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Vorstellung und ausgewählte Sorten im Test: Huber Kaffee

huberkaffee logoIn unserer Rubrik „Für Gourmets“ möchten wir euch heute die junge Kaffeerösterei „Huber Kaffee, der Allgäuer Schmankerl Rösterei“ aus dem schönen Kempten im Allgäu näher vorstellen. Darüber hinaus präsentieren wir euch einige ausgewählte Kaffeesorten, die uns Andreas Huber freundlicherweise für einen Test zur Verfügung gestellt hat.

Freude, Schönheit und Natur, Gesundheit, Kaffee und Kultur

Was sich zunächst anhört, wie die Überschrift aus dem Kulturführer für das Allgäu, ist sozusagen das Firmenmotto von Huber Kaffee. Auf zur Homepage werden wir über die Ambitionen von Andreas Huber, eine eigene Kaffeerösterei im Allgäu zu betreiben, informiert. So lesen wir:

„Andreas Huber ist der Gründer und Inhaber von Huber Kaffee, der Allgäuer Schmankerl Rösterei. Seit einigen Jahren perfektioniert er das Handwerk des Kaffeeröstens, der Fokus lag von Anfang an auf der fairen Bezahlung der Kaffeeerzeuger in den Herkunftsländern.

Seine Vision von einem Handelsmodell, welches den Menschen in den Mittelpunkt stellt, verfolgt er mit vollem Einsatz.

Mit den Erfahrungen, die er bei einem der größten Nahrungsmittelkonzerne der Welt über Jahre hinweg sammeln konnte, entschied er sich einen anderen Weg zu gehen.

Abseits von Konzernen und großen Organisationen sieht er die Chance, einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit zu leisten.

Huber Kaffee, die Schmankerl Rösterei

Dem Nachhaltigkeitsgedanken wird bei Huber Kaffee eine besondere Bedeutung beigemessen, wir wissen, dass nur langfristige Beziehungen und ein spürbarer Nutzen für beide Seiten der Schlüssel für beste Qualität und vertrauensvolle Zusammenarbeit sein können. Huber Kaffee röstet und verkauft feine Spezialitätenkaffees.

Der Fokus liegt auf Qualität und Frische, besonderen Wert legen wir auf eine faire Bezahlung unserer Kaffeebauern und deren Kooperativen.

Aus eigener Erfahrung heraus ist eine Vision entstanden, in der menschliches Engagement und Zusammenleben wieder mehr Bedeutung beigemessen wird. Wir gehen diesen Weg gemeinsam mit Kaffeebauern und Gleichgesinnten auf der ganzen Welt, um eine gerechtere Verteilung in der Wertschöpfungskette zu erreichen. Wir sind dankbar für die unzähligen Menschen, die den Mut beweisen, jeden Tag das zu tun was sie lieben und leben.

Qualität steht an erster Stelle

Wir rösten im schonenden Trommelröstverfahren. Beim Rösten werden unterschiedlichste Aromen aus der Bohne gekitzelt, das Röstverfahren wirkt sich auch auf die Verträglichkeit des Kaffees aus. Bei der klassischen Trommelröstung werden die Bohnen schonend über einen Zeitraum von 15-20 Minuten bei Temperaturen um 200 Grad Celsius geröstet, es entsteht ein homogenes Röstbild und unverträgliche Säuren verschwinden.

In unserer Rösterei in Kempten verkosten und bewerten wir mehrmals täglich Kaffeeproben aus verschiedenen Röstungen.“

Das klingt doch schon einmal sehr interessant, so unser Gedanke kurz vor dem ersten Test. Denn was gibt es besseres, als ein Unternehmen, das Wert auf Nachhaltigkeit, faire Bezahlung und zugleich hohe Qualität und „vernünftige“ Preise bietet? All das versucht Huber Kaffee bestmöglich umzusetzen.

Was den Preis anbelangt, da hält das Unternehmen schon einmal Wort. Auch wenn es wieder mal irgendwelche „Schlaumeier“ geben wird, die beim lesen der folgenden Zeilen meckern werden, dass der Kaffee alles andere als preiswert ist, müssen wir sagen, dass diese ewigen Meckerköppe, wie man bei uns sagt, absolut im Unrecht sind. Denn zum einen muss bei jedem Kilo Kaffee noch eine Kaffeesteuer von 2,19 Euro berechnet werden. Zum anderen müsst ihr überlegen, dass der Kaffee stets per Hand (und nicht wie bei nahezu allen Supermarkt-Kaffees per Maschine) gepflückt, aufbereitet und verarbeitet wird. Hinzu kommen die faire Bezahlung der Kaffeebauern, der nachhaltige Anbau sowie die Verarbeitung in einer „privaten“ Rösterei, wo eben keine 500 Tonnen am Tag „durchgeschleust“ werden, wie bei großen Industrieröstereien. Insofern sind die Preis von im Schnitt sechs Euro für 250g Kaffee (rund 20 Euro je Kilo) absolut gerechtfertigt.

