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Vorstellung und ausgewählte Sorten im Test: Hot Roasted Love

HotRoastedLoveIn unserer Rubrik „Kaffeewelten“ stellen wir euch in loser Folge neue Kaffeeröstreien, private Röstereien und kleine Unternehmen vor, die sich voll und ganz unser aller Leidenschaft, dem Kaffee, widmen. An dieser Stelle wollen wir euch die in Bielefeld ansässige Mikro-Rösterei „Hot Roasted Love“ vorstellen. Inhaber der Rösterei ist Sascha Kaiser, der mit seiner ganzen Leidenschaft Kaffees aus verschiedenen Ländern selber röstet und dabei besonders viel Wert auf helle Kaffeeröstungen legt, um den typischen Charakter der verschiedenen Kaffeebohnen herauszustellen.

Ebenfalls legt Kaiser (im Zuge der so genannten „Dritten Welle des Kaffees“) Wert auf direkten Handel für Transparenz und Nachhaltigkeit sowie fairen Handel mit den Kaffeebauern. So unterstützt Kaiser unter anderem das Projekt „Viva con Agua“. Auch der Umweltschutz liegt Sascha Kaiser am Herzen. Aus diesem Grund hat er sich direkt von Beginn an für Aromaschutzverpackungen aus Kraftpapier mit Barrierefolie entschieden. Natürlich komplett hergestellt in Deutschland. Selbstverständlich besitzen die Kaffeeverpackungen ein Aromaschutzventil und einen Ziplock zum wiederverschließen. Dies ist ein Trend, der sich allem Anschein nach immer stärker durchsetzt.

Als Mikro-Rösterei wechselt das Sortiment immer wieder, sodass der Kunde viele unterschiedliche Sinneseindrücke der verschiedensten Kaffeesorten bei „Hot Roasted Love“ genießen kann. Für unseren Test hat uns Sascha Kaiser einige Sorten aus seinem Portfolio zur Verfügung gestellt, die wir euch im Folgenden einmal genauer vorstellen möchten.

„El Vampiro“, Finca Coconda, Antioquia Kolumbien

Der erste der drei uns zur Verfügung gestellten Kaffeesorten ist „El Vampiro“ aus der Region Antioquia in Kolumbien. Der Kaffee stammt von der „Finca Cocondo“. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie komplett auf Düngemittel und Pestizide verzichtet. Luis Emilio Velez, Besitzer der „Finca Cocondo“, setzt bewusst auf die Natur schonenden Anbau und auf Nachhaltigkeit. Don Luis Finca-Mischung der Arabica-Sorten Castillo, Colombia, TABI und Bourbon (Caturra) überzeugt durch einen klaren, frischen Geschmack mit ausgeprägter Süße. Die uns zur Verfügung gestellte Mischung besteht aus 100% Arabica-Bohnen der Varietät Caturra. Die Aufbereitung geschieht „natural“, d.h. Kaffeekirschen werden bei der „natürlichen“ Aufbereitung gereinigt, zwei bis drei Wochen in der Sonne getrocknet und während der Trocknung ständig gewendet. Das wird so lange fortgesetzt bis sich das Fruchtfleisch mit dem Silberhäutchen und der pergamentartigen Hülle maschinell von der Bohne trennen lässt. Für kolumbianische Verhältnisse ist diese Aufbereitung selten und aufgrund der klimatischen Verhältnisse recht aufwendig. „El Vampiro“ ist ein Microlot-Kaffee, von dem es nur eine äußerst kleine Produktionsmenge gibt. Den Namen hat der Kaffee übrigens von den auf der Finca lebenden „Vampiro“-Fledermäusen erhalten.

ElVampiroDas es sich bei dem Kaffee und der Zubereitung durch „Hot Roasted Love“ um qualitativ hochwertigen Kaffee handelt, erkennt man bereits am Bohnenbild. Dieses ist sehr einheitlich. Gebrochene Bohnen sind ebenso wenig zu erkennen, wie Insektenbefall oder mögliche schimmelige Bohnen. Auch sind die Bohnen schön einheitlich geröstet worden. Ein weiteres Indiz ist die Frische des Kaffees. Dieser wurde erst am 21.12.17 geröstet und ist so frisch, wie eben nur möglich.

Die Zubereitung

Die drei uns zur Verfügung gestellten Kaffees haben wir sowohl im klassischen Handfilter (Hario V60), als auch im Cafflano und in der French Press zubereitet. Für die gesamte Produktpalette von „Hot Roasted Love“ empfiehlt Sascha Kaiser klassischen Filtern, um die Vielfalt der Aromen voll und ganz zur Geltung kommen zu lassen. Dieser Empfehlung sind wir natürlich gerne nachgekommen.

Für die kleine Cafflano haben wir auf 270ml Wasser 18g Bohnen genommen, für den Handfilter 30g Bohnen auf 500ml Wasser und für die French Press 60g Bohnen für 1 Liter Wasser.

