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Vorstellung und ausgewählte Sorten im Test: Hochland Kaffee Hunzelmann

HochlandKaffeeLogoWer aus dem Raum Stuttgart und Umgebung kommt und auch nur ansatzweise Interesse an gutem Kaffee hat, der kommt am Namen „Hochland Kaffee Hunzelmann“ kaum vorbei. Seit 88 Jahren ist die Kaffeerösterei „Hochland Kaffee“ in Stuttgart ein traditionelles Familienunternehmen von Rang und Namen. Dabei setzt man bei Hunzelmann jedoch nicht nur auf allerbeste Bohnenqualität, sondern – schon früher als die Meisten anderen – auf Nachhaltigkeit und faire Bezahlung. Bei so viel Tradition, Fachwissen, Erfahrung und Kompetenz sind die Erwartungen natürlich besonders groß. Wir haben für euch einige ausgewählte Sorten getestet.

Qualität seit vielen Jahrzehnten

Die Ursprünge der Familie Hunzelmann liegen im Norden. Von dort wanderten die Eheleute Hunzelmann 1930 nach Stuttgart ein und gründeten dort ihre Kaffeerösterei. Mittlerweile werden die Geschäfte in dritter Generation überaus erfolgreich geleitet und auch die vierte Generation blickt schon mit in den Betrieb.

Das Unternehmen beschäftigt über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftet im Schnitt jährlich eine Produktion von 1000 Tonnen Kaffee. Hierdurch hat sich „Hochland Kaffee“ den Platz der größten Kaffee-Manufaktur in Deutschland erarbeitet. Und trotz dieser enormen Produktionszahlen setzt die Rösterei nach wie vor auf allerhöchste Qualität, fairen Anbau und Nachhaltigkeit. Denn den Rohkaffee kauft die Geschäftsführerin nicht über die großen Kaffeebörsen, sondern direkt mit verschiedenen Kaffeefarmen und Kooperativen, in denen verschiedene Kaffeebauern zusammengeschlossen sind. Als einzige Rösterei besitzt „Hochland Kaffee“ seit 17 Jahren für die fairen Handelsbeziehungen eine Auszeichnung des Präsidenten von Costa Rica. Die Kaffees aus Costa Rica werden seit über 50 Jahren in partnerschaftlichem Handel mit Kaffeebauern-Kooperativen in Costa Rica eingekauft.

Doch damit nicht genug. „Hochland Kaffee“ unterstützt auch verschiedene soziale Projekte in Deutschland wie beispielsweise die SOS-Kinderdörfer, die Straßenzeitung Trott-war, die Schwäbische Tafel, die Vesperkirche oder Femmetastisch, ein Tagestreff für Frauen in schwierigen Lebenssituationen, die Aidshilfe, die Mukoviszidose-Stiftung und die Release-Drogenberatung sowie zwei Hospize.

HochlandKaffeeKaffeestundeFür unseren Test haben wir von „Hochland Kaffee“ die Sorten „Stuttgarter Kännchen Kaffee“, „Kaffeestunde“ und „Holanka Crema“ erhalten.

Die Kaffee-Sorten werden in aromaversiegelten Verpackungen geliefert. Auf diesen finden wir das Logo der „Firma Hochland Kaffee“, den Namen der Sorte, ganz knappe Angaben zum Profil, einen Hinweis auf die Zubereitungsmöglichkeit (Kaffeevollautomat, Handfilter), recht allgemeine Informationen zur Herkunft und den Bohnen sowie das MHD. Was fehlt, sind genaue Angaben zur Aufbereitung, zu den Kaffeefarmen und das Röstdatum. Von der größten Kaffee-Manufaktur Deutschlands sollte man dies schon erwarten können, zumal Angaben wie „100% Arabica Kaffee aus Panama“ keine wirkliche Aussagekraft besitzen. Im Zuge der „Third Wave Coffee“-Bewegung möchte man als Kunde schon mehr erfahren. Selbiges gilt beim Blend „Kaffeestunde“. Hier wird lediglich dem Kunden mitgeteilt, dass es sich um 100% Arabica aus Costa Rica und Kenia handelt. Natürlich muss man erwähnen, dass es sich hier in allen Fällen um den im Namen des Unternehmens bereits geführten Kaffee aus „Hochland“-Anbau handelt. Mehr Information ist leider Mangelware. Auf der Homepage erfährt man dann doch mehr (zumindest was den Kaffee aus Costa Rica anbelangt). Dort ist zu lesen, dass der Kaffee im Direktimport bezogen wird, auf Nachhaltigkeit und fairen Handel mit garantierter Abnahme im Voraus (über einen Zeitraum von 3 Jahren) sowie einer höheren Bezahlung als bei Fairtrade die Bauern unterstützt werden.

Geschmacklich können alle drei uns zur Verfügung gestellten Kaffee-Sorten absolut überzeugen. Der „Holanka Crema“ überzeugt im Vollautomaten durch sein volles Aroma, seine feine Säure und seine sanfte Textur. Der lange Abgang überzeugt ebenfalls. Der Kaffee selbst stammt aus einer der bekanntesten Regionen, Tarrazu, wo der Kaffee in einer Höhe von 1200-1900m angebaut wird. Ein sehr schöner Kaffee, der sowohl zum Frühstück als auch Zwischendurch gerne getrunken werden kann.

Die „Kaffeestunde“, der zweite Kaffee im Testangebot, überzeugt ebenfalls durch seinen vollmundigen Geschmack, seine komplexe Aroma-Vielfalt und einen langen Abgang.

Beim dritten Kaffee, dem „Stuttgarter Kännchen Kaffee“ musste ich unweigerlich daran denken, wie ich früher als junger Steppke mit meiner Großmutter im Café gesessen habe, und sie ein „Kännchen Kaffee“ bestellte. Natürlich liegen zwischen damals und heute rein qualitativ fast schon Welten. Doch der Name weckt schöne Erinnerungen, was so einem Kaffee natürlich zugute kommt. Dieser Kaffee stammt aus Panama. Genauere Informationen haben wir leider nicht. Dafür bürgt der Name für besten Kaffee. Auch wenn der Kaffee aus Panama nur rund 0,8% Weltmarktanteil besitzt, kann er durch Spitzensorten wie Geisha überzeugen. Dank des überwiegend vulkanischen Bodens und bester klimatischer Bedingungen kann der Kaffee hier hervorragend wachsen. Der Kaffee ist recht blumig, rund und gut im Handfilter zu trinken. Wer einen leichteren Kaffee sucht, wird hier fündig.

Fazit: Der Kaffee von „Hochland Kaffee“ ist in allen drei Fällen geschmacklich auf höchstem Niveau angesiedelt. Den Röstprofilen merkt man an, dass hier jahrzehntelanges Wissen weitergegeben wurde. In Sachen sozialem Engagement ist das Unternehmen seit vielen Jahren vorne mit dabei und engagiert sich sowohl hierzulande, als auch in Costa Rica. Bei den einzelnen Kaffees, die hier zum Einsatz kommen und den genauen Plantagen sowie den Aufbereitungsarten und der Unterstützung außerhalb Costa Ricas erhalten wir nur wenige bzw. keine Angaben. Hier sollte „Hochland Kaffee“ noch nachbessern.

Die inn-joy Redaktion vergibt 9 von 10 Punkten.

Zusammensetzung der Gesamtbewertung:

Qualität: 10 von 10 Punkten

9Fairness und Nachhaltigkeit: 9 von 10 Punkten

Geschmack: 10 von 10 Punkten

Transparenz: 7 von 10 Punkten

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei „Hochland Kaffee Hunzelmann“ für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.

U. Sperling

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