Dass Andreas Huber bei jeder Kaffeesorte dabei schreibt, für welche Zubereitungsarten sie geeignet sind und welche Grundaromen wir erwarten können, macht das Ganze noch ein wenig professioneller. Auch sind auf der Homepage Angaben zum Geschmacksprofil mit der Vergabe von Punkten für Röstgrad, Frucht, Säure sowie andere Aspekte (z.B. Kakao, Crema etc.) sowie zur Intensität zu finden. Allerdings halte ich persönlich nicht allzu viel davon, da eine Zahl wie „4“ oder „2“ nicht besonders aussagekräftig ist. Diesen „Fehler“ machen auch die großen Industrieröstereien. Schade ist auch, dass wir wenig zu den Farmen, also dem Ursprung der einzelnen Kaffees erfahren. Meist prangt auf der Verpackung nur das Ursprungsland. Und Aussagen wie „90% Arabica“ sind ebenfalls sehr allgemein. Hier wünschten wir uns Angaben zu den Varietäten.

Nun aber zu den einzelnen Kaffeesorten im Geschmackstest. Für unser Special haben wir folgende Sorten (jeweils in einer 250g Verpackung) zum Testen erhalten: Penya Valley Estate, Espresso Robu 50, Espresso Ampere, Espresso Generator, Espresso Dynamo, Espresso Robu 80, Espresso Robu 100, Finca Santa Matilde und Kooperative Apro Export. Namen kann Huber ja. Mal schauen, wie es mit dem Geschmack ausschaut...

Auffällig bei allen von uns getesteten Kaffees ist das homogene Bohnenbild. Hier gibt es keine Löcher, die auf Insektenbefall deuten könnten, keine zerbrochenen Bohnen von einer möglichen maschineller Pflückweise oder sonstige störenden Einflüsse auf die Kaffeebohnen. Auch das Röstbild ist sehr gleichmäßig. So sind weder verbrannte noch „rohe“ Bohnen auszumachen. Da sieht man die hohe Qualität und freut sich auf die Verkostung.

HuberGeneratorDer Espresso „Generator“

Der erste Testkandidat, den wir auf dem Prüfstand hatten, war der „Generator“. Mit dem Slogan „Entdecken Sie den Spirit Südamerikas“ lockt uns die Verpackung und verspricht bei diesem zu den „Farm- und Projektkaffees“ gehörigen Espresso aus Brasilien, Kolumbien und Peru ein „volles Kaffeearoma“ mit einem samtig weichen Körper sowie Noten von Schokolade, einen vollmundigen Geschmack und eine tolle Crema. Letztere konnte ich sowohl bei der Nutzung im Espressokocher als auch mit dem Kaffeevollautomaten nur teilweise ausmachen. Zwar ist die Struktur schön gleichmäßig, doch was bedeutet „toll“? Lange bleibend? Intensiv? Schwierig zu beurteilen. Beim Geschmack hingegen fällt es leichter. Denn der Espresso „Generator“ besitzt eine feine Würze und fühlt sich in der Tat weich im Mund an. Unangenehme Röstaromen oder eine störende Säure sind zu keiner Zeit auszumachen. Für einen kräftigen Espresso ist dieser erstaunlich mild. Also Cappuccino oder Latte Macchiato kann ich diese Sorte nur bedingt empfehlen, da doch von der Milch relativ viel Aroma überdeckt wird. Allerdings sollte man als Kenner sowieso seinen Espresso nie mit Milch trinken, wie es ja oftmals „typisch deutsch“ ist.

Der Espresso „Dynamo“

Der zweite von uns getestete Espresso verfügt über eine ausgeprägte Cognac-Note. Daher solltet ihr diesen Kaffee (es sei denn, ihr bevorzugt den Geschmack) nicht unbedingt zum Frühstück trinken. Mir persönlich ist diese „Note“ ein wenig zu dominant. Da hat man beinahe das Gefühl, parfümierte Kaffeebohnen im Kaffeevollautomaten oder im Siebträger zu haben. Das Interessante: Während die Cognac-Note im Vollautomaten recht dominant ist, kann der Espresso im Espressokocher überzeugen. Hier ist die Nebennote nicht mehr so dominant. Merke: Bei der Zubereitung im Kaffeevollautomaten passt die Umschreibung „charakterstarker“ Geschmack durchaus. 

