch in seinem Online-Shop nimmt er nicht mehr – wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen – das klassische „Sortier-System“ (Filter/Espresso) vor. Hahn begründet es damit, dass der Trend bei vielen Espressotrinkern ins Fruchtige übergeht, gleichzeitig aber auch viele Menschen weniger fruchtigen Filterkaffee trinken. Andere wiederum mögen dann den klassischen Espresso, der würzig und schokoladig zugleich ist. Aus diesem Grund nennt er seine Kategorien „Bright Roast, Medium Roast und Dark Roast.“ Während „Bright Roast“ für fruchtige und blumige Aromen steht, eine ausgewogene Balance aus Säure und Süße, wenig Körper und keine Bitternoten, ist „Medium Roast“ ins schokoladig-karamellige mit leicht fruchtigen Aromen, mehr Köper und leichten Röstaromen einzuordnen. „Dark Roast“ hingegen ist klassisch schokoladig-nussig mit würzigem Aroma und viel Körper sowie keiner Säure. Wir finden die Einordnung durchaus interessant. Darüber hinaus bietet „Good Karma Coffee“ besondere Kaffees wie beispielsweise die „Äthiopien Gedeo Baumtrocknung“, einem Kaffee, bei welchem die ganzen Kirschen ungepflückt am Baum trocknen oder ein „Geisha“ aus Panama (den wir uns zum Verkosten ausgesucht haben). Last but not least bietet Torsten Hahn Rohkaffee, Tee, koffeinfreien Kaffee, Zubehör „Sommerliches“ und das hauseigene T-Shirt an.

Gutes Karma durch beste Qualität und tollen Geschmack

Für unseren Test haben wir bei Torsten Hahn die Sorten Panama Geisha „Cafe Gallardo“, „Cremaster“, „Schokolust und Kirschentraum“ sowie Myanmar Pyin Oo Lwin „Mandelei“ bestellt. Für unseren Test haben wir die Kaffee-Sorten im Handfilter Hario V60, in der FrenchPress, der Chemex, im Siebträger und im Cafflano zubereitet.

GoodKarmaCoffeeBild3Der „Cremaster“ im Geschmackstest

Bei diesem Kaffee handelt es sich um einen Blend aus Indien von den Farmen „Badra Estate und Palthope Estate“ in der Provinz Chikmagalur im indischen Bundesstaat Karnataka, der aus drei verschiedenen Canephoras besteht. Die Varietäten „SLN 274“ und „CxR“ sind im „honey process“ aufbereitet, die Varietät „Old Paradenia“ „fully washed“. Als Profil werden die Leitnoten Kakao, Waldhonig, Rum und Rosinen angegeben. Vor allem Kakao und Rum sind erkennbar. Während sich der Kakao und ein wenig erdige Anklänge nach vorne schieben, bleibt die Rum-Note fein, aber doch ausgebildet im Hintergrund. Der volle Körper des Kaffees weiß ebenso zu gefallen, wie sein langer Abgang.

Der Myanmar Pyin Oo Lwin „Mandelei“ im Geschmackstest

Die Kaffeebohnen für diese Sorte stammen aus Myanmar, dem ehemaligen Burma, angrenzend an die Staaten Indien, Bangladesch, China, Laos und Thailand. Kaffee ist dort ein sehr altes Produkt und dennoch fehlt das Land auf den meisten „Kaffee-Karten“ und in Standardwerken. „Good Karma Coffee“ unterstützt vor allem die Farmer und Kaffeebauern, da sie aufgrund der schwierigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage in Myanmar mit zu den ärmsten aller Kaffeebauern weltweit gehören. Die Farmer der Region Pyin Oo Lwin haben den besten Kaffee, der in den Varietäten Catimor, SL34 (eine Unterart der Bourbon), S795 und Costa Rica vorliegt. Der Kaffee wurde gewaschen aufbereitet. Die Leitaromen sind Mandel, Kokos und weiße Schokolade. Vor allem Mandel ist ganz klar schon in den Nase zu erkennen, setzt sich dann noch verstärkt durch und kann – zusammen mit weißer Schokolade – vor allem in der FrenchPress überzeugen. Kokos ist im Handfilter ein wenig besser zu erkennen, bleibt jedoch sehr dezent im Hintergrund. Der volle Körper kann hier überzeugen und die feine Textur macht sich angenehm bemerkbar. Im Abgang ist der Kaffee sehr sauber. Eine tolle Komposition.

Der „Schokolust und Kirschentraum“

Bei diesem Kaffee handelt es sich um einen Blend mit Kaffee aus Sumatra / Indonesien der nördlichen Region Aceh im Bezirk Takengon und Kaffee aus Ruanda handelt. In Sumatra / Indonesien liegen die Farmen in einer Höhe von etwa 1100-1300m. Zum Einsatz kommen hier die Varietäten Bourbon und P88. Aufbereitet sind sie semi-washed. Die Qualität der Bohnen ist nicht die allerhöchste, was man auch im Bohnenbild sehen kann. Die Farmer sind die Bauern des Dorfes Jagong. Das Profil wird hier mit „Cremiger Schokosirup trifft knackige Süßkirsche“ beschrieben. Die Bohnen aus Ruanda werden in einer Höhe von 1900m in der Region Kivu See von Kleinbauern der Kageyo Washing Station geerntet und gewaschen aufbereitet.

Geschmacklich besticht der Kaffee durch seinen vollen Körper und seine schokoladige Note. Mit Kirsche tue ich mich persönlich ein wenig schwer. Für mich ist das ein toller „Kuchen-Kaffee“.

Der Panama Geisha „Cafe Gallardo“

Last but not least haben wir den Panama Geisha im Test gehabt. Bei der Geisha handelt es sich um besonders wertvolle da recht seltene Kaffeebohnen. Diese Sorte wird in der Region Jurutungo, Chririqui auf der Finca Nuguo in einer Höhe von 1850m angebaut. Die Aufbereitung ist „honey“. Als Leitaromen sind Wilde Beeren, Muskatellertrauben, Akazienhonig und Jasminblüte angegeben.

Für seinen Kaffee hat der Farmer Jose Gallardo in 2015 und 2016 in mehreren Kategorien den Best of Panama Award gewonnen.

Geschmacklich kann man sagen, dass der Kaffee nicht jedermanns Sache sein dürfte. Die starken Muskateller- und Jasminnoten machen den Kaffee sehr floral. Der „Cafe Gallardo“ ist ein leichter Kaffee mit filigraner Säure.

Fazit: Mit den Kaffees von „Good Karma Coffee“ tut ihr nicht nur etwas für euer Karma, sondern unterstützt auch Bauern vor Ort und genießt natürlich tollen Kaffee auch hohem geschmacklichen Niveau. Von uns gibt es eine klare Kaufempfehlung. Einzig an der Transparenz könnte an einigen Stellen noch Verbesserung geleistet werden.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Zusammensetzung der Gesamtbewertung:

Qualität: 9 von 10 Punkten

9Fairness und Nachhaltigkeit: 9

Geschmack: 9 von 10 Punkten

Transparenz: 8 von 10 Punkten

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Torsten Hahn von „Good Karma Coffee“ für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.

U. Sperling

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