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Kosmo Koslowski - Krautschuk | 16.04.2010

Kosmo Koslowskis neues Album „Krautschuk“ erzählt Geschichten ohne Worte . Die bunte Formation an Musikern mit Wurzeln in Polen, Dänemark, Finnland und Deutschland bezeichnet ihre Musik selbst als „Piratenjazz“: Instrumentale Musik, gepackt in eine ganz eigene und unkonventionelle Mischung aus Balkan-Ska, Zirkus-Polka, Space- Hop, Folklore Imaginaire und Gameboymusik. Klarinette (Tuomas Huotari), Querflöte (Mira Kempf), Gitarre (Gunnar Wolff), Kontrabass (Benjamin Holzapfel) und Schlagzeug (Pawel Wieleba) werden im elektronischen Kochtopf frisch gegart und mit Klangcollagen garniert.

Da wundert es nicht, dass Kosmo Koslowskis assoziative Liedtitel von verrückten Ninja-Hühnern, tanzenden Kaulquappen, schottischen Riesen, physikalischen Gleichungen oder intergalaktischen Zollverwaltungsbehörden handeln.

Auf dem kommenden Album „Krautschuk“ arbeitet die Band mit dem Hamburger Klangtüftler & Samplemeister Cobtob (Absolvent „Multimediale Kompositionen“ an der HfMT Hamburg unter Prof. Hajdu) zusammen, der die traditionellen Klangfarben mit Sounds und Effekten verbindet.

Kosmo Koslowski blickt auf über 100 Livekonzerte zurück. Unter anderem als Support für die Norwegischen Durchstarter Katzenjammer, sowie für Analogik (DK), A Hawk and a Hacksaw (USA) oder Pakava It (RU). Kosmo arbeitet auch immer wieder mit Kunstschaffenden anderer Genre zusammen, wie etwa bei Vernissagen (Lukasz Chrobok & Christoph Faulhaber, sowie Projekte von Studenten der HfBK), Konzerten mit Lesungen (Irena Stoianova / Monsun Theater) und Videoprojektionen (Urbanscreen / Kunsthalle Hamburg, Zeise Late Night / Zeise Kinos) oder als Komponisten und Arrangeure für Zirkusmusik (Circus Mignon Hamburg).

Kosmo Koslowskis Piratenjazz war ferner bereits in diversen TV – Produktionen zu hören („Streiflichter“ / BR, „Zu Fuss durch Lappland“ / ARD, „Kultur-Jounal“/ NDR). Darüber hinaus kann die Band auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem namenhaften Hamburger Thalia Theater zurückblicken, an dem Kosmo Koslowski über zwei Spielzeiten engagiert war (Henning Bocks Inszenierung von Michael Endes “Momo” 2008 - 2010).

Wer nun die Gelegenheit bekommt Kosmo Koslowski live zu erleben, sollte sich diese nicht entgehen lassen, denn: Piratenjazz bewegt Kopf, Bauch und Beine!

6

von 10

inn-joy Kritik:
In unsere Musikredaktion flattern täglich neue Albumreleases – die einen überzeugen und werden rezensiert, andere sorgen für Ohrenschmerzen und fliegen sofort wieder von der Playliste. Ab und an eröffnen sich unseren Ohren aber solch ungewöhnliche Klänge, dass wir euch diese ‚Outsider‘ nicht vorenthalten möchten!

Piratenjazz trifft den Inhalt von „Krautschuk“ ziemlich gut. Dieses Album folgt weder einer klaren Linie, einem Genre, harmonisch abgestimmten Melodien oder irgendwelchen anderen Regeln, die wir normalerweise von einem guten Album verlangen. So wirr wie die Titelgebung („Waldkauz“, „Crazy Ninja Chicken Cha-Cha-Cha“) klingt auch der Inhalt, frei nach dem Motto: Wer grad ins Studio kommt schnappt sich ein Instrument und schrammelt einfach mal drauf los. Trotzdem: Irgendwas hat die Platte.

Sie macht neugierig. Wer Kosmo Koslowski hört, bewegt sich automatisch zur nächstgelegenen Suchmaschine und schaut nach, woher diese Truppe kommt und warum sie Musik macht. Quietschende Klarinetten im Duell mit aus dem Takt (aber doch irgendwie drin) geratenen Drums, dazu ein paar Fötentöne und leichte Gitarrenuntermalung – das perfekte Rezept für ein musikalisches Potpourri. Da mischen sich Polkamelodien und Jazzelemente mit Ska, Funk und Blues und fesseln das Gehör, auch ohne Gesang. „Krautschuk“ macht Spaß, weil es die Energie der bunt gewürfelten Truppe auch ohne große Worte wiederspiegelt.

100% ungewöhnlich, 0% für die tägliche Playlist geeignet, aber garantiert zum immer-wieder-hören und immer-wieder-Neues-entdecken gedacht. Kosmo Koslowski nehmen die Hörer mit in ihre eigene Galaxie, in die wir euch ebenfalls gerne einladen würden. Unser bisher ungewöhnlichstes Album 2010!

J. Kambeck