Espresso „Robu 50“, „Robu 80“ und „Robu 100“

Die drei Espressi stellen wir in einem Block vor, da sie sich nur darin unterscheiden, dass hier mehr Robusta dem Arabica hinzugefügt wurde. Die drei Espressi bestechen alle durch einen richtig guten Geschmack, eine tolle Crema, viel Power und feine Aromen. Säure ist bei allen drei Espressi kaum vorhanden und die erdig-würzigen Noten (ohne allzu bitter zu schmecken!) wissen zu gefallen. Hier hat Andreas Huber drei wirklich gute Robusta-Kaffees gezaubert. Zu empfehlen ist die Zubereitung im Espressokocher oder im Siebträger. Im Vollautomaten kommt der Geschmack nicht so gut zur Geltung. Spannend ist auch, wie lang hier der Abgang ist. Da habt ihr etwas fürs Geld im Mund ;-)

Die drei Espressi könnt ihr (vor allem den Robu 100!) auch als Cappuccino oder Latte genießen. Da geht nichts an Aromen verloren. Einfach nur toll! Zusammenfassend kann man sagen, dass der „Robu 100“ ein typischer „Hallo wach!“-Espresso ist, der stark nach vorne geht und viel Koffein mit sich bringt, der „Robu 80“ ein wenig milder, aber dennoch fordernd ist und der „Robu 50“ ausgewogen aber dennoch delikat ist und durchweg Spaß macht.

Espresso Ampere

Wenn ihr euch eure Müdigkeit nicht ganz so um die Ohren geschlagen haben wollt, dann empfehle ich euch diesen Espresso. Zwar ist er durchaus kräftig, bleibt aber dennoch auf dem Teppich. Die komplexen Aromen, die sich im Mund breit machen, sind toll komponiert und der vollmundige Geschmack zeigt fruchtige Noten auf. Ein wenig habe ich im Test das Gefühl eines Mokkas gehabt. Ebenfalls sehr lecker.

„Kooperative Aproexport“

Neben den Espressi haben wir von Huber Kaffee auch noch einige Filterkaffee-Sorten zum Testen erhalten. Der erste Kaffee stammt aus Peru und will durch eine leichte Würze und eine feine Säure überzeugen. Er ist eher mild und trotzdem vollmundig, so die Aussagen über diesen Kaffee. Wir haben ihn für unseren Test einmal in der French Press und einmal im Handfilter getestet. Vor allem in der French Press kommen die feinen Aromen noch besser zur Entfaltung. Im Mund erinnert er ein wenig an Nussschokolade. Nach hinten raus kommt er noch ein wenig dynamischer zur Geltung. Die Würze ist zu keiner Zeit zu dominant. Röstaromen begleiten den Geschmack, überlagern ihn jedoch nicht. Insgesamt ist er sehr ausgewogen im Geschmack und kann sowohl am Morgen als auch zum Kuchen gut genossen werden.

„Finca Santa Matilde“

Last but not least haben wir den sortenreinen Kaffee aus El Salvador im Test gehabt. Leider verschweigt Huber Kaffee auch hier genaueres über die Herkunft, nennt es nur „Farm- und Projektkaffees“ und gibt – außer 100% Arabica – auch nichts darüber hinaus bekannt. Hier fehlt doch ein wenig mehr Transparenz, bewegt man sich damit doch bei der „Erläuterungsqualität“ der großen Röstereien. Sei’s drum. Fakt ist, dass auch dieser Filterkaffee richtig lecker schmeckt. Geschmacklich ist er ausgewogen, erinnerte bei der Verkostung ein wenig an Schokoladenkuchen und überzeugte durch wenig Säure und angenehme Würze. Auch hier halten sich die Röstaromen angenehm im Hintergrund auf.

9Fazit: Die von uns getesteten Espressi und Filterkaffee-Sorten von Huber Kaffee sind alle empfehlenswert. Bei den „Robus“ können vor allem die Stärkeren überzeugen. Die recht intensive Cognac-Note des Espresso „Dynamo“ dürfte nicht unbedingt jedermanns Geschmack treffen, was aber auch nicht sein muss. Die Filterkaffees sind harmonisch-ausgewogen und machen vor allem jetzt im Winter Spaß. Ein wenig schade ist, dass hier die Transparenz, von welchen Farmen genau und in welchen Varietäten der Kaffee stammt bzw. vorliegt, etwas fehlt. Das Preis-Leistungsverhältnis passt und der Service stimmt.

Die inn-joy Redaktion bedankt sich bei Andreas Huber von Huber Kaffee für die zur Verfügung gestellten Testmuster.

U. Sperling, L. Zimmmermann, D. Stappen

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