Der „El Vampiro“ Geschmackstest

Während der Kaffee in der French Press intensiver und mit mehr Körper daher kommt, ist er in der Cafflano und dem Handfilter filigraner und die Aromen kommen noch feiner zum Vorschein. Wichtig ist bei allen Zubereitungen, dass ihr den Kaffee ein wenig abkühlen lasst, damit die Aromen „aufbrechen“. Generell solltet ihr Wasser mit einer Temperatur von 92-94°C verwenden, um den Kaffee nicht zu verbrennen. In der Nase macht sich beim „El Vampiro“ ein leicht erdiger Geruch breit. Im Mund kommen das dunkle Nougat und Cassis gut zur Geltung, während die Anklänge von Rum eher zu erraten sind. Der lange Abgang ist sehr angenehm. Säure macht sich dezent bemerkbar, auch die leichten Röstaromen fallen angenehm auf. Magenschmerzen gibt es hier zu keiner Zeit. Ein toller Kaffee mit einem schönen Röstprofil, den wir euch ans Herz legen können.

Äthiopien Yirgacheffe „Rocko Mountain“

Wer sich mit Kaffeesorten auskennt, der weiß, dass Kaffees aus Yirgacheffee, einer Stadt im Südwesten Äthiopiens, mit zu den besten überhaupt zählen. Und so verwundert es nicht, dass der „Rocko Mountain“ auch einen Cupping Score von 90,5 (von 100 möglichen Punkten) erhalten hat. Damit zählt er zu der Riege der Spitzenkaffees. Der Kaffee, der in einer Höhe von ca. 1900-2100m angebaut wird, ist ebenfalls „natural“ aufbereitet. Dieser Kaffee ist ein direkt gehandelter Kaffee, bei dem es keine Zwischenhändler gibt, wodurch die Kaffeebauern deutlich besser bezahlt werden können. Auch beim „Rocko Mountain“ handelt es sich um 100% Arabica-Kaffee.

Der „Rocko Mountain“ im Geschmackstest

Wer mit floralen (blumigen) Kaffees und fruchtigen Sorten („fruit punch“) nicht viel anfangen kann, der wird mit diesem Kaffee nicht glücklich. Typisch für Kaffees aus Äthiopien sind die blumig-fruchtigen Aromen, die auch hier deutlich zum Vorschein kommen. Die „obstigen“ Noten der Erdbeere und Papaya sowie beim Aufbrühen der Melone fallen deutlich auf. Die Blaubeere, wie sie hier im Profil beschrieben wird, kann eher erraten werden. Im Abgang ist der Kaffee bleiben die floralen Note lange stehen. Durchaus interessant, aber wohl für die breite Masse der Kaffeeliebhaber zu blumig.

Kolumbien Coocoa de Huila

Bei dem dritten von uns getesteten Kaffee handelt es sich um ein ebenfalls aus direktem Handel stammendes Produkt. Der Kaffee stammt aus Kolumbien, genauer gesagt aus einer Kooperative von Kaffeebauern im Bezirk Pitalito in der Region Huila. Der Kaffee, der in einer Höhe von ca. 1400-1800m angebaut wird, liegt in der Aufbereitung „gewaschen“ vor. Dieser 100% der Arabica-Sorte entstammende Kaffee wird mit einem Aromaprofil als „Noten von Kakao, Orange, Butterkeks“, süß-cremig und langanhaltend beschrieben.

Der „Coocoa de Huila“ aus Kolumbien im Geschmackstest

Wie schon unser erster „Testkandidat“, der ebenfalls aus Kolumbien stammt, fallen auch hier die erdigen Aromen auf. Das muss man mögen. Dazu gesellt sich ein schokoladiger Duft, der im Mund ein wenig an Mousse au chocolat erinnert. Mit Orange habe ich mich persönlich ein wenig schwer getan. Die angenehme Süße und die nur ganz dezent vorkommende Säure geben dem Kaffee ein ausgewogenes Profil. Der Kaffeegeschmack bleibt recht lange im Mundraum stehen. Röstaromen sind hier nur minimal vorhanden. Ebenfalls ein ganz toller Kaffee, der sich auch wunderbar im Vollautomaten beziehen lässt und gerne als Latte Macchiato oder als Cappuccino getrunken werden kann.

Fazit: Den von uns getesteten Kaffees von „Hot Roasted Love“ merkt man im wahrsten Sinne des Wortes die Liebe zum Handwerk an. Die hochwertigen Kaffees überzeugen durch ihr tolles Röstprofil, durch ihre komplexen Aromen und durch ihren filigranen Aufbau. Darüber hinaus überzeugen uns bei der Mikro-Rösterei „Hot Roasted Love“ die Unterstützung sozialer Projekte in den Kaffeeanbauländern sowie des Direkthandels.

Die inn-joy Redaktion vergibt 8,5 von 10 Punkten.

Zusammensetzung der Gesamtbewertung:

Qualität: 9 von 10 Punkten

Fairness und Nachhaltigkeit: 8,5 von 10 Punkten

Geschmack: 8,5 von 10 Punkten

Transparenz: 9 von 10 Punkten.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Sascha Kaiser von „Hot Roasted Love“ für die zur Verfügung gestellten Testexemplare.

 

U. Sperling

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